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Harald Birgfeld, Webseite seit 1987/ Website since 1987

 

Aufruf

 

zu Olympia – olympische Spiele!

 

 

 

Die Entdeckung der eigenen Zeit, 2019

 

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Alle Veröffentlichungen,

 

online und im Buchhandel

 

Gedicht der Woche,

 

Lyrik, Prosa und Ingenieurarbeiten

 

 

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Klappenbild.jpg

 

Im vorliegenden Band werden ca. 500 Strophen des Zyklus von 10.100 Strophen aus unterschiedlichsten Spannungsfeldern zwischen Menschen vorgestellt, vielleicht ein Versuch, eine Diagnose des Zustandes der Gesellschaft in einer eigenen Sprache zu geben.

 

 

 

 

 

 

Wir gerieten in den

Gürtel der Meteoriten

Lyrik.

 

10.000 Aufschläge

Band 14: Aufschläge 6502 - 6999

 

Harald Birgfeld

 

ca. 500 Strophen aus einem Zyklus von 10.000 Strophen als Versuch einer

Diagnose des Zustandes der Gesellschaft.

 

224 Seiten, Format A5

 

Harald Birgfeld

 

Online bestellen sowie im Buchhandel,

 

€ 12,99 inkl. MwSt.

 

Zum Buchshop

 

ISBN 9783734783111

 

Wir gerieten in den Gürtel der Meteoriten“ ist auch in den USA, Großbritannien und Kanada unter obiger ISBN und bei abweichenden Preisen bestell- und lieferbar.

 

Auch als E-Book

 

€ 7,49

 

Zum Buchshop

ISBN 9783738670837 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

"Es lohnt sich, einmal einen heutigen Dichter kennen zu lernen, der mit der deutschen Sprache einen faszinierend fremden Weg betritt und trotzdem dem Leser Freiraum lässt für eigene Gedankengänge, ohne dass die Probleme in erhobener Zeigefingermanier zu zeitkritischen Trampelpfaden werden." (1986: Gutachten).

 

Harald Birgfeld, von Beruf Diplom-Ingenieur, schrieb die meisten seiner Gedichte während der morgendlichen Fahrt mit der Hamburger S-Bahn zur Arbeit. Seine Texte entstanden fast immer bereits in endgültiger Form.

 

Copyright 2015 beim Autor, Harald Birgfeld, alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Veröffentlichung darf ohne schriftliche Erlaubnis des Herausgebers, Harald Birgfeld, reproduziert werden. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Verfilmung und Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Herausgeber, Autor, Redakteur: Harald Birgfeld, e-mail:.  Harald.Birgfeld@t-online.de

 

 

23 Gedichtbände, 10.000 Strophen: Wir gerieten in den Gürtel der Meteoriten, 10.000 Aufschläge.

Zum jeweiligen Volltext: 

 

Bd.  1: Aufschläge       1 -  500

 

Bd.  2: Aufschläge    501 -   999

 

Bd.  3: Aufschläge 1000 - 1501, (1. Version)

 

Bd.  3: Aufschläge 1000 - 1501, (2. Version)

 

Bd.  4: Aufschläge 1502 - 2000

 

Bd.  5: Aufschläge 2001 - 2499

 

Bd.  6: Aufschläge 2500 - 3000

 

 

 

Bd.  7: Aufschläge 3001 - 3501

 

Bd.  8: Aufschläge 3502 - 3999

 

Bd.  9: Aufschläge 4000 - 4500

 

Bd. 10: Aufschläge 4501 - 5001

 

Bd. 11: Aufschläge 5002 - 5499

 

Bd. 12: Aufschläge 5500 - 6000, (1. Version)

 

Bd. 12: Aufschläge 5500 - 6000, (2. Version)

 

Bd. 13: Aufschläge 6001 - 6501

 

 

 

Bd. 14: Aufschläge 6502 - 6999

(online und im Buchhandel)

 

Bd. 15: Aufschläge 7000 - 7500

 

Bd. 16: Aufschläge 7501 - 8002

 

Bd. 17: Aufschläge 8003 - 8500

 

Bd. 18: Aufschläge 8501 - 9000

 

Bd. 19: Aufschläge 9001 - 9500

 

Bd. 20: Aufschläge 9501 - 9827

 

Bd. 21: Aufschläge 9828 - 10.100

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

Aufschläge 6502 - 6504

Aufschläge 6505 - 6507

Aufschläge 6508 - 6510

Aufschläge 6511 - 6513

Aufschläge 6514 - 6516

Aufschläge 6517 - 6519

Aufschläge 6520 - 6522

Aufschläge 6523 - 6525

Aufschläge 6526 - 6528

Aufschläge 6529 - 6531

Aufschläge 6532 - 6534

Aufschläge 6535 - 6537

Aufschläge 6538 - 6540

Aufschläge 6541 - 6543

Aufschläge 6544 - 6546

Aufschläge 6547 - 6549

Aufschläge 6550 - 6552

Aufschläge 6553 - 6555

Aufschläge 6556 - 6558

Aufschläge 6559 - 6561

Aufschläge 6562 - 6564

Aufschläge 6565 - 6567

Aufschläge 6568 - 6570

Aufschläge 6571 - 6573

Aufschläge 6574 - 6576

Aufschläge 6577 - 6579

Aufschläge 6580 - 6582

Aufschläge 6583 - 6585

Aufschläge 6586 - 6588

Aufschläge 6589 - 6591

Aufschläge 6592 - 6594

Aufschläge 6595 - 6597

Aufschläge 6598 - 6600

Aufschläge 6601 - 6603

Aufschläge 6604 - 6606

Aufschläge 6607 - 6609

Aufschläge 6610 - 6612

Aufschläge 6613 - 6615

Aufschläge 6616 - 6618

Aufschläge 6619 - 6621

 

 

Aufschläge 6622 - 6624

Aufschläge 6625 - 6627

Aufschläge 6628 - 6630

Aufschläge 6631 - 6633

Aufschläge 6634 - 6636

Aufschläge 6637 - 6639

Aufschläge 6640 - 6642

Aufschläge 6643 - 6645

Aufschläge 6646 - 6648

Aufschläge 6649 - 6651

Aufschläge 6652 - 6645

Aufschläge 6655 - 6657

Aufschläge 6658 - 6660

Aufschläge 6661 - 6663

Aufschläge 6664 - 6666

Aufschläge 6667 - 6669

Aufschläge 6670 - 6672

Aufschläge 6673 - 6675

Aufschläge 6676 - 6678

Aufschläge 6679 - 6681

Aufschläge 6682 - 6684

Aufschläge 6685 - 6687

Aufschläge 6688 - 6690

Aufschläge 6691 - 6693

Aufschläge 6694 - 6696

Aufschläge 6697 - 6699

Aufschläge 6700 - 6702

Aufschläge 6703 - 6705

Aufschläge 6706 - 6708

Aufschläge 6709 - 6711

Aufschläge 6712 - 6714

Aufschläge 6715 - 6717

Aufschläge 6718 - 6720

Aufschläge 6721 - 6723

Aufschläge 6724 - 6726

Aufschläge 6727 - 6729

Aufschläge 6730 - 6732

Aufschläge 6733 - 6735

Aufschläge 6736 - 6738

Aufschläge 6739 - 6741

Aufschläge 6742 - 6744

Aufschläge 6745 - 6747

 

