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Harald Birgfeld, Webseite seit 1987/ Website since 1987

 

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Die Entdeckung der eigenen Zeit, 2019

 

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Die Entdeckung der eigenen Zeit.

Lebensnahe Beispiele, Grundsätze und Erläuterungen sollen den Leser die Wahrnehmungen von Ereignissen und Entdeckung miterleben und Wirklichkeit werden lassen. 

Inhalt:
Die Entdeckung der eigenen Zeit versucht an Beispielen den spannenden Unterschied zwischen eigener Zeit und anderer Zeit herauszufinden und ein Bewusstsein über den Umgang damit zu schaffen. 
Was ist Zeit, und was ist eigene Zeit. 
Grundlage ist die Erkenntnis des Autors, was Zeit ist. 
Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses. Der Schluss daraus: 
Ohne Wahrnehmung gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

 

Die Entdeckung der eigenen Zeit,

 

2019

 

Harald Birgfeld

 

Jetzt „Die Entdeckung der eigenen Zeit“ direkt online bestellen sowie im Buchhandel,

92 Seiten, Hardcover, Format A5.

 

€ 14,99 inkl. MwSt.

 

Zum Buchshop

ISBN 9783749428793

 

Die Entdeckung der eigenen Zeitist auch in den USA, Großbritannien und Kanada unter obiger ISBN und bei abweichenden Preisen bestell- und lieferbar.

 

Auch als E-Book,

€ 5,49

 

Zum Buchshop

 

ISBN 9783749411382

 

 

Buchtitel,

Inhaltsverzeichnis

 

 

Copyright 2019 beim Autor.

Herausgeber, Autor, Redakteur: Harald Birgfeld., e-mail: Harald.Birgfeld@t-online.de

Harald Birgfeld, geb. in Rostock, lebt seit 2001 in 79423 Heitersheim. Von Hause aus Dipl.-Ingenieur, befasst sich der Autor seit 1980 mit der Erklärung und Begründung von Zeit.

Es erschienen 2014:

 

Fünf Veröffentlichungen/Five Publications (deutsch/englisch),

32 S. Format A5

 

Theorie und Utopie der eigenen Zeit,

 

Theorie und Utopie der anderen Zeit.

 

Ergänzend dazu nun:

Die Entdeckung der eigenen Zeit

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Zeit, meine Zeit, meine eigene Zeit, eigene Zeit und andere Zeit           

 

Als Beobachter            

 

Zeit ist abstrakt            

 

Grundsätze und Beweis und Zeugnis

 

Altern, Gegenwart, Vergessen, Rückgewinnung von eigener Zeit, Erinnerung und Gewohnheit         

 

Glück, Erfolg und Vorfreude              

 

Verzeihen und Träume            

 

Die Wahrnehmung eines Ereignisses

 

Unglück, Panik, Neugier         

 

Zeit stehlen, sich Zeit nehmen, Lügen, Zeitdieb und mir läuft die Zeit davon

 

 

 

 

Schutz der Umwelt, Menschenrechte, künstliche Intelligenz         

 

Eifersucht, Krankenhaus und Friedhof

 

Schmerzen, Leiden, Phantomschmerzen, Seelenqualen           

 

Liebe  

 

Zuneigung, Abneigung und Widerwillen

 

Treue, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit

 

Künstler, Künstlerinnen und Kunst

 

Verführerisch, überzeugend, herrisch

 

Politik, Mitleid

 

Verantwortung

 

Trost

 

 

 

Gleichzeitigkeit

 

Entgegenkommen, Verfallen sein

 

Medium, Muse

 

Hass, Neid, Betrug und Verrat

 

Begehren, Verlangen, Leidenschaft

 

Treue, Ehrlichkeit

 

Kindheit

 

Liebeskummer

 

Schönheit

 

Liebespost

 

Traumtänzer

 

Mut, Tapferkeit

 

Genie, Held

 

 

 

Zeit, meine Zeit, meine eigene Zeit, eigene Zeit und andere Zeit

 

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Wahrnehmung, Zeit und Ereignis bedingen einander.

 

Meine Zeit gibt es nicht.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Was sind Zeit, meine Zeit, meine eigene Zeit, eigene Zeit und andere Zeit?

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine Zeit“ gibt es nicht.

Eigene Zeit ist etwas anderes als so genannte „meine Zeit“. Zeit an sich ist unpersönlich. Wenn ich mich aber selbst, also meinen Körper, meine Existenz, meine Seele, meinen Glauben usw. als Ereignis wahrnehme, entsteht „meine eigene Zeit“.

 

Bei der eigenen Zeit, also dem Wahrnehmen eines Ereignisses, hat der Beobachter die einzige Gelegenheit, eine wahrheitsgetreue, eine für ihn wahrheitsgetreue, Aussage zu machen. Andere Zeit kann er nicht als wahr wiedergeben und bezeugen, auch wenn viele Menschen dies einfach tun, und meine eigene Zeit ist durch sein Ich in den meisten Fällen verfälscht, wird aber fast ausnahmslos als die reine unumstößliche Wahrheit empfunden.

 

Zurück zu meine Zeit.

Wenn ich z.B. in einer Arztpraxis lange auf einem Stuhl gesessen habe und mich schließlich davon erhebe, ist die Sitzfläche zwar angewärmt, aber es ist nicht meine Wärme. Wärme ist wie Zeit immer unpersönlich. Trotzdem habe ich meine eigene Wärme an den Stuhl abgegeben. Die eigene Wärme trage ich in mir, an mir, mit mir und nur ich empfinde meine eigene Wärme als meinen Besitz und mein Eigentum. Wärme an sich kann mir aber nicht gehören. Auch der Nächste, der auf meinem Stuhl Platz nimmt, kann die verbliebene Wärme empfinden ohne an den Spender denken zu müssen. Er kann von ihr Besitz ergreifen, sie aber nicht zu seinem Eigentum machen.

Wärme und Zeit sind abstrakte Begriffe. Konkret gibt es für Wärme Begriffe wie z.B. Durchgangswärme, Übergangswärme und Strahlungswärme. Sie bringen den abstrakten Begriff Wärme in eine gewisse Realität. Diese Begriffe der Wärme sind dann nicht mehr abstrakt.

Der Begriff, Zeit, ist auch abstrakt. Er wird aber durch den Begriff, die Zeit, eingeengt mit Maß- und Messmethoden, in einer gewissen Realität definiert. Damit ist der Begriff, die Zeit, nicht abstrakt. Begriffe wie Zeitenwende, Zeitlupe, Zeitraffer, Jahreszeiten usw. gehören auch dazu.

 

Eigene Zeit und meine eigene Zeit unterscheiden sich in erheblichem Maß.

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen, die um mich herum passieren können. Ich kann sie nicht immer wirklich wahrnehmen. Nehme ich sie nicht wahr, passieren sie auch nicht in eigener Zeit. Viele Ereignisse passieren wie man weiß, ohne dass jeder davon Kenntnis nimmt oder nehmen kann. Sie ereignen sich möglicherweise in anderer Zeit, werden also von anderen und nicht mir wahrgenommen. Meine eigene Zeit schließt die Wahrnehmung sämtlicher Ereignisse außerhalb meines Körpers nicht mit ein. Wahrnehmungen des eigenen Ichs, wie vielleicht Liebe, Hoffnung, Glaube, Hunger, Durst, Verzweiflung usw. können schnell in Realität zu Wahrnehmungen von Ereignissen und damit zu eigener Zeit werden. Nur die eigene Zeit lässt mich teilhaben an der Wahrnehmung von Ereignissen, die außerhalb meines eigenen Ichs liegen. Der Versuch, nur meine eigene Zeit zum Maßstab meines Lebens zu machen, kann schnell z.B. zu Verfremdung, Bauchnabelschau und Egoismus führen.

 

Was ist andere Zeit?

 

Bei der Wahrnehmung eines Ereignisses durch mich entsteht eigene Zeit. Bei der Wahrnehmung eines Ereignisses nur durch einen anderen oder eine andere vergeht für mich keine Zeit. Für den anderen, die andere jedoch währt diese andere Zeit, solange er bzw. sie das Ereignis wahrnimmt. Es vergeht für ihn oder sie, aus meiner Sicht, nicht eigene Zeit sondern andere Zeit. Sie selbst nehmen aber ihre eigene Zeit wahr. Von ihr kann ich in eigener Zeit nur z.B. durch Beobachtung, durch Erfahrung, durch Zuhören, durch Vergleichen usw. erfahren. Dies sind dann Ereignisse, die ich nicht direkt sondern nur indirekt wahrnehmen kann. Werden sie aber z.B. scheinbar gleichzeitig durch mich und durch einen anderen bzw. eine andere wahrgenommen, dann vergeht für mich eigene Zeit, aber niemals andere Zeit wie für den anderen, die andere.

Normalerweise befindet sich der andere in den gleichen Lebensverhältnisses wie ich und erlebt eine vergleichbare Wahrnehmung eines Ereignisses. Meine eigene Zeit und seine andere Zeit sind grob gesagt ähnlich. Ändern sich die Umstände aber gravierend, hat dies auch gravierende Schlüsse zur Folge.

 

Ein klassisches Beispiel dafür ist die Beobachtung von Ereignissen in Teilchenbeschleunigern. Die dort zur Kollision gebrachten Protonen werden zwar nachgewiesen, die Ereignisse finden aber in anderer Zeit statt. Die aus den Nachweisen der Ereignisse gemachten Aussagen können daher keine direkte Aussage über die bei der Kollision herrschenden Verhältnisse machen. Die sind zeitlich völlig anders als diejenigen, in welchen sich der Beobachter befindet. Die Kollisionsprotonen können z.B. kürzer und schwerer sein als die Ur-Protonen, und sie befinden sich, wegen der extrem hohen Bewegungsgeschwindigkeiten, verglichen mit dem Beobachter, praktisch in einem zeitlosen Raum, in einer völlig anderen Zeit.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines eigenen Ichs. Sie ist anders als die Wahrnehmung von Ereignissen anderer in anderer Zeit. Erst im Vergleich der Wahrnehmungen von Ereignissen anderer in anderer Zeit mit Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit kann eigene Zeit bewusst werden.

