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                                                   Gedicht der Woche

 

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An diesem Wochenende im Hotel

 

Wir, zwei Freundinnen, genossen

Eine Morgenfrühe in dem Garten des

Hotels.

Das Frühstück war verlockend, wurde uns

Gebracht, und wir ereiferten uns über

Andere, die waren nicht wie wir.

 

Der Freund der Freundin kam an unsren

Tisch und nahm sich aus dem

Brotkorb eine Leichtigkeit mit

Selbstverständlichkeit im Stehen.

Sie schob mit den Fingern ihrer linken Hand,

Vielleicht sich schön für ihn zu machen,

Dünnste Strähnchen ihrer Haare von der

Stirn und hinters Ohr.

Ihr Haar war etwas mehr als nackenlang,

Und schimmerte in Rötlich-Braun.

Zu Anfang war es glatt gekämmt,

Dann sprang es ganz am Ende, schon in

Schulternähe, herrlich auf zu Locken einer

Königlichen Krause.

 

Sie sah freundlich zu ihm hoch und sagte:

„Nur weil du mit mir geschlafen hast,

Darfst du noch lange nicht von meinen

Brötchen nehmen“.

Er ließ sein Gebäck sofort zurück ins

Körbchen fallen und bemühte ein

Zermürbtes Lächeln, weil er ihr nicht

Glaubte.

Darauf legte sie die rechte Hand darüber, dass er

Nicht auch noch nach Kaffee fragte.

Er ging fort.

 

 

 

Ich wagte einzuwenden:

„Gestern wart ihr euch noch einig,

Er dein Liebster und dein Schatz

Und plötzlich so“?

 

Sie aber:

„Ja, ich liebe ihn und trau mich nicht

Es ihm zu sagen.

Du verstehst es nicht und

Kannst es nicht verstehen.

Unsre Liebe könnte nur noch

Wochen halten, denn ich bin sehr

Krank, mein Herz versagt.

 

Ich wage nicht, ihn aufzuklären.

Besser ist, er glaubt, dass ich nur mit ihm

Spiele.

Doch in Wahrheit ist er meine übergroße Liebe,

Das beweis ich mir auf diese Art.

In seinen Armen, und nur dort

Bin ich daheim.

 

Stets wünschte ich ein Leben, das

Ich noch nicht kannte, grad wie dies.

Es wäre jedoch Lug und Trug, so wie ich bin,

Mit all der Liebe und dem

Glücklich-werden-wollen,

Mich ihm an die Hand zu geben.

Unsre Zukunft ist zu kurz für zwei

Und viel zu kurz für

Zwei Vergangenheiten.

 

 

 

Nur den Augenblick will ich

Erleben.

Nein, ich möchte ihn nicht

Leiden sehen.

Er soll lieber denken, dass ich mir nichts aus ihm

Mache“.

 

Ich entgegnete:

„Ist das nicht unerträglicher als deine

Wahrheit, und vielleicht gibt es noch

Eine Möglichkeit“.

 

Sie sagte ohne Trauer in der Stimme:

„Jede Aussicht haben wir geprüft,

Es gibt nur Aufschub, der ist

Ungewiss und sehr, sehr kurz,

Es liegt in meinen Genen,

Und ich frage nicht, was schlimmer ist,

Für mich zählt es, geliebt zu werden,

Aber mehr, viel mehr als das,

Bedeutet mir es, selbst zu lieben.

Er verzeiht mir, dass ich manches Mal,

Zu unnahbar und schroff,

Ihn scheinbar von mir weise“.

 

Meine Freundin starb an diesem

Wochenende im

Hotel.

 

 

 

Harald Birgfeld aus: Großes Liebestestament

Copyright 2017 beim Autor, Harald Birgfeld.