Aufschläge 6748 - 6750

Aufschläge 6751 - 6753

Aufschläge 6754 - 6756

Aufschläge 6757 - 6759

Aufschläge 6760 - 6762

Aufschläge 6763 - 6765

Aufschläge 6766 - 6768

Aufschläge 6769 - 6771

Aufschläge 6772 - 6774

Aufschläge 6775 - 6777

Aufschläge 6778 - 6780

Aufschläge 6781 - 6783

Aufschläge 6784 - 6786

Aufschläge 6787 - 6789

Aufschläge 6790 - 6792

Aufschläge 6793 - 6795

Aufschläge 6796 - 6798

Aufschläge 6799 - 6801

Aufschläge 6802 - 6804

Aufschläge 6805 - 6807

Aufschläge 6808 - 6810

Aufschläge 6811 - 6813

Aufschläge 6814 - 6816

Aufschläge 6817 - 6819

Aufschläge 6820 - 6822

Aufschläge 6823 - 6825

Aufschläge 6826 - 6828

Aufschläge 6829 - 6831

Aufschläge 6832 - 6834

Aufschläge 6835 - 6837

Aufschläge 6838 - 6840

Aufschläge 6841 - 6843

Aufschläge 6844 - 6846

Aufschläge 6847 - 6849

Aufschläge 6850 - 6852

Aufschläge 6853 - 6855

Aufschläge 6856 - 6858

Aufschläge 6859 - 6861

Aufschläge 6862 - 6864

Aufschläge 6865 - 6867

Aufschläge 6868 - 6870

Aufschläge 6871 - 6873

 

Aufschläge 6874 - 6876

Aufschläge 6877 - 6879

Aufschläge 6880 - 6882

Aufschläge 6883 - 6885

Aufschläge 6886 - 6888

Aufschläge 6889 - 6891

Aufschläge 6892 - 6894

Aufschläge 6895 - 6897

Aufschläge 6898 - 6900

Aufschläge 6901 - 6903

Aufschläge 6904 - 6906

Aufschläge 6907 - 6909

Aufschläge 6910 - 6912

Aufschläge 6913 - 6915

Aufschläge 6916 - 6918

Aufschläge 6919 - 6921

Aufschläge 6922 - 6924

Aufschläge 6925 - 6927

Aufschläge 6928 - 6930

Aufschläge 6931 - 6933

Aufschläge 6934 - 6936

Aufschläge 6937 - 6939

Aufschläge 6940 - 6942

Aufschläge 6943 - 6945

Aufschläge 6946 - 6948

Aufschläge 6949 - 6951

Aufschläge 6952 - 6954

Aufschläge 6955 - 6957

Aufschläge 6958 - 6960

Aufschläge 6961 - 6963

Aufschläge 6964 - 6966

Aufschläge 6967 - 6969

Aufschläge 6970 - 6972

Aufschläge 6973 - 6975

Aufschläge 6976 - 6978

Aufschläge 6979 - 6981

Aufschläge 6982 - 6984

Aufschläge 6985 - 6987

Aufschläge 6988 - 6990

Aufschläge 6991 - 6993

Aufschläge 6994 - 6996

Aufschläge 6997 - 6999

 

 


 

 

Aufschläge 6502 - 6504

 

Es lag kein

Diamant im Straßengraben,

Und die Scherbe, die dort blinkte,

Funkelte schon tagelang und würd mit jedem

Sonnenlicht, dass sich an seinen scharfen

Kanten brach, nach außen locken,

Und daneben lagen unter den verfallnen

Tagen, die noch gestern galten, dieses

Heer von zugedeckten

Splittern.

 

 

 

Es war in einer

Nacht, in der ich mich entschloss

Und ausging,

Und mit meinen

Händen konnte ich die

Sterne wählen, die ich sehen wollte,

Und ich war ganz sicher, dass von ihnen

Nicht ein einziger der

Mühe wert war,

Und auch umgekehrt

War ich mir selbst zu klein geworden,

Um von mir erwählt zu werden,

Und ich prüfte wirklich, ob das eigne

Leiden noch erkennbar wäre, oder immer nur das

Rücklicht anderer, die sich dorthin

Entfernten.

 

 

 

Man traute auch dem

Laserlicht nichts zu,

Und ganz genau genommen, war der

Strahl im Weltall überhaupt nicht sichtbar,

Und mein

Sehen trat aus meinen

Augen auf die

Schrecklichkeiten, die ja immer nur ein

Einzelner verübte,

Und es war ja hier auf

Erden jedes

Lichtbund so verschmutzt und unsichtbar, dass sich die

Blicke kreuzen mochten,

Überlagern konnten,

Ineinander fielen,

Ohne dass es jemand merkte.

 


 

 

Aufschläge 6505 - 6507

 

Ich stand wohl viel zu dicht am

Stamm der Birke,

Und die Rinde wuchs um mich,

Ich sah herab an mir auf

Felder weißer

Haut, die eingerissen war und aufgebrochen,

Und dahinter lag ein liebevolles Schwarz,

Ich dachte nicht an diese

Krone über mir und an die

Zweige, die nun preisgegeben waren jeder

Liebelei, sich jugendlich durch halb geschlossne

Hände ziehen ließen,

Und ich stand vor mir,

Und meine

Arme schlang ich um das

Holz,

Und meine Wange presste ich an harte

Kanten.

 

 

 

Eine andre Säule stand allein

Und war ein meterhohes

Kunstwerk, das ergoss vom höchsten

Scheitel Wasser auf die runde

Außenwand, dass es zu einem

Spiegel wurde, der nicht spiegelte,

Es lief ganz glatt herab,

Und ‚selbst beim

Baden wärest du nicht mehr mit dir allein’,

So sagtest du, und stündest unter einem

Regen, den du regeln könntest,

Der dich wärmte oder kühlte,

Und es müsste möglich sein, mit einem

Handgriff dich so gläsern zu gefrieren,

Und du sähest deinem

Eingefrieren selber zu.

 

 

 

Es war ja so, dass jede

Unschuld immer einen einzelnen betraf,

Und in dem

Kleiderschrank lag meine

Seele, die ich nächtlich auszog,

Und sie wurde mir in dieser letzten

Dunkelheit vom Mottenfraß zerstört,

Und nichts davon hatt ich bemerken können,

Und mein

Schlaf, danach, hielt lange an.

 


 

 

Aufschläge 6508 - 6510

 

Im Wald zerbrachen trockne

Zweige unter unsren Füßen,

Und es war gefährlich so zu wandern,

Und dein

Schatten ging dir nach und züngelte im

Abendrot und brannte lichterloh

Und streckte seine

Arme nach mir aus,

Und wirklich konnte ich dir gar nichts glauben,

Und es schien mir wahr, was dich so brennen machte,

Und es war dir völlig gleich,

Was hinter dir geschah.

 

 

 

An einer

Schnur, die zu mir niederhing,

Zog ich die

Lichtung auf,

Wir standen einem

Wald voll roter Dächer gegenüber,

Und dazwischen fehlte die Verbindung,

Und der eine

Schritt, den ich in diese

Richtung machte, ließ mich an die

Scheibe schlagen,

Und ein Taubentier, das von der andren

Seite kam, flog gegen Licht

Und brach sich das

Genick am Glas,

Und hier, bei mir, war nichts davon zu hören.

 

 

 

Dann sah ich in die

Tiefe, weil mein

Blick hineingefallen war,

Ich wollte ihn bewahren vor dem

Zwischenraum, dem

Schwindel und dem

Aufschlag,

Und man sagte mir, dass jeder

Stromschlag, der den Menschen träfe, ihm im ersten

Augenblick die Sehkraft rauben würde.

 


 

 

Aufschläge 6511 - 6513

 

Auf deiner

Stirn sah ich den roten Schönheitsfleck,

Der pochte unablässig,

Und dein Herz war hier zu Hause, weil es

Ausschau halten wollte,

Und den Menschen sagtest du und mir, dass hier dein

Drittes Auge säße,

Dass du so dem Herzen, das doch blind sei,

Von der

Sichtbarkeit berichten könntest,

Und dein Herz, das nach

Erkenntnis sucht, verstand in seiner

Dunkelheit von alledem kein

Wort.