 

 

Als Beobachter

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Als Beobachter erlebe ich eigene Zeit in der Wahrnehmung eines Ereignisses und mache sie somit für mich erfahrbar, aber auch unterscheidbar gegenüber der Wahrnehmung anderer Ereignisse oder solcher durch einen anderen Beobachter. Jedes Wesen erlebt eine andere, unterschiedliche eigene Zeit in der Wahrnehmung eines Ereignisses.

Ein Beobachter nimmt immer in eigener Zeit wahr. Die ist anders als die, aus welcher heraus ein Ereignis, z.B. von anderen, wahrgenommen wird. Dieser Unterschied ist im Alltag nur selten gravierend. Es scheint, dass alle, die meinen, das Gleiche zu erleben, dieses auch in der gleichen Zeit erleben. Das ist aber ein Irrtum.

Die meisten meiner Beobachtungen oder Wahrnehmungen von Ereignissen in meinem unmittelbaren Umfeld, finden unter Umständen statt, die mir und den meisten anderen aus dem eigenen Leben und eigener Lebenserfahrung her bekannt sind. Scheinbar sind sie daher mit Beobachtungen oder Wahrnehmungen anderer nicht nur vergleichbar sondern sogar identisch.

Erst, wenn die Verhältnisse zwischen mir und einem anderen als Beobachter desselben Ereignisses gravierend unterschiedlich sind, wird dies auffällig und die Schlussfolgerungen ändern sich gewaltig. Ereignisse, die von mir beobachtet werden und, zusammen mit einem anderen Beobachter z.B. unter hoher Geschwindigkeit, hohem Druck, großer Langsamkeit, äußerster Geringfügigkeit, größter Entfernung, starkem Lichteinfall und extremer Wärme stattfinden, lassen die Annahme, dass diese Ereignisse unter gleichen oder auch nur ähnlichen Zeiten wahrgenommen werden, nicht mehr zu.

Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit und solchen in anderer Zeit müssen dann völlig unterschiedlich sein, weil sich geometrische Maße, physikalische, biologische, chemische, psychologische und physiologische Zustände in dem Maß verändern, dass man von neuen Welten, Dimensionen und Umständen sprechen muss. In unter solchen Umständen beobachteten Ereignissen währen Zeiten, die in sich unterschiedlich und mit eigenen Zeiten nicht mehr oder überhaupt nicht vergleichbar sind.

Als Raumflieger, Astronaut z.B., kann ich ein Himmelsobjekt beobachten wie ein sich gleichzeitig auf der Erde befindender Bewohner. Wir beide erleben scheinbar das gleiche, nämlich einen stillstehenden Himmelskörper. Die bei mir in eigener Zeit verlaufende Beobachtung des Himmelskörpers, die Wahrnehmung meines Ereignisses, ist eine völlig andere als die des Beobachters von der Erde aus. Dieser Beobachter sieht den Himmelskörper in anderer Zeit. Schon allein durch die Tatsache, dass sich der Himmelskörper von uns beiden unterschiedlich weit entfernt befindet und somit sein sichtbares Licht für den einen länger unterwegs ist, als für den anderen, bedingt einen Zeitunterschied bei seinem Empfang durch den Beobachter. Ablenkung der Strahlen, die von dem Stern kommen, durch andere Medien bedingen weitere Unterschiede.

Ich möchte sogar so weit gehen und sagen oder behaupten, dass diese Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit und jene in anderer Zeit sich auf unterschiedliche Objekte der Beobachtung und nicht auf die gleichen, jedenfalls nicht auf dieselben, beziehen. Dafür gibt es aber weder Beweise noch Nachweise. Es bleibt also reine Utopie solches anzunehmen.

 

 

Zeit ist abstrakt

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

 

Meine Zeit gibt es nicht.

 

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

 

 

Die eigene Zeit ist nicht meine Zeit. Zeit an sich ist abstrakt und nicht vergleichbar. Sie gehört niemandem und zu nichts. Nur das Maß einer Zeit, über das und deren Messmethoden man sich allerdings einig sein muss, ist vergleichbar. Diese Maße können nicht empfunden werden. Man nennt diese Zeitmaße die Zeit. Wir kennen dafür die Begriffe wie z.B. Sekunde, Minute, Stunde, Jahre, Jahrhunderte usw. Jede Wahrnehmung eines Ereignisses hat dagegen eine eigene Zeit. Es wird nicht jedes Ereignis wahrgenommen, deshalb währt auch nur bei wahrgenommenen Ereignissen Zeit.

Das liest sich vielleicht fremd und ist doch vertrauter als geglaubt. Sicher nehmen die Menschen mehr oder weniger andauernd Ereignisse wahr, aber was hat das mit der Zeit oder mit Zeit zu tun? Gibt es keinedie Zeit“?

 

Einige Grundsätze und Beispiele mögen das ein wenig näher bringen. Es ist dabei einfach, so zu tun, als wenn alle Menschen gleichermaßen empfinden würden oder es sie betreffen könnte. Das möchte ich aber nicht behaupten, denn ich bin nur ich und nicht ein anderer oder eine andere.

Endet die Wahrnehmung von Ereignissen weitgehend oder ganz, dann endet auch Zeit weitgehend oder ganz. Zeit währt dann nicht und sie vergeht nicht, sie hört auf zu sein oder steht mir neu mit anderer Wahrnehmung eines Ereignisses zur Verfügung. Sie ist Teil der Wahrnehmung eines Ereignisses wie z.B. Länge, Breite, Höhe, Farbe, Klang und weitere Dimensionen.

 

 

Grundsätze, Beweis und Zeugnis

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Die Wahrnehmung eines Ereignisses ist kein Eigentum.

 

Mit der Wahrnehmung eines Ereignisses währt immer eigene Zeit oder andere Zeit solange das Ereignis wahrgenommen wird.

 

Das Wahrnehmen eines Ereignisses kann nicht rückgängig gemacht werden.

 

Ich kann die Wahrnehmung eines Ereignisses nicht ungeschehen machen, und es gibt keinen Beweis dafür.

 

Jeder sogenannte Beweis könnte nur ein Nachweis sein.

Ein Beweis müsste wiederholbar sein, und seine Richtigkeit und Gegenwärtigkeit müsste jederzeit wieder hergeleitet werden können.

Ein Beweis scheitert schon allein an der Gegenwärtigkeit, die nicht wiederholbar ist.

Das Wahrnehmen eines Ereignisses kann ich leugnen, es ignorieren, darüber schweigen oder das Ereignis falsch wiedergeben, aber beweisen kann ich es nicht.

Die Wahrnehmung eines Ereignisses lässt sich nicht delegieren, nicht übertragen, nicht verschenken und z.B. nicht vererben.

Ich und jeder andere können nur Zeugnis über die Wahrnehmung eines Ereignisses ablegen z.B. in Wort und Schrift, in Bild und Ton usw.

Die krassesten unbestreitbarsten Zeugnisse aber darüber, also über eigene Zeit, meine eigene Zeit und andere Zeit, erfolgen immer und nur durch die menschlichen Sinne, Fühlen, Schmecken, Riechen, Hören und Sehen. Jede indirekte Wahrnehmung lässt sich stets darauf zurückführen.

 

 

Altern, Gegenwart, Vergessen, Rückgewinnung von eigener Zeit, Erinnerung und Gewohnheit

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

 

 

Wird Altern als Zeitbegriff benutzt wird, ist das unrichtig und führt zu Irrtum, weil das Altern doch eindeutig und immer physikalischen, biologischen oder auch chemischen Prozessen unterliegt. Nur diese Prozesse können von mir wahrgenommen werden, einzeln oder komplex, aber nicht das Altern oder die Alterung als Ganzes. Alterung oder Altern sind übergeordnete Begriffe, vielleicht Sammelbegriffe. Sie bedingen immer Vergleiche wie früher und später oder vorher und nachher, welche wiederum eigene Wahrnehmungen sind, die eine eigene Zeit andauern.

Zeit an sich währt, dauert, vergeht also mit der Wahrnehmung eines Wesens eines Ereignisses und endet auch damit oder ist zu schwach und wird vergessen oder wird zur Erinnerung.

Ist also Zeit ein Teil der Wahrnehmung eines Ereignisses, dann verstreicht, währt und vergeht diese mit der gleichen Geschwindigkeit mit der das Ereignis wahrgenommen wird. Es entstehen Beschreibungen wie schnell und langsam. Geschwindigkeit ist dabei zu verstehen als schnell oder langsam fortschreitende individuell empfundene Wahrnehmung des Ereignisses.

 

Gegenwart ist ein anderes Beispiel.

Ich erlebe meine Gegenwart bei genauer Beobachtung als eine Vielzahl von Ereignissen, die sich in schneller Folge oder langsam aneinander reihen oder gleichzeitig zu passieren scheinen oder sogar passieren. Nicht alle Ereignisse jedoch werden von mir wahrgenommen sondern nur die von mir Wahrgenommenen lassen Wahrnehmung, also eigene Zeit, vergehen. Überschlagen sich die Ereignisse, kann es sein, dass sich auch die Wahrnehmung überschlägt oder es zu einem Stillstand kommt oder jede andere Möglichkeit der Wahrnehmung diese für mich Wirklichkeit werden lässt. Wahrnehmung ist also immer verbunden mit Realität, Wirklichkeit. Selbst die Wahrnehmung in Träumen, auf die ich später kommen werde, ist in diesem Sinn Wirklichkeit und sie dauert meine eigene Zeit. Träume, auch wenn sie nicht erinnert werden, sind bzw. waren stets Gegenwart.

 

Vergessen verschafft eigene Zeit, bzw. Vergessen kann die Rückgewinnung von eigener Zeit sein. Vergessen ist nicht zu verstehen als das absichtliche Verdrängen von Erinnerung und Gedenken. Das wäre möglicherweise eine Frage nach Moral oder Schuld oder fehlender Einsicht. Vergessen hat auch nichts damit zu tun, dass sich Schuld anderer nicht übertragen lässt. Schuld anderer ist deren Verantwortung. Schuld und Verantwortung lassen sich nicht delegieren, nicht übertragen, nicht verschenken und z.B. nicht vererben.

