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Die Entdeckung der eigenen Zeit, 2019

 

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Wenn ich bedenke,

 

neue Gedichte 2019 (im Entstehen)

 

Copyright, Urheberrecht 2019 beim Autor, Herausgeber, Redakteur: Harald Birgfeld,

e-mail: Harald.Birgfeld@t-online.de

 

"Es lohnt sich, einmal einen heutigen Dichter kennen zu lernen, der mit der deutschen Sprache einen faszinierend fremden Weg betritt und trotzdem dem Leser Freiraum lässt für eigene Gedankengänge, ohne dass die Probleme in erhobener Zeigefingermanier zu zeitkritischen Trampelpfaden werden." (1986: Gutachten)

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Als ich entdeckte

Antrag auf ein eignes Kind

Basilikum

Damals

Deine Kammer

Der Schatten eines Blattes

Der Traum

Du in meiner Zeit.

Du sagtest „Uns“

Du sprachst von „Wir“.

 

 

 

Ein Liebeslied

Eine Blumenblüte

Ich sah den Grund

Ich traf auf meine Zeit.

Ich wollte dich mit mir beschenken

Mich blendete die Schwärze

Mir begegnete ganz unerwartet

Spiegelbild

 

 

 

Wenn ich bedenke

Wir waren beide damals noch

Wir waren in Beschleunigung

 

 

 

Wenn ich bedenke

 

Wenn ich bedenke, dass ich immer noch

Gedichte schreibe,

Namenloser Rufer in der Wüste bin,

Und meine Malerei mit Worten

An den Dünen nur versandet,

Sollt ich lieber schweigen?

Eingestehen, dass ich

Gar auf falscher Seite steh?

 

 

 

Nein, meine Bilder,

Sind mir liebe Kinder, die mit freiem

Blick ins Ungeschehen schaun und

Sich voll Zuversicht

Dem Leben anvertraun.

 

 

 

Spiegelbild

 

Wir hörten ein

Gedicht, das ging an mir vorbei

Und blieb bei dir, die ich doch lange kannte,

Stehen,

Und es fühlte deinen Puls,

Und später sagtest du einmal,

Es wäre dir, als hätten deine

Worte ein Gedicht geschrieben,

Und es sei doch nur ein lang vermisstes

Schiff am Horizont erschienen

Und vorbei gefahren.

 

 

 

 

Anderntags sah ich dich dann am

Rand des Wassers sitzen,

Und du schautest in dein

Spiegelbild, das fandst du schön

Und zauberhaft

Und griffst hinein

Und immer wieder schnell nach dir,

Dir nah zu sein.

 

 

 

Als ich entdeckte

 

Als ich entdeckte,

Dass du nur dein

Abbild warst,

Schnitt ich dich aus

Und zündete dich zwischen spitzen

Fingern an

Und hielt dich fest

Und sah dir ins

Gesicht, das änderte sich in den Flammen

Nicht.

 

 

 

 

Ich wollte dich mit mir beschenken

 

Geschenkt nahm ich dich nicht,

Ich wollte dich mit mir beschenken,

Und du nahmst von mir nichts an,

Und in dem

Geld, du hattest viel davon,

Und alles war für mich geplant,

Wär ich ertrunken,

Und, so eng wie ich mit dir verbunden war,

Würd zwischen uns dein

Wunder nicht geschehen können.

 

 

 

 

Ein Liebeslied

 

Du sangst für mich ein

Liebeslied, das klang mir schön und warm,

Und deine

Füße warfen in dem Tanz die

Schuhe ab,

Und sie bewegten sich auf mir,

Ich war aus

Panzerglas, das brach nicht

Und das riss nicht ein

Und hielt dir stand.

 

 

 

 

Eine Blumenblüte

 

Auf dem

Weg lag eine Blumenblüte,

Die ich an mich nahm,

Und wochenlang lag sie ganz frisch

Auf meinem Tisch

Und schien in ihrer

Pracht zu wachsen ohne

Dass ich sie bewässerte,

Sie welkte nicht,

Ich hatte den

Verdacht, dass sie in jeder

Nacht erneuert würde,

Und ich kümmerte mich nicht darum,

Und kannte mich in dem

Betrug nicht aus.

 

 

 

 

Mich blendete die Schwärze

 

Wir waren auf dem

Flur, dort stand nur eine Lampe,

Und dein

Fuß ließ sie verlöschen,

Und es war so plötzlich

Und so völlig dunkel,

Das ich dich nicht mehr begriff

Und keine

Wand mehr fand,

 

 

 

Mich blendete die

Schwärze tiefer als die

Dunkelheit um mich.