 

 

 

Eine

Hand schob ihre

Fläche leicht und warm auf deinen

Rücken,

Und du konntest sie erkennen,

Und mir schenktest du die

Angst, ganz grundlos blind zu werden, zum

Geburtstag,

Und ich schaute hin zum

Gästetisch, der voller froher

Menschen war,

Die hatten auf den

Gabeln schon die

Blicke aller anderen

Und waren gut gesättigt,

Und ich leerte ihre

Mägen wieder,

Und sie sahen nur den

Inhalt, der sie fürchtete und ekelte,

Und nichts war an der

Speise irgendwie verändert,

Und es brannten unverzagt die

Kerzen.

 

 

 

Man wollte, dass ich von dem

Turm die Glocke läutete, das war sehr schwer,

Und meine

Kräfte reichten grade aus, sie zu bewegen,

Und ihr Klang erhob sich über unsre

Dächer und schwang in die

Steine,

Und man sprach mich an:

Der Turm, den ich ermauerte,

Wär über ein

Jahrhundert fertig,

Und man könnte nicht mehr länger auf den

Glöckner warten.

 


 

 

Aufschläge 6514 - 6516

 

Man operierte mich und fand in mir ein

Netz von weißen

Wurzeln, weit verzweigt,

Das wollte keinen

Schössling treiben,

Und es war ja einfach nicht genug,

Die nackten

Füße in die Erde einzugraben und zu warten,

Und mich band man gleich an einen

Stützpfahl,

Und die

Bindungsseile würden mit mir wachsen.

 

 

 

In der

Zeitung sah ich dann das

Bild des großen Hungers,

Und den

Mann, der seine tote

Frau nur leicht zur Seite legte,

Dem das

Kind auf seiner Schulter starb, mit einem

Kopf, schon todeskrank,

Und über eine

Straßenkreuzung wehte unbekümmert, von den

Wagen hin und her gerissen,

Eine leere Tüte,

Die stieg auf und wirbelte zurück

Und wurde überfahren,

Und ich ließ nicht ab von meinem neuen

Glauben, dessen

Zeichen wurden immer deutlicher.

 

 

 

In

Bilderbüchern fand man leere, weiße

Felder,

Und nur einer schnitt sie aus, um sie zu töten,

Weil er sah wie ihre

Nacktheit auch die

Blößen zeigte,

Und die eigne

Kleidung nützte gar nichts.

 


 

 

Aufschläge 6517 - 6519

 

Ich ging heraus aus meinem

Traum,

Du sagtest später, dass aus meinem

Munde eine Maus gelaufen wäre,

Und sie sei sofort in das

Gehege eines Gottes, den wir fütterten

Und den wir fürchteten, geschlüpft,

Und habe sich, so sagtest du, in dem

Gefieder tief versteckt,

Und meine Wirklichkeit war tags verletzt,

Ich musste mich vor

Spiegeln unter weißen

Tüchern hüten.

 

 

 

Man hatte einen

Himmelskörper ausgemacht,

Den grub man heimlich um und überließ

Besammaschinen die Befruchtung,

Und von uns aus sah man wegen der

Entfernung grade erst,

Wie sich der

Stern aus Staub und

Teilchen, die wir mit uns brachten,

Formte und gestaltete.

 

 

 

Mein Zimmer war bevölkert von den

Menschen, die hier wohnen wollten,

Und ich war enttäuscht

Und hätte niemandem erlaubt, zu kommen,

Und ein Sprecher fragte ganz bescheiden, ob ich eine

Heimat hätte, die ich über alles liebte,

Dorthin wollte man mich schaffen und mir

Ruhe gönnen,

Und kein einziger verlangte, dass ich aus dem

Spiegel treten sollte.

 


 

 

Aufschläge 6520 - 6522

 

Wenn ich heimisch wäre, hier bei dir

Und auch bei mir,

Wär ich daheim

Und sagte dir doch damals schon, dass ich der falsche

Flüchtling sei, der machte nur

Station, und hatte nichts, das er verlassen,

Nichts, dem er entkommen war,

Und niemand jagte ihn,

Und seine

Augen waren ständig auf der

Flucht.

 

 

 

Wenn ich heimisch wäre, hier bei dir

Und auch bei mir,

Dann wär ich nicht daheim

Und hätte nicht so unverzagt

Station gemacht,

Und einem

Flüchtling hattest du noch nie geholfen

Ohne dass er dich dafür verlassen musste,

Und ich sammelte schon heimlich

Drähte, kurze Seile, alles

Fluchtgeräte, die du kontrolliertest

Und mir nahmst,

Und meine

Augen blieben dir zum

Trost, als ich mich von dir wandte.

 

 

 

Wenn ich heimisch war,

War ich von mir verlassen,

Und ich dachte nicht an dich

Und würd mich irgendwann auf meiner

Flucht und ohne aufzuschauen,

Niederlassen,

Und wir würden miteinander leben,

So, wie gestern schon,

Und heute war es ähnlich,

Und auch morgen bliebe ich mit eingegrabnen

Armen stehen als

Vertriebener.

 


 

 

Aufschläge 6523 - 6525

 

Mit einem

Spaten stachst du auf mich ein

Und zieltest nach dem

Schädel, der lief fort,

Den würdest du auch so nicht treffen können,

Und du warfst das

Gartenwerkzeug hinterdrein,

Das war der erste

Schmerz, den ich als wahr empfand, obwohl

Du weit daneben trafst,

Und tatst mir leid,

Und ich hielt aus erneut, und

Hunger war die nächste

Folter, die du mir vor

Augen führtest, und du quältest einen

Anderen,

Und diesmal sähe ich noch alles hinter

Glas.

 

 

 

Hier bei uns beschäftigte man

Menschentiere, die ersetzten abgerichtete

Maschinen,

Und sie fühlten weniger als irgendein

Verschleißteil, dass sich ihretwegen

Aufrieb.

 

 

 

Mancher von den

Jungen glaubte auch, der

Frieden sei das unbekannte

Wurzelwerk, dass sich durch alle

Ritzen winde

Und dann grün

Und gelb

Und braun

Und weiß

Und rot zutage träte,

Und ich sagte ihnen,

Dass sie selbst in diesen

Ritzen säßen und den

Spalt mit größter Kraft geöffnet halten mussten,

Und das

Mondlicht war auch gut genug, die

Dankgebete und die

Todesschreie aufzunehmen und sie für die

Nachwelt in die

Räumlichkeiten abzustrahlen,

Und es bohrte sich die

Zeit mit ihrer Gegenwart in meiner

Nähe durch die Wand.

 


 

 

Aufschläge 6526 - 6528

 

Ich sah es gleich, dass du dir einig warst,

Und braune

Köpfe, die du aus dem

Lehmton modelliertest, hatten ihren

Eingang in der

Stirn,

Ich sprach dich an und traf sofort auf deine

Angst,

Und alles, was ich sagen könnte, wär geeignet,

Dich von dir zu trennen,

Und die Stirn ließ mich hinein

Und führte ohne

Unterbrechung gleich zum

Hinterkopf hinaus,

Und mitten drin standst du und drücktest deinen

Rücken flach zum

Schatten an die Tunnelwand.

 

 

 

Ich sah in deinem Mund den

Haken, der war angeschraubt

Und wäre dort, so sagtest du, schon von

Geburt an,

Und der Vater dieser

Zeugung seist du selbst im

Zorn,

Man sah den Haken nur in deinem

Lachen.

 

 

 

Meine Füße machten eine

Doppelspur aus roter

Farbe, weil ich unbemerkt hindurchgegangen war,

Und monochrom war der

Gedanke, der mir folgte,

Und ich trat so unversehrt aus deinem

Kopf,

Der war doch wirklich nur ein

Abguss einer Wirklichkeit, die lag

Zerbrochen auf der

Waage.