Ein Ereignis, an das ich mich erinnere, wird von mir so lange und immer wieder wahrgenommen wie die Erinnerung anhält. Es vergeht dabei jedes Mal neu eigene Zeit. Fehlt diese Erinnerung gänzlich, kann das Ereignis nicht mehr wahrgenommen werden und die Wahrnehmung, eigene Zeit, nicht verstreichen. Vergessen steht in diesem Sinn direkt im Zusammenhang mit Erinnerung. Vergessen verschafft eigene Zeit. Sie wird zurück gewonnen. Fehlende Erinnerung lässt keine eigene Zeit verstreichen. Auch dies ist eine Rückgewinnung von eigener Zeit. Ähnlich ist es anscheinend mit Gewohnheit und Glück.

 

Gewohnheit lässt die Erinnerung schnell schwach werden und die Wahrnehmung eines Ereignisses findet kaum noch statt. Es vergeht wenig eigene Zeit. Es findet eine Art Rückgewinnung von eigener Zeit statt, eigener Zeit, die mir zur Verfügung stünde, wenn ich neu die Wahrnehmung eines anderen Ereignisses hätte. Das Wahrnehmen eines Ereignisses kann ich nicht immer verhindern oder vermeiden, ich kann es auch nicht immer erzwingen. Sehr oft gerät es durch Gewohnheit in Vergessenheit.

Wenn ich z.B. einen fremden, fernen Stern nicht wahrnehme, findet dieses Ereignis auch nicht statt und es vergeht keine eigene Zeit, obwohl ein anderer mir später von einer solchen Wahrnehmung berichten könnte. Der Himmel ist voller Sterne, die ich alle nicht wahrnehme. Bei einer Sternschnuppe kann es etwas anders sein. Ihren Weg verfolge ich vielleicht über eine oder zwei Sekunden. Dabei nehme ich diesen Himmelskörper wahr und es vergeht eigene Zeit. Die eigene Zeit aus nicht wahrgenommenen Ereignissen steht mir für andere Wahrnehmungen zur Verfügung. Verzichte ich auf sie, habe ich Gewinn an eigener Zeit.

Fehlt auch Verzicht, vielleicht aus Gewohnheit, tritt schnell Langeweile ein. Langeweile setzt oft oder meistens den Zustand der Rückgewinnung von Zeit fort oder sogar voraus.

 

 

Glück, Erfolg und Vorfreude

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

 

 

Mit Glück hat es eine ganz eigene Bewandtnis, allein schon deswegen, weil man sich Glück nicht „vornehmen“ kann. Wünschen kann ich es mir, aber ich kann es mir nicht vornehmen oder beschaffen wie eben die Erinnerung oder Gewohnheit. Selbst der Erfolg, der ein großes Glück sein kann und oft mit großer Erleichterung verbunden ist, hat viel mit Vergessen gemeinsam. Glück und Erfolg kommen sehr oft überraschend und werden noch nicht einmal immer gleich oder überhaupt wahrgenommen. Glück und Erfolg sind also nur dann Ereignisse der Wahrnehmung, wenn ich diese zur Kenntnis nehme. Bis dahin allerdings sind sie eine enorme Rückgewinnung von eigener Zeit. Aber auch die wird nicht immer als solche wahrgenommen. Wird sie jedoch als solche entdeckt, kann diese gewonnene eigene Zeit das Glücksgefühl und das Erfolgserlebnis gewaltig erheben. Gewohnheit, Glück und Erfolg sind wie nicht beachtete Sterne am Abendhimmel. Erst als Sternenschnuppe erhalten sie Bedeutung und werden wahrgenommen. Gewohnheit, Glück und Erfolg haben noch eine weitere große Gemeinsamkeit. Alle drei sind bis zu ihrem Eintreffen Arten des Vergessens, des sich nicht Erinnerns und rufen bis dahin auch kaum Wahrnehmungen als Ereignisse hervor.

Werden sie jedoch wahrgenommen, sind sie bereits geschehen. Sie werden bis dahin höchstens als ein Zustand wahrgenommen. Sicher, Vergessen kann wachsen und sich damit verändern, was ich auch wahrnehmen kann. Damit aber verschwindet es aus dem Zustand des Zeitgewinns und geht wieder über ins Vergehen eigener Zeit.

 

Vorfreude erhebt sich über alle drei, weil sie Gewohnheit, Glück und Erfolg in Vorwegnahme der Wahrnehmung eines angenehmen Ereignisses in eigene Zeit ummünzt, die noch gar nicht stattgefunden hat. Vorfreude schenkt in diesem Sinn eigene Zeit. Die vergeht nicht, weil die Wahrnehmung eines Ereignisses noch nicht stattfindet bzw. nicht stattgefunden hat. Vorfreude wird sehr oft über einen langen Zeitraum wahrgenommen. Sie kann nie meine eigene Zeit werden, weil sie nichts mit der Entdeckung oder Wahrnehmung der eigenen Person zu tun haben kann und von der Logik her mich im Vorwege fast ausschließlich auf ein Ereignis vorbereitet, welches außerhalb des eigenen Ichs liegt. Empfängnis und bevorstehende Geburt können ebenfalls wie Vorfreude nicht meine eigene Zeit werden. Auch sie haben nichts mit der Entdeckung oder der Wahrnehmung der eigenen Person zu tun.

 

 

Verzeihen und Träume

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Verzeihen steht in einem ähnlichen Zusammenhang wie das Vergessen zu eigener Zeit. Beide Begriffe können über lange Zeiträume, Summe von Ereignissen eigener Zeit, neue eigene Zeit schaffen und können schleichend die Wahrnehmung neuer bzw. anderer Ereignisse verhindern.  Das Bewusstsein, über mehr eigene Zeit zu verfügen, wird unterschiedlich wahrgenommen. Überwiegend äußert es sich in Erleichterung, einer besonderen Art der Wahrnehmung eines Ereignisses. Vergessen und Verzeihen bewirken eigenen Zeitgewinn. Der ist sehr abhängig vom Grad bzw. der Schwere des Verzeihens und des Vergessens. Große Schuld großzügig zu vergeben und großes Vergessen zu erleben, bewirken nicht zwingend auch einen großen eigenen Zeitgewinn. Der hängt völlig davon ab wie die Betroffenen ein solches Ereignis wahrnehmen. Die einfachen Sensationen, schnell und langsam, werden unaufhaltsam erweitert und abgemildert durch eigenes Empfinden, seien es Mitleid, Trauer, Schmerz, Wut, Hass, Unwissenheit und z.B. Unzufriedenheit und Selbstzufriedenheit.

 

Träume, Schlafträume, unterliegen meistens der Nichtbeachtung, hauptsächlich wohl weil sie so flüchtig, nicht beweisbar, nicht abrufbar, unbegründet und rasend schnell sein können. Trotzdem verschaffen sie oft genug große Aufregung und Aufmerksamkeit, ja erfahren unbewusst richtungsweisende Bedeutung und greifen mit und ohne meine Erlaubnis in mein Leben ein. Sie sind Ereignisse, die ich wahrnehme und die mich manchmal mehr Wahrnehmung, also mehr eigene Zeit kosten, als ich will oder darf. Sie können mich verfolgen und nicht loslassen. Sie können mehrmals wahrgenommen werden und schaffen so neue, andere Ereignisse, die ich nicht verhindern kann, die auch dazu neigen, ein unkontrolliertes Eigenleben zu führen. Sie können zu Monstern erwachsen, die meinen Alltag bestimmen und mich verändern. Meine eigene Zeit kann durch Träume dramatisch verändert werden. Es vermischen sich dann eigene Zeit und meine eigene Zeit. Die zu unterscheiden ist ohnehin schwer, wird aber unter traumhaften Erlebnissen leicht eine irreale Vergänglichkeit oder Gegenwart, die kaum auseinander zu halten sind.

Noch schwieriger ist es bei Tagträumern und Tagträumerinnen. Die Gegenwart solcher Träume, die in einem scheinbar wachen Zustand der Person entstehen, z.B. auf dem Parkplatz beim Verlassen des Supermarktes, wobei sich der Einkaufswagen verselbständigt und von alleine in ein anderes Auto rollt, wird sehr oft bei Frauen nicht mehr von der Realität unterschieden. Die Wahrnehmung eines solchen Tagtraumes bei einem Mann würde vielleicht so kommentiert werden: „..das passiert, wenn man träumt“, bei einer Frau: „…ich habe grade so schön geträumt“. Beide Personen haben eigene Zeit erlebt und sind selbst, fast als Entschuldigung beim Erwachen, in andere Zeit geflüchtet.

 

 

Die Wahrnehmung eines Ereignisses

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Die Wahrnehmung eines Ereignisses ist nicht abstrakt sondern höchst individuell und subjektiv. Es könnte sonst die Übertragung der Wahrnehmung eines Ereignisses von einer Person auf eine andere möglich sein und erfolgen. Das ist aber nicht möglich. Jedes Wesen nimmt jedes Ereignis anders wahr.

Ereignisse, die von vielen Menschen scheinbar gleichzeitig wahrgenommen werden, sind nicht gleichzeitig. Das gilt sowohl für das Ereignis als auch für dessen Wahrnehmung. Für jeden Beobachter des scheinbar Gleichzeitigen gilt eine andere eigene Zeit der Wahrnehmung. Was für den einen schnell ist, ist für einen anderen langsam. Es gibt „Knallzeugen“, die haben nichts gesehen sondern nur etwas gehört und behaupten, über das Geschehen voll im Bilde zu sein und sind selbst von der Richtigkeit ihrer Aussage überzeugt. Andere haben alles gesehen und behaupten glaubhaft nichts gesehen zu haben.