 

 

 

Der Traum

 

Du sagtest nichts zu mir von unsrer letzten

Nacht,

Mir hatte jemand meinen

Angstschweiß abgetupft,

Und morgens gab es nichts,

Das uns erinnerte,

 

 

 

Es mochte auch der

Traum noch nicht zu

Ende sein,

Das wusstest du vielleicht.

 

 

 

Der Schatten eines Blattes

 

Auf deinen

Mund fiel leicht der

Schatten eines Blattes,

Und er legte sich auf meinen letzten

Kuss,

 

 

 

Der stieg in dieses

Schiffchen, und fuhr, als es sich bewegte,

Auf und ab

Und wollte von dem

Boot nicht lassen.

 

 

 

Antrag auf ein eignes Kind

 

Wir teilten alles ein,

Du plantest weit voraus den

Antrag auf ein eignes

Kind, das würde uns erst fremd sein,

Und die

Mutter lebte weit entfernt

Und von dem

Vater wusstest du nur wenig,

Und es gab an dir kein

Zeichen, das Begierde weckte,

Und die Zeit mit dir

Wurd schließlich aufgeteilt von mir in kleine

Winkelfelder,

 

 

 

Keines davon musste ich bestellen,

Und in meinem

Schrank hielt ich noch einen

Frauenrock versteckt.

 

 

 

Ich sah den Grund

 

Du liebtest mich,

Das hattest du gesagt,

Und meine

Antwort hättest du wohl gern gehört

Und sagtest gleich,

Dass ich dir nichts zu sagen brauchte,

Und mit deinen

Händen schöpftest du ein wenig frisches

Wasser, das du mir entgegen hieltst,

 

 

 

Es schwamm kein

Fisch darin,

Ich brauchte es auch nicht zu trinken,

Und es war nur eine liebe

Geste, die du machtest,

Und ich sah den

Grund, der war nicht

Tief.

 

 

 

Deine Kammer

 

In der

Laube fand ich dich auf einer

Bank, die stand im Freien,

Und es schützte dich das

Dach darüber,

Und du ludst mich ein,

Es käme gleich der weiche, warme

Regen, den du allzu gerne mit mir teilen würdest,

 

 

 

Und ich setzte mich, so eng es gehen mochte,

Neben dich,

Und niemand, warst du sicher, würde deine

Kammer jemals finden,

Und sie bliebe auch vor mir

Geheim.

 

 

 

Basilikum

 

Ich roch an dem Gewürz,

Das war Basilikum, und biss

Hinein,

Es war ein Biss der schmerzte in

Erinnerung.

Mein Herz ging auf.

 

 

 

Ich lag auf einem Tisch,

Man operierte mir Erinnerung

Und pflastere die

Wunde mit Basilikum.

Ich lag in einer Notaufnahme.

 

 

 

Du sagtest „Uns“

 

Du sagtest „Uns“

Und meintest

Dich und mich und

Dir und mir und

Raubtest so von meiner Zeit das

„Mein“.

 

 

 

 

Wir waren in Beschleunigung

 

Wir waren in Beschleunigung

Und waren schnell als Licht,

Und hinter uns verschmolzen

Zwischenräume,

Deine Zeit und meine Zeit  zu

Andrer Zeit.

 

 

 

 

Wir waren beide damals noch

 

Wir waren beide damals noch

In Trauer, als wir

Aufeinander trafen.

Außenstehende verstanden nicht,

Dass wir einander völlig

Gleichen mussten.

 

 

 

 

Du sprachst von „Wir“.

 

Du sprachst von „Wir“.

Ich war noch nie

In einer andren Zeit

In deiner Zeit.

 

 

 

 

Mir begegnete ganz unerwartet

 

Mir begegnete ganz unerwartet

Meine Zeit

Am Rand der Kaffeetasse.

Mehr war nicht.

 

 

 

 

Ich traf auf meine Zeit.

 

Ich traf auf meine Zeit.

Sie war in sich gefaltet.

Mich erkannte sie

Nicht mehr.

 

 

 

 

Du in meiner Zeit.

 

Du in meiner Zeit.

Ich glaube dir,

Doch bin ich dir dort nie

Begegnet.

 

 

 

 

Damals

 

Damals fing kein Satz

Mit „damals“ an,

Und heute brennt mir immer noch

Die ungestellte Frage nach der einen

Antwort auf den

Lippen.