 


 

 

Aufschläge 6529 - 6531

Nach einem Film über Hiroshima (6. August 1945)

 

Unwahr ist der lange

Nagel, der in meiner Stirn sitzt,

Und man wies ihn nach als

Einzelheit, die unumgänglich war,

Auch schlug er mich nicht an die

Wand,

Er ragt noch immer aus dem

Hinterkopf und lässt sich dort berühren,

Und dies ist der

Schöntag, der, so sagt ein

Vatersohngedicht, die

Sonnenbombe fallen ließ auf unser Haupt,

Und nun sitz ich am

Straßenrand im eingebrannten

Schatten einer meiner Väter, und sein

Schrei glitt damals in die aufgeplatzte

Rinde eines Baumes, die zur neuen

Sonne schaute,

Und sein Schrei blieb unaufhörlich ohne ein

Geschlecht hier stehen.

 

 

 

 

 

Unwahr sind auch

Stoffemuster, die sich in die

Haut einstrahlten,

Und sie prägten sich auf

Menschendärme, Menschenlebern,

Und mein Weib hat jetzt das

Küchenkittelmuster, das ihr

Herz verkleidet hat, als

Strahlenkranz an jedes ihrer

Kinder weitergeben müssen.

 

 

 

 

 

Unwahr sind auch jene

Augen, die allein spazieren gingen,

Und sie lachten, als die

Köpfe falsch von ihnen dachten,

Und es war ja nicht ihr freier

Wille,

Und es blieb nicht

Zeit auch nur für einen Blick in leere

Augenhöhlen, die sogleich zerfallen waren,

Und es würden diese

Augen ohne

Tränen leben müssen,

Und es war ja niemand,

Der so schnell ein schwarzes

Laken vor den Giftball hatte werfen können,

Und es brodelte der

Fluss von aufgeplatzten

Menschenleibern und stand selbst in

Flammen.

 

*) Erschienen in der Anthologie, Deutsche Lyriker der Gegenwart,

Verlag, ars nova, 1988

 


 

 

Aufschläge 6532 - 6534

 

Das Morgenlicht brach grell ins

Fenster, und ich hatte kurz zuvor

Die Nacht zerrissen, die stand noch bis jetzt im

Vorhang,

Und ein kleines Vogeltier flog gegen diese

Scheibe und fiel tief in einen

Hof,

Ich hatte nichts gehört

Und sah ein wenig

Flüssigkeit dort draußen an dem Glas,

Die floss zusammen,

Und sie bildete nun einen milchig, weißen

Tropfen.

 

 

 

Drinnen steckte ich die Finger aus,

Und meine

Hände warfen scharfe

Schatten auf die Fensterbank,

Die glitten lautlos über meinen

Rücken, der dort lag,

Und niemals würde ich mich unter eigne

Gitterstäbe legen,

Und es war nur dieser

Wechsel zwischen kaltem Schatten

Und den warmen

Strahlen, der mich reizte.

 

 

 

Einen

Schritt trat ich zurück und hinter mich

Und sah mich vor dem

Fenster stehen,

Und ich war auch tief im

Hof mit meiner Hand

Und unter diesem

Vogeltier, das war noch warm,

Und auch als Rücken in der Fensterbank

Und war nicht freier als es dieser

Ausschnitt zeigte,

Und das

Grelllicht trieb mir feuchte

Fäden in die Augen,

Die verklebten etwas meine Wimpern,

Und ich wagte nicht am kleinsten

Schwarzstrich meiner

Arbeit zu radieren.

 


 

 

Aufschläge 6535 - 6537

 

Man zog aus einem

Holzhaus einen Balken, den man

Senkrecht stellte,

Und dies sei die Strafe:

Dass man jeden, der den

Balken so entferne, an denselben

Schlagen werde, dass er sterben müsse,

Und in meinem

Hause war ich doch allein

Und auch der einzige der Balken,

Und ich zündete mich an aus

Angst, dass ich verbrannte,

Und man sagte, das sei ebenso gerecht

Und ließ mich

Ungestraft.

 

 

 

Du warst in meine

Nacht am frühen Morgen eingebrochen,

Und du suchtest Hilfe,

Und ich bot dir weiße

Laken an,

Die waren dir zu dünn als Schutzwand,

Und die Nacht, in die du einbrachst,

Hatte wirklich eine viel zu schwache

Decke,

Und du sankst so schnell,

Dass du, bevor ich eine

Leiter fand, ein Seil, ein Handtuch oder

Irgendetwas, das ich bis zur

Einbruchstelle hätte werfen oder reichen können,

Schon ertrankst.

 

 

 

Neu war auch das unbeschriebne

Namensschild, das man an meine

Haustür schraubte,

Und man rief mich an

Und sprach durch ein

Gerät mit mir und sagte gleich,

Sobald man über die

Vergabe meines Namens

Klarheit habe,

Dürfte ich es wieder ganz

Entfernen.

 


 

 

Aufschläge 6538 - 6540

 

Die Straße, die ich ging, war öd und einsam,

Und es standen hier und da

Gesichter, die ich kannte,

Und mein Fuß trat wie versehentlich den Kieselstein,

Der flog auf unbedachter

Bahn weit über die Begrenzung,

Und es waren beides Nichtigkeiten, die ich den

Gesichtern zeigte:

Mich, so unwert wie ich war geliebt zu werden,

Und den Kiesel, dessen

Unschuld mich nicht rührte.

 

 

 

Bedachte ich genau die

Kämpfe, die ich,

Ohne mich zu rühren,

Ohne jede Waffe,

Ohne jedes laute Wort und

Ohne einen Menschen zu berühren,

Täglich kämpfte,

Ja, ich sprach sogar in einer andren

Sprache, die ich nicht verstand,

Bedachte ich genau die

Kämpfe, die ich täglich kämpfte,

Stand ich eigentlich den

Feinden, die erst morgen

Gegner waren,

Jetzt schon gegenüber,

 

 

 

Wenn mir schon die

Gegner fehlten, hätte ich von schönen

Siegen einen wenigstens erwählen dürfen,

Und es musste schließlich so sein, dass die

Niederlagen, die ich reichlich fand,

Die wahren

Siege waren,

Und ich sah in einer Straßenpfütze, dass sich

Jede Einzelheit der Wolkenbildung

Darin spiegelte,

Und auch der Vogelflug zog durch die

Wasseroberfläche, ohne sie zu

Ritzen.

 


 

 

Aufschläge 6541 - 6543

 

Von einer andren

Fressgewohnheit als vom

Töten und Getötet werden hattest du

Noch nichts gehört,

Dein

Gott lag mager auf dem

Drahtbett neben dir und nahm nichts an

Und hungerte und darbte,

Und er reiste heimlich durch die

Nacht und war versteckt in einem

Eimer, der war leicht zu tragen und war

Unauffällig leer und eilte ohne

Aufenthalt von einer

Mahlzeit zu der anderen und teilte

Speisen aus,

Die waren überall vorhanden.

 

 

 

Meine

Tage standen schon von

Anfang an auf Schienen,

Und ich blickte, wie die anderen nach vorn

Und achtete auf eine

Seitenspur, die würde mich vielleicht zu einem

Irrtum werden lassen,

Und in

Wahrheit stand ich ganz alleine vor dem schweren

Wagen, den ich mit den

Schultern ziehen musste,

Und ich saß darauf und sammelte von allem, was in meiner

Eile zu erreichen war, und steckte fest im

Sand,

Vielleicht, so dachte ich, fänd ich ein

Messer, das sollt mich aus meinen

Gurten schneiden können.