Mit dem Ende der Wahrnehmung eines Ereignisses endet auch die

eigene Zeit. Das allerdings kann kaum wahrgenommen werden, weil die Vielzahl und die Intensität der individuell gleichzeitig wahrgenommenen Ereignisse normalerweise so groß ist, dass das Enden eines einzelnen Ereignisses nicht registriert werden kann.

Es herrscht pausenloser Übergang von der Wahrnehmung eines Ereignisses zu einem anderen und das ununterbrochene Nebeneinander von wahrgenommenen und wahrzunehmenden Ereignissen. Es ist oft sehr schwer, sich ernsthaft über den Ablauf eigener Zeit unter solchen Umständen klar zu werden.

 

 

Unglück, Panik/Entsetzen, Neugier

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Großes Unglück ruft bei Unbeteiligten, Verschonten oder Betroffenen fast immer großen Zwiespalt und das Gefühl, ohnmächtig zu sein, hervor. Dabei definiert niemand ernsthaft, was ein großes Unglück ist. Kurioses steht manchmal neben Monströsem, Verhängnisvolles neben größter Tragik, Enttäuschung neben Leid und Ungerechtigkeit hautnah neben Folter und Unterdrückung. Man ist zu schnell und zu leicht überfordert und andererseits auch wiederum bemüht, sich in die aussichtslose, weil bereits geschehene Situation der Verunglückten oder des Unglücks zu versetzen. Es gibt aber keine Möglichkeit, dieses Ereignis nachträglich so wahrzunehmen, wie es geschehen ist. Der Versuch dazu entsteht vielleicht mit dem Hintergedanken, einen Weg zur Verhinderung des Passierten im Nachhinein zu finden und es doch noch aufzuhalten. Eigene Zeit geht hier über in andere Zeit. Meine eigene Zeit wird mir fremd und ich erlebe intensiv andere Zeit. Wie schrecklich und intensiv müssen Menschen leiden, die im Nachhinein von unmenschlichen Qualen ihrer Liebsten erfahren haben.

 

Panik und Entsetzen sind enge Geschwister. Panik verschiebt die Möglichkeit einer Trennung von eigener Zeit und anderer Zeit völlig. Entsetzen verlässt eigene Zeit und andere Zeit und flieht in meine eigene Zeit. Alle Theorie über eine solche Trennung wird im Zustand einer Panik von den meisten Betroffenen über den Haufen geworfen. Sich aber über eine solche Situation in einer Panik bewusst zu werden, zu unterscheiden zwischen eigener Zeit und anderer Zeit, könnte schlagartig Ruhe und Besonnenheit bewirken.

 

Panik ist das krasse Gegenteil von Glück und Erfolg. Panik raubt im Geschehen die eigene Zeit und vermischt sie sofort mit anderer Zeit, die sich der Betroffene aneignet und, als wäre es nur noch eigene Zeit, danach handelt oder eben nicht. Er erlebt alles gegen seinen Willen, gegen jede Absicht und gegen seine Vernunft.

Vernünftiges Handeln in einer Panik erhebt den „Vernünftigen“ über die meisten der Betroffenen. Seine Wahrnehmung eines solchen Ereignisses ist oft Besonnenheit und genaue Beobachtung in eigener Zeit.

Panik und Unfallgeschehen haben dieselben Muster, wenn die Trennung von eigener Zeit und anderer Zeit bei der Wahrnehmung eines Ereignisses beobachtet werden soll. In beiden Situationen sind zu häufig die Schnelligkeit und das Plötzliche des Geschehens so verwirrend, dass selbst im Nachhinein eine solche Trennung unmöglich scheint. Nur eine solche Trennung aber kann Ruhe und vielleicht Rettung und Hilfe bringen. Entsetzen wird fast ausnahmslos im Nachhinein nicht aufgearbeitet. Entsetzen hält an. Es wird zu meiner eigenen Zeit, zu einem Teil meines Ichs.

 

Neugier ist ein fundamentaler Antrieb der Menschheit. Die wird wesentlich geschürt durch die Frage: „Was gibt es auf der Welt, was ich nicht weiß“. Dieser Frage, eigentlich der Antwort auf diese Frage, gehen alle nach, die glauben in der Beantwortung Vorteile für sich, für den Befragten und für die Menschheit zu finden. Dazu gehören sämtliche Nachrichtendienste, Zeitungen, das Fernsehen, Politiker, darstellende und bildende Kunst, Musik, Jungbrunnenverkäufer, Diktatoren, Demagogen, Weltverbesserer, die Bibel, Lexika und alle diejenigen und dasjenige, welche und welches von etwas berichten oder schreiben, was für den Zuhörer oder den Leser immer Wahrnehmungen von Ereignissen durch andere sind, also stets andere Zeit ist. Nur diejenigen, die mit der Leistung der Erstellung dieser Nachrichten oder Mitteilungen selbst betraut sind, können ihre Leistungen völlig zu Recht als Wahrnehmung eigener Zeit mitteilen. Leider aber wird andere Zeit allzu oft für eigene Zeit gehalten. Dies ist dann keine Frage von Vertrauen oder Glauben sondern schlicht die Frage nach Aufgeklärtheit, Unwissenheit und Bequemlichkeit. So ergeben sich Falschnachrichten wie auch Unglauben über Gelesenes und Gehörtes. Sogar Gesehenes unterliegt diesen Fragen und wird hingenommen oder bezweifelt. Nur selten besteht die Möglichkeit des Hinterfragens. Die einmalige Chance dazu ist ja immer mit dem Augenblick der Wahrnehmung eines Ereignisses vertan oder vorüber, so dass eigene Wahrnehmung eines solchen Ereignisses, eigene Zeit, ausgeschlossen ist oder auch wird. Andererseits erzeugt die Neugier bei Umsichtigen den Drang nach eigener Wahrnehmung von Ereignissen, nach eigener Zeit. Es besteht aber auch hier die Gefahr, dass diese Menschen wiederum zu Vermittlern von Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit an andere werden und die eigene Wahrnehmung bei anderen ersetzen durch andere Zeit. Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit sind wichtig, weil praktisch ausnahmslos die Wahrnehmung in eigener Zeit völlig anders ist als die in anderer Zeit. Das liegt nicht immer daran, dass gelogen, nur die halbe Wahrheit wiedergegeben wurde oder der Standpunkt des Anderen eben ein völlig anderer ist, sondern auch einfach an der Tatsache, dass Wahrnehmung in eigener Zeit in anderer Zeit nicht existieren kann. Die Umstände und Zusammenhänge sind völlig anders und haben sich verändert. Auch die Voraussetzungen zur Wahrnehmung sind völlig unterschiedlich. Tageszeit und Gesundheitszustand, Bereitschaft zur Wahrnehmung sowie die individuelle Qualifizierung der Wahrnehmung spielen eine gewaltige Rolle, die unbewusst Einfluss hat, meistens aber bewusst hingenommen wird.

 

 

Zeit stehlen, sich Zeit nehmen, Lügen, Zeitdieb und

mir läuft die Zeit davon

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Jemandem die Zeit stehlen, meint etwas ganz Fatales. Wenn mich mein ungebetener, ungeliebter Nachbar fragt, wie es mir geht, habe ich schnell den Gedanken: „…der stiehlt mir meine eigene Zeit“. Tatsächlich dringt diese harmlose Frage tief in meine Wahrnehmung eines Ereignisses, nämlich in die Frage nach meiner Gesundheit ein und macht meine eigene Zeit gleichzeitig zu anderer Zeit. Bei mir bleibt der Gedanke hängen, ein Stück meiner eigenen Zeit an einen Zeitdieb zu verlieren. Längere Gespräche, Handlungen, Forderungen und Erpressungen jeder Art verschlimmern mir diese Vorstellung, und meine Ablehnung wird immer größer. Je größer aber die Ablehnung, also der vermeintliche Diebstahl ist, desto größer ist auch die Erleichterung, wenn der Diebstahl wieder endet. Es beginnt das große Aufatmen. Meine eigene Zeit an einen anderen Menschen zu verlieren ist dramatisch, ja tragisch, weil es keine Widergutmachung durch den anderen geben kann. Widergutmachung kann ich mir nur selbst verschaffen, indem ich den Vorgang absichtlich vergesse. Das absichtliche Vergessen schenkt mir aber nicht die verlorene eigene Zeit zurück. Die wird mir nur zum Geschenk, wenn ich tatsächlich sofort vergesse.

 

Ganz anders sieht es aus, wenn sich jemand für mich Zeit nimmt. Eine liebe angenehme Nachbarin, die mir einen Besuch abstattet oder freundliche, aufgeweckte Kinder können sich bewusst oder unbewusst an mir Zeit lassen oder für mich nehmen. Sie werden zu Wahrnehmungen meiner eigenen Zeit, wenn sie z.B. die einfache Frage nach meinem Befinden stellen oder mir aus Kindermund die große, weite Welt erklären und ihnen meine Sympathie und Dankbarkeit entgegenschlägt. Erholsam und nachhaltig können solche Begegnungen sein.

Auch, wenn ich die Gelegenheit bekomme, mir für andere Zeit zu nehmen oder zu lassen, erlebe ich häufig Wahrnehmungen meiner eigenen Zeit. Allerdings muss ich die im Nachhinein manchmal kritisch hinterfragen und betrachten, weil ich nicht weiß und nicht abschätzen kann, ob der andere es genau so empfindet wie ich. Es könnte ja sein, dass ich dem Gegenüber den Anschein erwecke, mich ihm aufzudrängen. Das wäre gleichbedeutend damit, ihm Zeit zu stehlen und zu einem Zeitdieb zu werden. Was für mich in dem Augenblick wichtig ist, kann für den anderen todlangweilig sein. Seine Höflichkeit aber bzw. andere Gründe bewegen ihn vielleicht, mich das nicht wissen und spüren zu lassen. Es ist immer eine Art von Selbstaufklärung sich über die eigene Zeit, meine eigene Zeit und andere Zeit und deren Bedeutung klar zu werden, ohne dabei Selbstkritik in den Vordergrund zu rücken und ohne darin Negatives oder sogar Verneinendes ergründen zu wollen.

 

Psychologen sollen herausgefunden haben, dass jeder Mensch täglich bis zu

200 Mal lügt. Besser wäre es vielleicht zu behaupten, dass sie so oft nicht die Wahrheit sagen. Das ist aber auch nicht der Fall und wäre etwas völlig anderes als zu lügen. Wenn ich frage: „Wie geht es Ihnen“, erhalte ich meistens die Antwort: „Danke, gut“. Das soll schon eine Lüge sein. Gehe ich davon aus, dass die Frage wohlgemeint war und die Antwort keine Lüge, dann gibt es nur die Erklärung, dass der Befragte sich dagegen wehrt, die Wahrnehmung eines höchst persönlichen Ereignisses in Form von meine eigene Zeit preiszugeben. Er gibt eine eingeübte Antwort, die den Fragenden befriedigt und den Befragten beruhigt, weil es ihm eigentlich nicht immer gut gehen kann. Es ist hierbei auch egal, wie es dem Befragten wirklich geht. Das ist keine Lüge sondern ein Selbstschutz. Wer sich die Mühe macht, die restlichen 199 „Lügen“ darauf hin zu untersuchen, ja, besser, zu analysieren, kommt wahrscheinlich wie ich zu dem Ergebnis, dass diese scheinbaren Lügen insgesamt der Schutz von meine eigene Zeit vor den Unterstellungen sind, von der anderen Zeit des Fragenden eingenommen zu werden. Stelle ich die Frage, ob jemand jemanden gesehen hat oder ob jemand beim Friseur gewesen war oder ob jemand schon etwas gegessen oder getrunken hat, besteht vielleicht bei der Frage nach dem Friseur Angst um meine eigene Zeit, weil plötzlich Eitelkeit, Selbstwertgefühl und vergleichendes Aussehen eine wichtige Rolle spielen. Vielleicht antwortet der oder die Befragte ausweichend, wenn er oder sie nicht dort gewesen sind, oder bejahen dies indirekt: „..kann man das sehen?“, falls sie dort gewesen sind oder, oder, oder.

Die sogenannten alltäglichen Lügen entlarven sich schnell als Selbstschutz und zeigen mir deutlich, wie oft Menschen mit indiskreten Fragen zu unrichtigen Antworten verleitet, vielleicht auch getrieben werden. Meiner Meinung nach sind die meisten 199 Antworten ein Selbstschutz, der mit Lügen oder Unwahrheit nichts zu tun hat. Außerdem sind Antworten auf die täglichen 200 Fragen in keiner Weise verpflichtend und sollten somit von kompetenter Seite nicht als Lügen gebrandmarkt werden.

 

Mir läuft die Zeit davon!

Wir wissen, dass Zeit abstrakt ist und dass „die Zeit“ nur im Zusammenhang mit festen Definitionen bzw. Dimensionen Sinn ergibt. Jemand der in Eile ist und mir sagt, dass ihm die Zeit davon läuft, reagiert ganz natürlich auf ein enormes Bedürfnis, nämlich er äußert indirekt den Wunsch, dass ihm mehr Zeit, und er meint mehr eigene Zeit zur Verfügung stehen sollte. Dieser Wunsch ist nachvollziehbar, denn in Eile kann man kaum oder nur in Bruchteilen Ereignisse wahrnehmen. Das strengt an. Es entsteht wenig oder gar keine eigene Zeit. Das wird in Verzweiflung zum Ausdruck gebracht. Ruhe und Entspannung können in eine solche Situation nur gebracht werden, wenn man sich über diesen Zustand oder Umstand im Klaren ist und sich besinnt auf die Ereignisse und Dinge, die weitgehend in ihrem Umfang und in ihrer Gegenwart wieder wahrgenommen werden sollten und könnten. Ist dies nicht möglich, weil „die Zeit drängt“, was auch nicht richtig ist, sondern es müsste heißen, andere Zeit bedrängt mich so sehr, dass ich keine eigene Zeit mehr finde oder habe, dann ist das Vermischen von eigener Zeit und anderer Zeit mit all den Unglaubwürdigkeiten und Glaubwürdigkeiten nicht zu verhindern. Es läuft zwar immer noch nicht Zeit davon, aber eigene Zeit versucht man vergebens zu erleben. Trifft dies aber endlich wieder ein, bei bewusster oder unbewusster Wahrnehmung eines Ereignisses, scheint der Gedanke an die davonlaufende Zeit wie verflogen, und man kann wieder aufatmen. Es kann sehr schön, d.h. befriedigend und beruhigend, weil erfüllend sein, eigene Zeit bewusst oder auch unbewusst zu erleben.

 

 

Schutz der Umwelt, Menschenrechte, künstliche Intelligenz

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Ein neuer Aspekt, ja eigentlich eine längst überfällige, überlebenswichtige Einschätzung der Wichtigkeit von eigener Zeit und anderer Zeit und hauptsächlich sogar von meine eigene Zeit und zugleich ein äußerst positiver Wandel, weil hier ein Bewusstseinswandel stattfindet, ist die Einsicht den Schutz der Umwelt zu verstehen, darüber nachzudenken. Ich bin bemüht, diesem Schutzgedanken Leben, Eigenleben, eigene Zeit, zuzugestehen, ihn für mich zu erobern, ihn in keiner Weise in Frage zu stellen. Diese eigene Zeit ist völlig neu. Sie soll dem Schutzgedanken zu Leben, ein Eigenleben zu führen, verhelfen. Das darf keine Aufforderung zu einem Schmusekurs sein, denn die enormen Gefahren der Umwelt bekommen wir bzw. andere täglich zu spüren. Der offenbar sicherste Weg für die Umwelt und deren Schutz sowie für das Überleben der Menschen sind offenbar Rückzug, Einsicht und unberührtes Überlassen.

Die Eindringlichkeit, mit der versucht wird, dies zu ermögliche, ist nicht nur ein Erfolg der unermüdlichen Aktivisten, die zu Lande und zu Wasser, im Orbit und in der Atomdebatte aufopferungsvoll kämpfen. Es ist ebenso ein Erfolg der Aufgeklärtheit breiter Volksschichten, verbunden mit der Einsicht von Verantwortlichen und in ganz besonderem Maß mit dem Verhalten jedes Einzelnen. Ich bin bemüht, bewusst oder unbewusst, nach den Maßstäben einer neuen eigenen Zeit für den Umweltschutz und einer neuen anderen Zeit, die dem Umweltschutz entspringt und mir zugutekommt, zu leben und zu handeln und auch andere anzustiften, danach zu leben.

Es werden dem Einzelnen nicht nur Respekt, Verständnis, Verzicht und z.B. Einsicht abverlangt sondern es wird vielmehr, und das ohne akademische Debatten, dem Umweltschutz auch ein Eigenleben unterstellt. Dieses Eigenleben muss, weil es sich um lebendige Natur handelt, es eigene Existenzen aufweist, weil es über eigene Körper verfügt, vielleicht eigene Seelen und eigenen Glauben usw. haben kann, auch als Ereignis wahrgenommen werden. Ich möchte neu dieses Eigenleben „meiner eigenen Zeit“ zuordnen, und daran mitarbeiten, teilhaben und es erleben können.

Neu daran ist, dass nicht mehr andere Zeit zu meiner eigenen Zeit gemacht wird sondern dass ich Gelegenheit bekomme, dem Umweltschutz meine eigene Zeit als seine eigene Zeit zu überlassen.

Respekt, Verständnis, Verzicht und z.B. Einsicht sind einige der Schlüsselworte und Handlungen die diesen nachhaltigen und nach außen getragenen Frieden zwischen mir und dem Umweltschutz Rechnung tragen sollen. Leider werden diese Notwendigkeiten noch von zu vielen Umweltgegnern nicht ernst genug genommen und es wird weiterhin versucht, nicht nur mir sondern auch dem Eigenleben des Umweltschutzes deren andere Zeit als dessen eigene Zeit einzuverleiben.

 

Ein weitere Aspekt, Jahrzehnte alt, ist der permanente Ruf nach Einhaltung der Menschenrechte. Es ist ein Kampf gegen alles, Vorurteile, Macht vor allen Dingen und bleibt doch eine ständig sich wiederholende Forderung nach Einhaltung. Die Einschätzung dieser fundamentalen Wichtigkeit und ihrer Wirklichkeit, einfach, weil es so sein muss, verlangt ebenfalls meine eigene Zeit. Sie darf nicht von unwürdiger anderer Zeit ersetzt werden. Es darf nicht sein, dass meine eigene Zeit, die Wahrnehmung der Menschenwürde, durch andere Zeit, die Vorurteile, Macht zur Nichteinhaltung von Menschenrechten benutzen und beinhalten und Lügen verbreiten, verleugnet wird.

Hier ist ein Bewusstseinswandel auf vielen Ebenen notwendig. Die Einsicht Menschenrechte zu verstehen und einzuhalten und darüber nachzudenken ist so überlebenswichtig wie das Aufstehen für den Schutz der Umwelt.

Ohne geschützte Umwelt sinkt der fundamentale Menschenrechtsgedanke in eine Zweitrangigkeit, mit ihr aber wird er hervorragend für jeden Menschen.

Ich bin bemüht, diesem Rechtsgedanken Leben, Eigenleben, eigene Zeit, zu vermitteln, ihn für mich zu erobern, ihn nicht in Frage zu stellen. Diese eigene Zeit zu verschenken ist völlig neu für mich. Sie soll den Rechtsgedanken zu Leben, zu Eigenleben, verhelfen.

Die Eindringlichkeit, mit der dieses allgemein geschieht, ist nicht nur ein Erfolg der unermüdlichen Menschenrechtsaktivisten, die in vielen Ländern aufopferungsvoll kämpfen und leiden. Es ist ebenfalls ein Erfolg der Aufgeklärtheit breiter Volksschichten, verbunden mit der Einsicht und deren Verbreitung durch viele Verantwortliche und in ganz besonderem Maß des Verhaltens jedes Einzelnen, der bewusst oder unbewusst nach den Maßstäben einer eigenen Zeit und einer anderen Zeit jedem ein menschenwürdiges und menschengerechtes Leben sichern und garantieren möchte.