 

 

 

Hinter mir sang eine

Frauenstimme davon, dass sich alles

Wiederhole,

Und der

Mensch lebt in der

Wohnungsstille und zur gleichen

Zeit vor seiner eignen Tür,

Sein Klopfen mahne ihn dort drinnen,

Und er klopfe auch nach draußen

Und erschrecke nicht darüber.

 


 

 

Aufschläge 6544 - 6546

 

Lau und schön stand neben mir der

Sommerwind,

Und mein Verlangen war so wach,

Ich griff nach ihm und hielt ihn an der

Hand,

Durch meine

Lippen stach ein feiner

Draht, der wiederholte sich und legte eine

Naht um meinen Kopf,

Ich wurde ganz in mich

Verschlossen.

 

 

 

Der eine

Wunsch, den ich schon lange hatte,

Wurde mir erfüllt:

Bevor das Frühjahr anfing,

Und ich mochte denken, was ich wollte,

Immer war es schon vorhanden,

Und ich sah es als

Geschenk das erste Mal.

 

 

 

Viele

Menschen demonstrierten,

Und ich stand daneben,

Und ich wär auch nicht dabei,

Wär ich dabei gewesen,

Und ich richtete mich wirklich gegen mich,

Und die dort standen und zum

Himmel und zur Erde riefen,

Wussten nichts davon und auch nicht,

Wo sie standen,

Und sie meinten sich.

 


 

 

Aufschläge 6547 - 6549

 

Hinter deinen

Augen waren viele Wege deines

Gartens zugewachsen,

Und ich sprach mit dir darüber,

Und du suchtest außerhalb

Und konntest nichts entdecken,

Und ich kehrte heim

Und schaute heimlich um und neben meine eignen

Büsche und entdeckte dich,

Du warst auf einem nie benutzten

Pfad, der stieß direkt in meine

Augen.

 

 

 

Mittags sollten Gäste kommen,

Und die trafen ein

Und kamen doch nicht an

Und aßen viel und ließen ihre

Mahlzeit, die ich vorbereitet hatte, liegen,

Und ich durfte keine

Trauer tragen,

Nur um meinetwillen.

 

 

 

Eure

Kunst war schwer und ungewöhnlich,

Und ihr formtet

Himmelswolken um nach eurem

Willen,

Und den Wind, der euch dies

Handwerk wehrte,

Ließt ihr farbig werden,

Und er floh in

Scham schon, als man ihn entdeckte,

Und ein

Gegenkünstler spielte mit gefärbten

Winden, die er in bewegten

Bildern in das

Blau der

Tagesdecke stoßen ließ,

Dort gingen sie verloren.

 


 

 

Aufschläge 6550 - 6552

 

Es stehen deine

Haare in den unbewegten

Wassern deines Strandes,

Und der

Anschein einer

Strömung stellt sie etwas seitlich,

Und auf deinen roten

Schal fällt leicht ein einzelnes der

Gräser und liegt über Falten,

Und im Kiesbett deines

Nackens knirschen noch die unsichtbaren

Füße einer flachen Spur.

 

 

 

Deine

Landschaft war mir neu,

Und unbeschwert war jeder meiner

Schritte,

Und ich ging spazieren unter deinem

Langhaar, das begrenzte die

Lagune weißen Sandes,

Und du wartetest am

Ufer,

Und es bissen deine

Schneidezähne auf die Unterlippe in Erwartung,

Und ich traute mich nicht in die

Tiefe vor.

 

 

 

Später kam ich heim und hatte im

Gepäck nur den Verdacht,

Und hob die

Decke der geharkten Wege hoch

Und fand darunter eingetretne

Pfade, die verliefen völlig anders als man sah,

Und du bewegtest dich darauf

Und kanntest dich gut aus.

 


 

 

Aufschläge 6553 - 6555

 

Man plante jetzt schon, meine

Augen einst mit einem

Holzbrett zu verschließen,

Und man plante es bei allen,

Auch bei sich,

Und dieses Tuch in meinen

Händen, das ich ständig übers

Bild zog, kannte mehr als ich und sah, dass in dem

Rahmen eine

Jugend wechselte mit dem

Gesicht des Alters,

Ich jedoch verwechselte in einem fort,

Je länger ich drauf starrte, die

Vergangenheit mit der Vergangenheit,

Von der ich nichts zu sehen wünschte.

 

 

 

Lange schaute ich in mich

Und störte keinen, der dort saß und so

Nach draußen seine

Blicke werfen konnte,

Und man ließ mir meine

Zwiegespräche,

Und ich kämpfte in

Beredsamkeit mit mir,

Und hart war vieles hinzunehmen,

Das ich sagte.

 

 

 

Alle

Brüche meiner

Worte nähte ich mit

Draht, der lange hielt

Und der nicht rosten konnte,

Und im

Laufe meiner Jahre wuchsen viele

Regelrecht zusammen ,

Und ich konnte einiges an mir

Verstehen.

 


 

 

Aufschläge 6556 - 6558

 

Hinter meinen

Bergen kauerte das

Nichts, es war so wenig nichts,

Dass es sich über keinen

Bergkamm wagte,

Und ich stand am

Abhang, tief im Felsen,

Sah hinauf und hin zum

Gipfel, der sich zu mir beugte,

So sehr war ich nah und wollte doch nicht dort sein,

Und ich grub mich tiefer ein

Und hörte meinen eignen

Atem auf der andren

Seite.

 

 

 

Hier berief ich mich auf meine

Unschuld, die war weit entfernt auf

Reisen, und es gab da ein

Gesetz, das müsst man schätzen können,

Und in meinem

Nachtschrank stand die

Schachtel voller Wissen, die war leer und ohne

Boden,

Und ich fand es,

Wie ich es vermutet hatte.

 

 

 

Draußen, wo die

Räume sich vergrößerten je kleiner man sie sah,

Hier draußen gab es keinen

Rückflug, keine

Heimkehr, keinen

Stillstand,

Und das

Nichts wurd selbst zum

Handwerkszeug, das füllten wir mit unsrem

Umgang, der nicht enden konnte, auf.

 


 

 

Aufschläge 6559 - 6561

 

Du stehst hinter dir, mit deinem

Blick gezielt auf mich und nähst mit langen

Stichen meinen Rücken zu und rechnest lange, ob der

Wert, wenn er denn kleiner wird als

Eins, auch wirklich kleiner wird,

Und ob wir, so verschweißt mit deinem

Augenfaden insgesamt wohl weniger ergeben

Als wenn du in dir

Und ich in mir

Alleine blieben.

 

 

 

Über deine rechte runde

Schulter schob ich meinen

Mund,

Der nahm nicht

Abschied,

Und der Kuss wurd immer größer,

Und du ließt dich von mir lieben,

Und ich liebte eine andere an dir,

Und diese andere zerriss sich ihre

Kleider und ertrug den eignen Mann,

Der nahm sie nur, weil ich für ihn so

Unerreichbar war,

Und du an dir

Und ich an ihr

Und er an mir vergaben nichts,

Und wirklich, nichts geschah,

Was wir uns zu vergeben hatten.

 

 

 

Nun entdeckte ich das

Lichtseil, das durch meinen

Leib lief,

Und man hatte es dort heimlich eingefädelt,

Und es saß so fest und lief zugleich

So ungehindert durch durch mich

Und kam von Unbekannten,

Und ich hätte gern erfahren,

Wer ich war daran und auch

Wohin ich ging damit.

 


 

 

Aufschläge 6562 - 6564

 

Eigentlich war es verboten,

Mich zu zeigen,

Und ich zeigte mich und sah nach oben

Und den

Pfeilen zweier Entenvögel nach,

Die zogen schnell vorbei

Und schauten nicht nach mir,

Ich ging in eine unbekannte

Richtung, auch in sie zu schreiten war verboten,

Und es war noch niemand vor mir hier gewesen,

Und ich rief und musste meine

Antwort selber geben,

Das war meine Strafe.