 

Ein gewagter Sprung führt mich nun zu der Wahrnehmung sogenannter künstlicher, virtueller oder für mich auch imaginärer Intelligenz. Künstlich deswegen, weil sie nicht durch natürliche Vorgehensweise sondern durch technische Prozesse entsteht, virtuell, weil sie zusätzlich auch ohne Materie aber im sichtbaren Bereich bestehen und funktionieren kann und imaginär, weil sie eigentlich eine Folge von Abläufen ausgesuchter Algorithmen ist, denen ich keine Intelligenz zusprechen kann. Dabei steht der Begriff Intelligenz fast im luftleeren Raum der, gleich einer Nebelkammer, von den Spuren schneller Vergänglichkeit wie z.B. soziales Denken, Fühlen, Sympathie, Empathie, Mitleid, Liebe und vielleicht Glauben durchkreuzt wird. Das soll ein Einwand sein und keine Beschreibung dessen, was Intelligenz für mich bedeutet.

Der heute gängige Ablauf von Algorithmen ist oft so erschreckend ermüdend, ernüchternd und schnell langweilig, was leider auch im „richtigen Leben“ vorkommen kann, dass die Frage nach Intelligenz eigentlich nicht oder noch nicht gestellt werden darf. Vielleicht sind die Fragen nach bequemer Anwendung, leichtem und einfachem Gebrauch und Verbrauch sinnvoller angebracht. Es lassen sich überraschende Ergebnisse erzielen, z.B. Sprengroboter, Gehirnoperationen am Bildschirm, autonome Fahrzeuge, Altenpflegeassistenten usw. usw. bis hin zu aktiven Marssonden. Trotzdem sind aktive und passive Intelligenz für mich in diesem Zusammenhang nicht nachvollziehbar bzw. erkennbar.

Meine Wahrnehmung und Begegnung eines Ereignisses von sogenannter „künstlicher Intelligenz“ lässt eigene Zeit vergehen. Dabei weitet sich meine Wahrnehmung über den Umweg, sogenannte künstlicher Intelligenz zu erleben, schnell aus auf die enorme Geistesleistung der Produzenten, Hersteller und Entwickler. Nur durch sie nehme ich eigene Zeit wahr, auch wenn deren Geräte in der Lage sind, mir scheinbar freundschaftlich die Hand zu geben.

 

 

Eifersucht, Krankenhaus und Friedhof

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Eifersucht, Krankenhaus und Friedhof weisen im Zusammenhang von eigener Zeit, anderer Zeit und meiner eigenen Zeit seltsame Gemeinsamkeiten auf.

Eifersucht hat immer Verlustängste im Schlepp. Sie quält den Menschen mit Selbstvorwürfen wie: „ es ist alles meine Schuld, hätte ich doch oder hätte ich nicht.. und macht ausnahmslos den verhängnisvollen Sprung in die Vorstellung, etwas besitzen zu müssen. Meistens ist es die Liebe eines anderen Menschen, ja dessen Besitz mit Recht zu beanspruchen und den anderen gleichzeitig absichtslos oder absichtlich zu entmündigen. Eifersucht ist die Wahrnehmung eines Ereignisses, z.B. der Begegnung  eines anderen als meine eigene Zeit zu empfinden und dabei die andere Zeit, nämlich der Wahrnehmung desselben Ereignisses durch den anderen oder die andere, zu ignorieren.

Die Wahrnehmung als meine eigene Zeit zu empfinden, ist vielleicht gar nicht zu abwegig, weil Eifersucht schnell zu einem festen Wesensbestandteil eines Menschen werden kann. Das kann aber trotzdem nicht richtig sein, weil es sich eindeutig um die Wahrnehmung eines außerhalb des eigenen Ichs befindenden Ereignisses handelt, dessen zeitliche Auswirkungen nur den Schein erweckt, es handle sich um eine persönliche substantielle Wahrnehmung. Es wird in diesem Zusammenhang nicht von einer Veranlagung eines Menschen gesprochen. Das wäre ein ganz anderes Thema.

Es handelt sich also eindeutig um eigene Zeit die wahrgenommen wird. Schlimmer noch, der oder die Eifersüchtige begeht Raub an anderer Zeit, das ist eigene Zeit, die vom Eifersüchtigen seinem Gegenüber geraubt wird und die sein Gegenüber nun nicht mehr wahrnehmen soll vielleicht sogar nicht mehr kann.

Eifersucht ist ein klassischer Zeitdieb.

 

Im Krankenhaus ist jemand als Patient oder als Besucher, wenn es nicht sowieso sein Arbeitsplatz ist. Von letzterem sei hier aber nicht gesprochen.

Hauptsächlich betrachte ich den Patienten, der in Verzweiflung oder mit viel Einsicht und Verständnis das Haus aufsuchen muss. Beide Situationen liefern den Patienten einer gewissen Willkür und Herrschaft des Personals und der Ärzte aber auch einer enormen und manchmal ungewohnten Umsicht und Versorgung aus. Das erleben viele Patienten als neu und fühlen sich trotzdem, entmündigt. Schlimmer bzw. gänzlich anders ist jedoch das Bewusstsein, einem Leiden, einer Krankheit ausgeliefert zu sein. Das ist scheinbar eine fundamentale Wahrnehmung meiner eigenen Zeit. Versagensängste, Verlustängste, Todesängste sind eigentlich die unvermeidlichen Begleiterscheinungen und werden auch als solche aufgenommen. Selbst positive Trotzhaltungen und Einstellungen zum Kranksein ändern daran wenig. Diese Empfindungen trügen, denn die Angst wird schnell als Versagen und eigene Schuld und Ohnmacht interpretiert. Der menschliche Körper war und ist einem Angriff unmenschlicher, schädlicher äußerer oder innerer erkrankender Einflüsse begegnet, und es ist tatsächlich eine Wahrnehmung von Ereignissen der eigenen Zeit und nicht wie angenommen, meiner eigenen Zeit.

Der Patient sieht sich eigentlich immer, seit dem Beginn der Krankheit oder dem Beginn des Krankenhausaufenthaltes, auf dem hoffentlich kurzen Weg der Behandlung und mit dem Ziel der Entlassung.

Die Verantwortlichen des Hauses sehen und übernehmen ihre Aufgabe aber in der begleitenden und behandelnden Verantwortung für den Patienten, sogar mit dem manchmal unvermeidlichen, unausweichlichen Ende als Ziel. Sie hinterfragen nicht Schuld oder Unschuld sondern sachliche Umstände, Verhaltensweisen, Heilungsmöglichkeiten usw. Sie sind bemüht, ihre Wahrnehmung der Ereignisse in ihrer eigenen Zeit dem Patienten als seine eigene Zeit aufzudrängen. Sie ist aber andere Zeit für den Patienten. Die Verantwortlichen werden so, selbst und sogar in edler Absicht, zu Zeitdieben am Patienten. Sie begehen Raub an anderer Zeit, das ist die eigene Zeit des Patienten, die ihm geraubt wird und die er nun nicht mehr wahrnehmen soll und oder auch vielleicht, weil er es  nicht mehr kann.

Verantwortliche in Krankenhäusern sind meistens klassische Zeitdiebe.

 

Auf dem Friedhof und an manchen öffentlichen Gedenkstätten herrscht viel Erinnerung und schnell Vergessen. Grabsteine, Holzkreuze und andere Gedenkzeichen sollen nicht nur festhalten, wer hier ruht, sondern auch, jedenfalls ist das für viele wichtig, was passiert ist und dass der oder diejenige in Frieden ruhen soll. Hauptsächlich aber soll wohl Erinnerung stattfinden, Ruhe und Besinnlichkeit einkehren. Sind die unmittelbaren noch lebenden Bezugspersonen auch dessen müde, stellt sich Vergessen ein. Es können ja eigentlich auch keine Wahrnehmungen neuer Ereignisse in eigener Zeit für den Besucher stattfinden. Es vergeht aber auch auf dem Friedhof eigene Zeit, d.h. es erfolgt die Wahrnehmung von Ereignissen. Die finden sehr oft durch neues Nacherleben von Vergangenem statt.

Meine eigene Zeit hat in den Trauernden immer Erlebnisse konserviert. Die können in neuem Gewand zu neuem Leben erweckt und so neu zu eigener Zeit werden. Ist dies gar nicht der Fall, wird der Besucher zu einem neugierigen Spaziergänger, der vielleicht ein Motiv für eine Melodie, ein Bild oder nur Entspannung sucht. Viele andere Besucher bestehen jedoch aus Gärtnern, Gartentestaltern sowie den Bestattern. Sie bilden ein Heer, welches besonders im Trauerfall scheinbar Hilfe und Trost spenden will und soll. Sie drängen sich aber in erster Linie auf mit Wahrnehmungen anderer Ereignisse, also anderer Zeit, die sie dem Trauernden, dem Kunden, als deren Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit anbieten oder aufzudrängen. Dem Trauernden wird die Gelegenheit, diesbezügliche Wahrnehmung in eigener Zeit zu machen, genommen. Auch hier sind die scheinbaren Helfer, Tröster, Bestatter und Grabredner klassische Zeitdiebe. Wie weit es vertretbar ist, auch die Vertreter von Religionen und Freidenkern dazu zu zählen, mag jeder für sich entscheiden.

 

 

Schmerzen, Leiden, Phantomschmerzen, Seelenqualen

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

 

 

Es gibt verschiedene Arten von Schmerzen. Das können Phantomschmerzen sein, hauptsächlich körperliche aber auch Seelenqualen. Dabei rätselt die Welt herum, was Seele ist und spricht trotzdem gelassen von seelischen Schmerzen. Ganz grob könnten die Phantomschmerzen dazu gerechnet werden. Das geht aber nur, weil sie körperlich nicht direkt sondern nur indirekt befunden und behandelt werden können. Ob man das so einfach auch von Seelenqualen sagen und begründen kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

Meine Erfahrungen beruhen und beziehen sich auf körperliche Schmerzen. Die sind sicher eine Wahrnehmung eines tief in mir verankerten Ereignisses, sie gehören immer zu meiner eigenen Zeit. Ob sie das bleiben, hängt davon ab, ob ich es zulasse, dass ich mich zum Opfer meines an dieser Stelle versagenden Körpers mache oder machen lasse und ob ich diese Opferrolle annehme. Nehme ich sie an, empfinde ich weiterhin Schmerzen, die ich behandeln kann oder eben nicht.