 

 

 

So erzwang man mein Bekenntnis,

Und ich hob den

Zeigefinger in den Himmel,

Und ich wies in diese Richtung,

Und ich schimpfte nach dort oben,

Und was hinter meinen nahen

Wolken lag, blieb mir verborgen,

Und ein

Mütterlein gab mir für meine

Nacktheit einen Fingerhut, der war aus

Porzellan und bunt bemalt.

 

 

 

Später wurde ich ans

Telefon gerufen

Und erfuhr nicht, wer dort sprach,

Und hörte nur den

Vorwurf, dass ich mir im

Wege stand,

Das wäre nicht mehr zu ertragen,

Und es müsste einer von uns beiden weichen,

Und, mich zu entscheiden, bliebe kaum mehr

Zeit,

Man habe mich statt meiner, gegen meinen

Willen nun befreit,

Und nirgends würde ich mehr auf mich

Stoßen.

 


 

 

Aufschläge 6565 - 6567

 

Siehst du, dieses ist ein

Märchen, das geschah heut Morgen,

Und man gab mir alles, alles was ich wollte,

Und ich wollte viel und war so

Maßlos anspruchslos in meiner

Auswahl,

Und zuvor, als ich den

Glücksstein nicht zu fassen wusste,

War ich über alle Maßen anspruchsvoll

Und hatte nichts, obwohl ich

Alles hatte.

 

 

 

Diesen

Ring an meinem Finger trug zuvor ein andrer

Mensch, der sprach in einer andren

Sprache,

Und ich redete mit ihm

Und fragte ihn auf meine

Weise nach dem früheren

Besitzer und nach dem, was dessen

Hände angerichtet hätten,

Und ich musste das betretne

Schweigen deuten,

Und nur eines wurd gewiss,

Dass dieser Ring niemals zuvor von einer andren

Hand als dieser je getragen worden war.

 

 

 

Jemand hing der

Statue die Eisenfelge um den

Hals, die wurde dort zur königlichen

Krause,

Und man staunte über die

Verwandlung,

Und ich zeigte mich auch öffentlich

Und stellte mich ganz ohne

Rücksicht auf mich selber aus.

 


 

 

Aufschläge 6568 - 6570

 

Tags, so fiel mir ein, zog über uns hinweg das

Sternenzelt des Südens,

Und ich hätte fragen können, ob die

Himmelsbläue dort im

Südmeer wirklich schon um vier des

Morgens sichtbar würde,

Und die

Wolke Eskortierter zog an mir vorbei,

Und immer öfter hörte ich das

Rauschen aufgeregter Stimmen,

Und ich könnte mich mit einem

Aufschrei selbst daraus befrein,

Und schwieg statt dessen, schwieg zu mir,

Und schwieg mich aus, dort draußen,

Sah mich nicht

Und blieb auch übersehn von mir.

 

 

 

Der

Stützstock, den ich bei mir trug,

Weil mich das

Alter täglich einmal überraschte,

Und ich war noch jung,

Selbst dieser

Stab, den ich am Morgen aus der

Hecke schnitt, zerbrach am

Abend schon in Trockenheit.

 

 

 

Mein

Leben war so lückenlos und

Nirgends war ein

Ende, dass ich es nicht mehr ertrug,

Und neben mir bewohnten

Fremde meine Nachbarzimmer,

Und man zählte dort ganz systematisch

Alles, was sich zählen ließ,

Das wurde immer weniger,

Und was unzählbar wurde, strich man von der

Liste,

Und es war ganz gleich, ob diese

Anzahl starb, weil sie unendlich wurde

Oder einfach endete.

 


 

 

Aufschläge 6571 - 6573

 

Du hattest mich enteignet,

Das sei schlimmer als entleibt, so sagtest du,

Und eine

Namenlosigkeit zu tragen, sei ein

Tod auf Raten,

Und die erste Rate konntest du mir zeigen,

Und mein Eigen, das, was unangreifbar sei,

Wär auch schon fast in deiner

Hand:

Du sahst mich auf der Flucht

Und dir direkt in deine

Arme laufen.

 

 

 

Unser Haus war klein geworden,

Niemand konnte dort mehr sein,

Geheimnis wahren,

Alle Türen hatte man entfernt,

Und vorn am

Eingang hing ein

Schild mit Hinweis auf die absolute

Leere hier bei uns,

Und alle

Fenster waren eingeschlagen,

Und von außen schauten fremde

Menschen rein und kletterten an den

Fassaden und mit Leitern an die höchsten

Luken, um der

Leere nah zu sein.

 

 

 

Ich selbst saß auf dem

Hocker, der stand eng am Tisch,

Darunter lag mein

Wille, der war klein und ausgetrocknet,

Und ich trat versehentlich auf ihn,

Und fremd war mir das

Schweigen, das uns trennte,

Und hier oben durfte ich aus einer

Kiste einen Namen ziehen,

Der beschrieb das

Fach, in dem ich mich bei einer neuen

Suche wiederfinden sollte.

 


 

 

Aufschläge 6574 - 6576

 

Man rief nach mir, ein

Rufen, das ich ganz falsch deutete,

Man sagte:

„Du bist nun genesen, neu entstanden aus der

Krankheit,

Hinter dir liegt guter

Mut, der hat sich nun in Tapferkeit verwandelt,“

Und ich glaubte nur das eine,

Weil ich’s wusste:

„Wer entsteht, genest.“

 

 

 

In der

Heilung liegen oft die

Tränen, die ein

Tötungsmechanismus hinterlässt und den

Verdacht dazu, dass uns die

Trauer zwingt, die falschen

Dinge zu bedauern,

Und ich weinte offenbar um mich,

Und schmerzhaft musste ich mit eignen

Händen die vernähten

Wunden lecken.

 

 

 

Auf der

Treppe hingen große

Bilder aus der Altzeit, deren

Herkunft wir nicht wussten,

Und sie zeigten mich in allen

Lebensphasen,

Und auch einige, das war gewiss,

Sah ich darunter, die mich schon in meiner

Zukunft zeigten und bis hier

Verfolgten.

 


 

 

Aufschläge 6577 - 6579

 

Der

Bogen grellen Lichtes riss nicht ab,

Du sprachst von

Dingen, die vor meiner

Haustür standen, die ich anderen als

Abfall überließ,

Die kamen von weit her und suchten aus

Und wählten, kramten,

Und du sprachst zu mir von ihnen,

Und ich sollte ihnen alles, was ich hatte, überlassen,

Oder einfach liegen lassen, wo es war,

Und mit dir gehen,

Und du merktest nicht, dass ich ja selbst schon auf dem

Haufen lag und meine

Arme jedem

Sammler in die Arme legte

Und mich an sie klammerte,

Und deine Taschenlampe hatte einen

Viel zu schwachen Strahl bei deiner

Suche.

 

 

 

Am Hafen sah ich

Möwen fliegen und einander jagen,

Und ich sah den

Fluss und sah den Wind

Und sah in die Geräusche

Und sah alles, alles,

Und ich hörte keinen Laut,

So sehr erlebte ich im Leben,

Und als wirklich einmal deine

Augen schwiegen, deine

Ohren nichts erkannten,

Deine Hand dir deinen Mund verschloss,

Starb ich an dieser

Explosion der Stille.

 

 

 

Lange blieb ich nach dem

Sturz noch liegen,

Niemand hob mich auf,

Und keiner ahnte, dass hier eine

Rettung möglich war,

Und auch das

Vorjahrsstroh, an das ich lehnte,

War ganz feucht,

Es war ein Kind, das mir die

Spielzeugtrommel auf die

Knie und Schlegel in die

Hände drückte, dass ich mir den

Rhythmus schlagen konnte.

 


 

 

Aufschläge 6580 - 6582

 

Auf deinem

Kopf trugst du den kleinen roten Hut,

Man sah, dass dir die

Schönheit haften blieb,

Und deine kleinen

Schritte führten dich nicht fort,

Sie zeigten alles nur in immer neuer

Position,

Und nun gewahrte ich, wie deine ausgestreckten

Hände über deinem

Volk das Wort ergriffen,

Und das Volk gebar in seinem

Hunger wieder, wieder neuen Hunger,

Du jedoch entschiedst in deiner absoluten

Nähe über ihren

Tod, nicht über eines ihrer Leben,

Und wir anderen, auch ich,

Berührten, dicht gedrängt, das

Fenster, das uns von dir trennte,

Und es mochte jeden

Augenblick von unsrem

Ansturm brechen.

 

 

 

Auch die

Drähte, die uns aneinander reihten,

Konnten plötzlich reißen,

Und ich lebte neuerdings ganz ohne

Tagesinstrumente,

Und die

Zeit, die sich mir auftat, gestern noch das

Auge meiner Zukunft war,

Die setzte ich in meine

Stube,

Und sie lehrte mich ein

Kartenspiel in dem sich die

Erinnerung und die

Erwartung ohne Unterschied aus meinen

Händen auf den Holztisch werfen

Und verspielen ließen.

 

 

 

Deine

Tasche hing mit einem

Lederriemen an der Schulter,

Und du warfst so viel hinein, dass ich erstaunte,

Und auch andre kamen, die sich über ihre

Öffnung beugten,

Und sie legten große, schwere

Lasten ab,

Und als ich kam und nachsah, war die

Tasche leer und ohne Boden,

Und ich hätte nicht gewagt, die kleinste

Kleinigkeit

Hineinzuwerfen.

 


 

 

Aufschläge 6583 - 6585

 

Heute Morgen war ich voller

Zweifel, als ich ging,

Und unter mir bewegte sich ein

Weg, der mich nach vorne brachte,

Und mein Zweifel blieb,

Und als ich meine

Augen meinem Rücken lieh,

Entdeckte ich, dass eine tiefe

Spalte hinter mir den

Weg in seiner Mitte auseinander schob,

Und alles, was ich tat, blieb zweifelhaft:

Das Trinkglas, das ich anhob, war schon leer,

Bevor ich daraus trank,

Und Regen fiel aus blauem

Himmel, der benetzte meinen

Mantel nicht,

Und die

Passanten waren völlig nackt,

Und ihre Kleidung trugen sie,

Man sah es ganz genau,

Nach innen.

 

 

 

Ich verstand auch nicht, warum man

Wolken numerierte und mit

Drähten, die ich hier von unten aus bemerkte,

Aneinander nähte,

Und es spannte sich so schnell dies

Gitter über uns als

Himmelsbogen,

Der ging morgens auf

Und glühte nachts als tausendfaches

Fadenkreuz.

 

 

 

Sieh, in meiner

Wohnung lebte ich allein,

Und die, die mit mir lebten,

Waren nicht vorhanden,

Und mein

Mantel, der von dem ich grade sprach,

Schob immer seinen

Ärmel in die Tasche eines andren

Mantels oder hing sich ein in einen andren Ärmel,

Und er war doch ordentlich an der

Gard’robe aufgeräumt.

 


 

 

Aufschläge 6586 – 6588

 

Die

Mittagsstunde kam als stille

Wolke auf mich zu, die ich genoss,

Die

Ruhe hing in Bodennähe

Und war weit verbreitet,

Und die schwarzen

Punkte einer Tageszeitung fielen als ein

Ascheregen in die

Spur, die zu mir führte,

Ein betretner

Weg, den ich zurück würd gehen müssen,

Und die weißen

Beeren, die am

Bahndamm meiner Reise wuchsen,

Schossen als ein

Schneegestöber, an dem

Zug, in dem ich saß,

Vorbei.

 

 

 

Dieser

Tag war ganz genau wie jeder andere,

Und gestern war für mich schon heute Morgen

Oder wie man immer dieses

Wortspiel drehen wollte,

Und ich schrieb an dich die

Nachricht, die ich heut bekam,

Und sandte sie, weil ich mich nicht verstand,

Zurück an mich.

 

 

 

Ich wickelte ein

Farbenband um meine

Stirn,

Es färbte sehr,

Es drang mit seiner

Farbe unter meine Haut,

Verfärbte mich nun innerlich

Und einheitlich,

Ich kannte mich in mir bald nicht mehr aus,

Und alle Schnitte, die mich teilten,

Zeigten mich so völlig farbengleich im

Blut.

 


 

 

Aufschläge 6589 - 6591

 

In unsrem

Fenster hing ein winzig kleiner

Vogelkäfig, der bestand aus goldnem

Draht,

Das Vögelchen darin hat sich ein

Lied gesungen, das ich nicht vergessen kann,

Es sang von einem

Regentropfen, der an seinem

Fenster stand,

Der putzte sich sekundenlang die

Farben in der Sonne,

Stürzte dann, von Strahlen ausgebrannt, erloschen auf den

Fensterrahmen nieder und

Ertrank.

 

 

 

Das

Fest, das ihr so eifrig feiertet, war auch für mich,

Und auf der

Eintrittskarte, die ich mit mir brachte, stand mein

Name, der war leserlich,

Ihr hattet mich ja eingeladen,

Und es war kein Einziger zu sehen,

Keiner am Empfang und weit und breit kein

Gast,

Auch niemand der hier arrangierte,

Und es galt wohl alles, alles mir,

Und als ich ankam, tauchte man mich gleich in einen

Mantel einer Heiterkeit,

Der passte rundherum und überall

Und schloss mich völlig ein.

 

 

 

So stand ich auf dem

Dach und schwankte in dem

Wind,

Man konnte wirklich weiter sehen,

Wenn man höher stieg,

Und in dem

Schacht, den ich danach bestieg,

Sah ich, dass sich die

Tiefe auch unendlich dehnt

Und nirgends endet.

 


 

 

Aufschläge 6592 - 6594

 

In dem andren

Zimmer wurde man behandelt und geheilt,

Und hier, auf dieser

Seite wurde man gekränkt, verletzt

Und vorbereitet für den

Nebenraum,

Und irgendjemand rief mich an

Und fragte mich, ob ich verletzt sei,

Irgendwo, es sei ganz gleich, an welcher

Stelle,

Und ich zeigte wieder auf die blanken

Flecken meiner Haut mit der ich dauernd an die

Gitterstäbe stieß.

 

 

 

Jeder, hieß es, sollte an sie denken,

An die

Würde, die dem Menschen eigen sei,

Und du beschimpftest mich voll

Leidenschaft, die riss das

Pflaster von der rohen Öffnung

Und stieß tief hinein,

Und eine Würde, sagtest du,

Dürft keine andre stören

Und müsst teilbar sein in große und in kleine

Stücke.

 

 

 

Wir lebten auch mit einem

Völlig unbekannten Tier,

Und nur, weil niemand wusste,

Wie, wovon es leben, was es fressen, trinken mochte,

Blieb es uns am Leben,

Und wir überließen es sich ganz allein,

Und niemand sah es je,

Und keiner fragte irgendwann

Danach.

 


 

 

Aufschläge 6595 - 6597

 

Auf die

Stellung meiner Sonne nahm ich keine

Rücksicht,

Und ich ging zum

Marktplatz, der war leer,

Und hinter schrägen

Bäumen stand der

Wind mit leicht verschränkten Armen,

Und um diese hohe

Stunde lag sein Atem schlafend in den

Ästen,

Und es war kein

Mensch, kein Tier zu treffen, das war gut,

Und endlich hörte ich, wie sich die eignen

Schritte unabhängig von mir selber

Fortbewegten und an mir vorübergingen,

Und dies war der erste

Schritt, den ich ganz langsam zu mir

Machte.