Nehme ich sie nicht an, mache ich mich in Demut oder mit Unmut zum Leidenden, der seine Rolle mit all seinen Leiden als unvermeidlich verstehen kann bzw. sich selbst zum Widerstand aufruft und dabei keine oder kaum Verlustängste verspürt oder sich das wenigstens einredet.

Schmerzen und Leiden können also möglicherweise ein sehr großer Unterschied sein.

Wahrnehmung von Schmerzen ist meine eigene Zeit. Wahrnehmung von Leiden kann mir völlig neue Ansichten über Vergänglichkeit, Menschsein und dessen Wahrnehmung sowie Erträglichkeit bringen. Diese neuen Wahrnehmungen sind die von Ereignissen, also eigene Zeiten. Sie können sich so nicht in mir verankern und mein eigenes Ich bleibt unberührt. Ich vermag aber auch soweit zu gehen, dass meine vermeintliche Seele in diesem Zusammenhang Wahrnehmung meiner eigenen Zeit ertragen muss und dass Phantomschmerzen zu Wahrnehmungen eines Ereignisses, also zu eigener Zeit, werden.

 

 

Liebe

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Es ist für mich immer wieder aufregend über Liebe zu reden. Aufregend, weil Liebe Ausnahmesituationen schaffen kann. In der Liebe wird meistens von zwei Menschen und nicht von einem gesprochen. Bei einem geht es um die Beschreibung seiner Liebe zu jemandem, aber bei beiden geht es um Liebe unter Liebenden. Das ist natürlich etwas anderes und ein großer Unterschied.

Ich meine die Liebe zwischen zwei Menschen.

Jeder dieser Liebenden ist sich sicher, nichts oder alles von und über den Geliebten oder die Geliebte zu wissen, alles oder nichts vorherzusehen und alles oder nichts zu gewinnen oder zu verlieren. Was das ist, alles oder eben nichts, steht in den Sternen oder auf einer ganz geheim Wunsch- und Erfüllungsliste, die dem oder der Geliebten nur mit Ängsten oder sehr viel Mut und Hoffen unterbreitet wird. Die Erfüllung ist dann auch Bekenntnis und Bestätigung. Zwischen eigene Zeit und andere Zeit kann nicht unterschieden werden. Ein Gefühlschaos schafft zuvor diese enorme Verwirrung. Leider geben Außenstehende oft genug keine Ruhe und teilen gewünschte, aber meistens ungewünschte und unerwünschte Kommentare aus. Die Kommentare sind zu häufig Wahrnehmungen eines anderen und sind damit andere Zeit.

Die Liebenden schauen in Gemeinsamkeit auf ihre Liebe und nicht als einzelne Wesen. Sie befinden sich in einem Zustand, der scheinbar nur Gemeinsamkeiten für sie bereit hält. Die Wahrnehmung von Ereignissen jedes der beiden scheint pausenlos mit der Wahrnehmung der oder des Geliebten komplett überein zu stimmen. Diese Übereinstimmung findet bei jedem in eigener Zeit statt und wird, wegen der erlebten Übereinstimmung, nicht von dem jeweiligen Partner als andere Zeit sich selbst gegenüber erlebt und verstanden sondern als gemeinsame eigene Zeit. Es scheint, dass die Geliebten ineinander leben und so gemeinsam und gleichzeitig eigene Zeit erleben also Ereignisse gleichzeitig wahrnehmen. Sie nehmen sogar getrennt voneinander Ereignisse wahr, die für sie unbedingt und gleichzeitig eigene Zeit zu sein scheinen.

Wenn die äußeren Umstände und Verhältnisse, z.B. gleiches oder ergänzendes Interesse, gleiche oder ergänzende Bewunderung von Schönheit, Können, Wissen, Geschicklichkeit der oder des Geliebten, seiner oder ihrer Liebesfähigkeit, Liebesbedürfnisse, Liebes- und Leibesgeschenke sowie dessen oder deren Eigenliebe sowie auch wirtschaftlichen Verhältnisse sich ergänzen und diese Ergänzungen die Erfüllung langer, schönster Träume und Wünsche sind, dann versteht das Liebespaar die meisten Ereignisse als Wahrnehmungen nur in eigener Zeit passierend. Andere Zeit fügt sich so bescheiden, rücksichtsvoll und nahtlos in eigene Zeit, dass ein hohes Glücksgefühl mindestens einen der beiden Partner meistens aber sogar beide für lange und sogar sehr lange Zeit beflügelt vergessen und übersehen lässt, dass eigene Zeit und andere Zeit sich scheinbar überlagern.

Erst, wenn sich im Laufe der Zeit oder aus anderen Gründen herausstellt, dass eigene Zeit und andere Zeit, die des Partners oder bei einem selbst, unterschiedlich und nicht mehr so überdeckend sind, oder sich die verschiedenen Zeiten selbst bemerkbar machen, kann leicht aus Liebe Zugehörigkeit, Akzeptanz, Gewohnheit, liebevoller aber bewusster Umgang oder sogar der Wunsch nach Trennung entstehen.

Das aber ist ein ganz anderes Kapitel.

 

 

Zuneigung, Abneigung und Widerwillen

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Zuneigung, Abneigung und Widerwillen gehören für viele Menschen zum Gefühlsleben des Alltags. Zuneigung ist dabei ein Bonbon, den ich gerne genieße. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass meine Zuneigung willkommen ist, und ich die Zuneigung eines, einer anderen akzeptieren kann. Akzeptieren heißt, dass ich in beiden Fällen die Wahrnehmung eines angenehmen Ereignisses in eigener Zeit erlebe, mein Ich muss also so berührt werden, dass sich im besten Fall sogar die eigene Zeit umwandelt in meine eigene Zeit. Zuneigung zu verinnerlichen ist ein bewusstes Erlebnis, ein bewusstes Wahrnehmen eines Ereignisses, das mein Ich erweitern kann.

 

Abneigung grenzt an Abwehr.

Abneigung wächst fast immer, langsam oder schneller, und ist bei den seltensten Gelegenheiten eine plötzliche Wahrnehmung eines Ereignisses. Ist dies jedoch der Fall, dann spielen oft Vorurteile eine Rolle. Vorurteile, die begründet sein können in körperlichen, geistigen oder seelischen Erfahrungen, welche mich zum vermeintlichen Erkennen und Wiedererkennen von Abneigung verleiten. Das können Aussehen, Kleidung, Stimme, Geruch usw. sein. Meine Reaktionen können sich in Ablehnung, Unhöflichkeit, Ignoranz oder auch Wut äußern. Sie sind angeboren, anerzogen oder aus Bequemlichkeit ein fester Bestandteil meines eigenen Ichs.

Die Abneigung an sich entsteht durch Wahrnehmung von Ereignissen, welche mir andere aus ihrer anderen Zeit aufdrängen. Sie versuchen gleichzeitig, meine bereits vorhandene eigene Zeit zu dieser, ihrer Wahrnehmung, zu verändern, manchmal allerdings so stark, dass es mir auffällt, und ich mich schließlich dagegen wehre oder es mit Groll im Herzen ertrage. Leider muss ich oft genug meine Abneigung gegen unterdrückte eigene Zeit gewähren lassen und schaff es nur in den seltensten Fällen, dass die Wahrnehmung des Ereignisses aus anderer Zeit nicht bis zu mir vordringt. Wut entsteht so am allerwenigsten. Ich behalte mir einfach vor, den Verursacher oder die Ursache der Ablehnung irgendwann zu vergessen. Damit, das weiß ich, kann ich mir Platz für die Wahrnehmung neuer eigener Zeit also neue Zeit schaffen.

 

Widerwillen überrumpelt mich spontan. Widerwillen hat für mich viel mit Ekel zu tun. Eklige Dinge, Schleim, Auswurf, völlig unangemessene, menschenverachtende Witze, auch Tiere, z.B. Schlangen, Skorpione, alle Wesen, die mir hinterhältig vorkommen, obwohl sie es sicher nicht sind, sondern ihr Wesen von mir missverstanden ist, erzeugen das Gefühl sich in mir etwas sträuben zu lassen. Sich zu sträuben heißt für mich auf Wahrnehmungen meiner eigenen Zeit zu stoßen, deren Herkunft mir unerklärlich und deren Ursprung rätselhaft ist. Die Existenz all dessen in mir und zu meinem Ich gehörend, löst Entsetzen aus. Am schlimmsten aber ist die Gewissheit, dass dieser Widerwillen zu mir gehört, ein Teil von mir ist und ich mich in einer Art von Perversität mit Lust zu ihm bekenne. Wahrnehmungen von Ereignissen, scheinbar durch andere, also andere Zeit, die derartig mit mir verhaftet sind, dass sie meine eigene Zeit sind, möchte ich nicht missen. Sie sind mir so hassgeliebt und peinigend verworfen, dass sie einen eigenen, geschlossenen Käfig in mir haben. Deren Bewohner werden von mir gefüttert.

Dieser besondere Teil meiner eigenen Zeit gibt mir andererseits z.B. in ungewöhnlichsten Situationen die neutrale Kraft, menschliche Körper, die verletzt sind, wie eine Sache zu behandeln, ihnen wertfreie Hilfe zu geben, oder die von mir abweichenden Meinungen zu akzeptieren ohne zu widersprechen oder Andersartigkeit wie Hautfarbe, Gewohnheit und Gebräuche als gegeben hinzunehmen. Blut und heraustretende Körperteile werden von mir versachlicht und ich bin in der Lage, das Erforderliche immer, mit beruhigenden Worten für die Opfer, und notfalls für mich selber zu tun. Gedanklich ist mir der Widerwille ein Teil meiner eigenen Zeit, alles andere sind Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit.