 

 

 

Eine

Seitenstraße führte mich zu einem kleinen

Hafen,

Und ich roch die einzelnen

Erlebnisse,

Ich trank von dem

Gemisch aus Teer und Lindenblüten,

Und am Hafenbecken warf ich eines jener schwarzen

Netze über mich,

Und seine Fäden rissen nicht und hielten

Diesen großen

Fisch ganz fest am

Boden.

 

 

 

Später sah ich doch nach oben,

Wollte wissen, wie die

Sonne, unter der ich lebte, ihren

Tag begonnen hatte,

Und sie war schon längst vorbei gezogen,

Und es gab sehr viele

Leute, die die Stellung ihrer

Sonne nicht mehr wussten

Und auch nicht mehr danach

Fragten.

 


 

 

Aufschläge 6598 - 6600

 

Ein

Künstler saß den langen

Tag ganz eng am

Rande seiner Arbeit,

Und ich hatte ihm gesagt:

In einem

Mann lebt auch die Frau,

Und in der

Frau wird er einst sterben,

Und wir hielten unsretwegen unsre

Augen offen, um den

Tod gleich zu erkennen, der uns bergen sollte,

Und es war mein

Irrtum, denn die

Arbeit, die wir machten, hatte kein

Geschlecht und ungerecht war, was wir dachten,

Und es leben beide in dem Mann,

Der Mann, die Frau und umgekehrt

Auch er in ihr

Und sie in sich

Und er in sich,

Und was wir schufen war die reine

Kunst, die wir erkannten,

Und wir gingen auf sie zu.

 

 

 

Auch der lange

Draht, den du mit

Absicht in die Erde wachsen ließt,

Man sah ja nur den

Anfang, nicht das Ende,

Riss doch jeden, der von seiner

Länge wusste, mit sich in die

Tiefe bis ans

Ende.

 

 

 

Mir war eine ferne

Welt genug,

Sie saß in mir

Und ruhte sich dort aus

Und wartete auf den

Entdecker.

 


 

 

Aufschläge 6601 - 6603

 

Wir gingen auf dem

Weg,

Ich hatte in der Stadt den

Festtermin bekommen,

Und ich eilte,

Und du bliebst zurück,

Auch störten dich die

Zweige, die herüberhingen,

Und sie griffen nur nach dir,

Ich sah sie nicht,

Und deine Angst wurd größer,

Und sie hielt dich immer weiter hinter mir,

Und rückte dich nicht auf,

Und unter uns, das wusstest du,

Lief eine zweite

Straße, die war ohne jede

Schwierigkeit für dich,

Die würden wir am

Ende treffen,

Und du gingst von nun an keinen

Schritt mehr.

 

 

 

Aus den beiden

Fäden wollt ich eine

Schleife machen,

Die sollt nur zwei freie

Enden aneinander binden,

Weil sie sich im

Raum sonst nie getroffen hätten,

Und ich griff hier ein,

Und weit entfernt, soweit, dass man

Mir nicht berichten konnte,

Löste sich zur gleichen

Zeit der Faden aus der Schleife,

Die so lang gehalten hatte.

 

 

 

Man sprach von einem

Wert, der sei verborgen, tief vergraben,

Irgendwo versenkt im Wasser oder

Läge völlig offen, frei und unverhüllt,

Und ich war sicher, dass

Ich ihn in meinen leeren, ausgestreckten

Händen hielte und mit nichts von dort vertreiben

Oder sichtbar machen könnte.

 


 

 

Aufschläge 6604 – 6606

 

Ich sah das blaue

Eiskristall, es war der letzten

Nacht herausgebrochen, lag des

Tags nun noch im Weg

Und fesselte die

Augen, dass ich stehen bleiben musste,

Und von deinen Lippen hörte ich:

„Geh zu und lass das

Eis alleine wachsen,“

Und du zogst mich fort in warme Räume,

Und die

Bänder, die um meine

Augen lagen, tauten nicht und hinderten die

Blicke zwischen dir und mir zu wandern,

Und du sagtest noch, dies sei ein

Fall, der würde lange keine

Lösung finden.

 

 

 

Andrerseits schriebst du die

Lösung auf ein kleines

Stück des Zeitungsrandes,

Weil es dort noch frei war,

Und dir reichte dieser Platz,

Dann warfst du deine

Zeitung ungelesen fort und sagtest mir,

Die

Felder und die

Linien könnten so nicht mehr bestehen bleiben,

Und die neuen

Perspektiven lösten alles auf

Und zwangen dich und mich zu andrern

Dimensionen.

 

             

 

 

Ich suchte darauf hin in meiner

Nähe,

Und die Häuser weit dahinten

blieben in der Wahrheit unverändert gleich in ihrer

Größe und die andern Gegenstände auch,

Sie mochten noch so weit entfernt sein,

Und die

Schwierigkeit für mich war eigentlich, den

Reiter, der im Nebel auf mich zu kam, zu erkennen

Und ihn nicht für alles andere zu halten,

Als den

Reiter, den ich nicht erkannte.

 


 

 

Aufschläge 6607 - 6609

 

Über uns trug man die

Dächer ab,

Wir wussten nicht warum,

Und immer größer wurde eine

Blöße, der wir uns nicht mehr entziehen konnten,

Und es war ein

Unterschied, ob jemand kam und uns im

Freien antraf oder uns aus unsrer

Erde grub,

Und wir hier unten sammelten die

Nadeln, die man immer noch für den

Papiereinschlag der Blumen brauchte,

Steckten sie zunächst in die Papiertapete,

Und wir konnten sie nicht mehr

Für unsre Sicherheit benutzen,

Und man riss von außen immer heftiger an der

Verpackung.

 

 

 

In einem

Garten lag ein Boot, es zeigte mit dem

Kiel nach oben,

Und ich sah sofort die

Löcher, die im Boden waren,

Und ich fuhr mit diesem Boot die lange

Strecke in die Offenheit, die sich am

Himmel zeigte,

Und es kam, wie ich es schon befürchtet hatte,

Luft drang ein und ließ mich völlig

Untergehn in meiner kleinen

Freiheit,

Erst am Grunde angekommen stieg ich aus,

Das

Boot schlug um und blieb mit seinem

Kiel nach oben liegen,

Wo es lag.

 

 

 

Mir riss ein

Wind den Hut vom Kopf,

Die Öffnung traf uns beide,

Und ich griff ins

Haar, es fest zu halten,

Und der

Hut schlug sich die Hand

Vor seinen Mund,

Ich lief ihm nach,

Und er wich aus,

Der Wind wollt ganze

Arbeit machen,

Und es fiel ins

Wasser und schwamm nicht mehr auf,

Und alles, was ich dachte, warf ich hinterher

Und sah, wie es den

Wind beruhigte und friedlich stimmte

Und ihn sättigte,

Und dass er seine

Arbeit nun vollendet hatte.

 


 

 

Aufschläge 6610 - 6612

 

Wir litten unter einer

Bindungsenergie, die reichte über große

Strecken,

Und wir mochten uns, soweit es ging, entfernen

Und den anderen vergessen wollen,

Und es kam der

Zeitpunkt, der uns festhielt

Und uns zwang zurückzugehen, auf uns zu,

Und später fand man auch den

Grund für unsre

Umkehr, die sich dauernd wiederholte,

Und man hatte, noch in unserem

System, den

Überstern entdeckt,

Der stand seit langem zwischen uns

Und zog uns an

Und stieß uns ab in großen

Bögen.

 

 

 

Es war die

Hoffnung, die wir hatten,