Da beide Bereiche zeitlich getrennt sind, können sie sich in mir nicht zerfleischen.

 

 

Treue, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Treue und Aufrichtigkeit sind für mich wie das Gehen durch einen Glockenwald. Von überall her hör ich es läuten, doch ich erfahre nicht, woher das Läuten kommt.

Treue und Aufrichtigkeit gehören zu den fundamentalsten Erwartungen eines Menschen an einen anderen, insbesondere an einen Partner.

 

Treue und Aufrichtigkeit können nur als Bestätigung oder Enttäuschung meiner Erwartungen zu Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener oder in anderer Zeit aber nicht in meiner eigenen Zeit, werden. Sie sind und bleiben Erwartungen, sind vielleicht Inhalte von Erzählungen oder Bezeugungen anderer aus deren scheinbaren Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit. Aber auch das können nur Wahrnehmungen von Untreue oder Unaufrichtigkeit, also nicht von Treue und Aufrichtigkeit, sein.

Eigenartiger Weise erfahre ich durch eigene Wahrnehmung Treue nur an mir selbst: „Ich bin treu“. Das ist dann fast doch die Wahrnehmung eines Ereignisses in meiner eigenen Zeit, aber eben nur solange wie ich mich selbst nicht in Gefahr bringe, untreu zu werden oder meine Treue von außen bedroht wird. Das verhindert schon meine Treue als Wahrnehmung eines Ereignisses in meiner eigenen Zeit zu erleben.

 

Treueerwartungen müssen von Erwartungen an Aufrichtigkeit insofern unterschieden werden, als Treue zwar Aufrichtigkeit einschließt, Aufrichtigkeit aber durchaus nicht Treue. Wer z.B. Untreue bekennt, ist immer aufrichtig. Jemand kann aber aufrichtig und trotzdem untreu sein. Allein schon, wenn ihm Treue nichts bedeutet. Treu und dabei unaufrichtig könnte kaum jemand sein, es sei denn er lügt.

Treue und Aufrichtigkeit kann ich niemals an einem anderen Menschen als Wahrnehmung eines Ereignisses in eigener Zeit erfahren. Im günstigsten oder auch ungünstigsten Augenblick kann ich aber bei einem anderen Menschen Untreue bzw. Unaufrichtigkeit als solches Ereignis wahrnehmen.

 

Aufrichtigkeit darf oder sollte nicht mit Ehrlichkeit verwechselt werden. Bestätigung oder Enttäuschung von Aufrichtigkeit kann zum Wahrnehmen von Ereignissen in eigener Zeit oder in anderer Zeit werden. Ehrlichkeit ist damit zwar vergleichbar, aber sie ist immer ein Appell an das Gewissen. Das könnte ich von Aufrichtigkeit auch behaupten. Trotzdem kann Ehrlichkeit nur die Wahrnehmung eines Ereignisses in meiner eigenen Zeit, meines eigenen Ichs sein. Die Wahrnehmung von Ehrlichkeit als ein Ereignis in eigener Zeit oder anderer Zeit ist nur, ähnlich wie bei Treue und Aufrichtigkeit, als Bestätigung oder Enttäuschung meiner Erwartung, möglich.

Eine solche Wahrnehmung in anderer Zeit wird in einer Bandbreite von Dummheit bis totalem Eigenschutz interpretiert.

 

 

Künstler, Künstlerinnen und Kunst

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Eine Ausnahmestellung unter den unterschiedlichen, aber stets besonderen Arten der Wahrnehmung von meiner eigenen Zeit, bilden Künstler. Selbst die Menschen, die ohne ihr wissentliches Zutun Kunst produzieren, gehören zu dieser fantastischen Gruppe. Es heißt, dass die größten Künstlerinnen und Künstler sowieso im Verborgenen blühen. Es ist müßig aufzuzählen, welche Arten der Kunst ich im Kopf habe oder auch nicht. Letzteres erspart es mir, beteiligte Künstlerinnen und Künstler verschiedener Gruppen der Scharlatanerie zu verdächtigen. Aber auch die könnte eine bestimmte Kunst sein.

 

Künstler, denen ihre Begabung bewusst ist, leben nicht immer nur in der Wahrnehmung von Ereignissen in ihrer eigenen Zeit und sind darum von sich begeistert sondern betätigen sich in der Regel auch als raffinierte Zeitdiebe. Z.B. rauben sie Musen, Modellen, Gleichgesinnten, der Natur, Gönnern usw. usw. ohne Unterlass durch Wahrnehmungen von Auffälligkeiten in eigener Zeit alles, was ihrem künstlerischen, psychischen und physiologischen Trieb nützlich sein könnte. Da sie in dieser Absicht selten zerstörerisch sind, und ihre Opfer meistens keine diesbezüglichen Wahrnehmungen von Ereignissen in ihrer Zeit  oder ihrer eigenen Zeit haben, fällt ihr Handeln nicht nur nicht immer auf sondern wird auch sehr oft wohlwollend gesehen, beschmunzelt und sogar unterstützt.

 

Schlimmer jedoch und viel brutaler ist die Ausbeute, die Künstler zu oft an sich selber durch Wahrnehmungen in ihrer eigenen Zeit an ihrem Ich durchführen. Auf Selbstzerstörung wird nur selten Rücksicht genommen. Die eigenen Bedürfnisse, wie Hunger, Verdauung, Durst und die Sorge um Mitmenschen werden oft vernachlässigt.

Sex dagegen und Gewinn werden bei Künstlern großgeschrieben.

 

Ihr Ego soll dauerhaft und sich mehr und mehr bereichernd, zufrieden gestellt werden. Enttäuschungen sind dadurch vorprogrammiert. Nichts ist ausreichend, und die Schuld liegt zu oft bei den anderen, wenn es nicht nach ihren Vorstellungen geht. Wer ihnen nicht gleich zu Füßen liegt und nicht vor Bewunderung, die sehr oft angemessen wäre, aber aus Unwissenheit und Verständnislosigkeit nicht erfolgen kann, begeistert ist, wird abgewertet und aus ihrem Dunstkreis und wieder zurück in ein Allerweltsgeschehen verbannt. Andererseits werden Claqueure zu Busenfreunden und Mäzene sowie Gönner erst recht. Abgeklärte Künstler geraten dann schon einmal in die wohlwollende Auffassung, Wahrnehmungen in anderer Zeit, so dumme Sprüche wie: „Das ist aber schön,“ oder „Ist es für Sie anstrengend so begabt zu sein“? sich auf diese Weise in ihre eigene Zeit einverleiben zu wollen. Damit belügen sie zwar die Maxime, dass Kunst eigentlich wertfrei sein soll, aber es ist ja eine Wahrnehmung in hochgradig ihrer eigenen Zeit und fällt niemandem auf. Die Gefahr, die hier lauert, könnte sein, dass der Ideenreichtum des Künstlers oder seine künstlerische Unabhängigkeit gefährdet werden. Das schreckt viele von solchen Vorhaben ab.

Hinzu kommt, und das wissen Künstler auch, dass das alles nur solange währt wie diese von ihnen bestohlenen Menschen ihrerseits keine Wahrnehmung minderwertiger Art in eigener Zeit oder anderer Zeit gegen sie kundtun. Damit würden sie für den Künstler wertlos, eigentlich bedeutungslos.

Ein Künstler möchte, dass seine Werke von anderen wahrgenommen werden und zwar als deren eigene Zeit und zu Bestandteilen deren eigenen Ichs mutieren. Insofern ist es naheliegend, die eigene Zeit eines Künstlers, mit der eines Diktators zu vergleichen.

 

Künstlerinnen schreckt eine solche Denk- und Vorgehensweise meistens ab. Für sie gibt es in Sachen Kunst in erster Linie die Frage nach dem Überleben ihrer Kunst, d.h. ihre Werte sind auch Wahrnehmungen in ihrer eigener Zeit. Es gilt nur das Horchen auf ihr Ich, und sie sehen darin eine Bestimmung, nicht unbedingt ihre Begabung. Morbide Blumenbilder, verwelkende Tulpen zu malen, ist für viele Künstlerinnen eine reine Daseinsbestätigung. Die und ihre Begabung halten sie ohnehin für fraglich, zerbrechlich und nicht unbedingt für beständig. Künstlerinnen sind sehr geneigt durch Wahrnehmung neben ihrer eigenen Zeit, also dem Horchen auf ihr Ich, auch eigene Zeit, das sind Wahrnehmungen von Spiegelungen der Ereignisse ihres Seelen-und Künstlerinnenlebens in ihrer eigenen Zeit festzustellen und festzuhalten. Zeitendiebstahl ist nicht ihre Sache. Die Gratwanderung, zwischen Fangen und selbst gefangen zu werden, scheint ihnen dabei anscheinend zu gefährlich. Die damit verbundenen Risiken sind ihnen einfach zu groß. Sie kümmern sich kaum um die Wahrnehmung von Ereignissen in anderer Zeit auch wenn sie noch so oft dazu verleitet werden.

Das hingegen ist für die meisten Künstler langweilig und nicht erstrebenswert.

 

 

Verführerisch, überzeugend, herrisch.

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Mit den drei Worten verführerisch, überzeugend, herrisch können ganze Welten beschrieben werden. Als Wörter sind sie fast Klischees, als Worte und Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigener Zeit können sie aber den Wunsch nach Anwendung von Macht vermitteln.

Ich unterscheide zwischen der Absicht, Macht ausüben zu wollen und dem Drang nach eigener Macht. Der Drang nach eigener Macht ist im eigenen Ich begründet und wird zur Wahrnehmung von Ereignissen in meiner eigenen Zeit.

Verführerisch zu sein, unterstellt man gerne Menschen, die in anderer Zeit Mitmenschen mit reizenden Wahrnehmungen von Ereignissen als in deren eigener Zeit, Angebote machen. Angebote wie z.B. problemlos einzukaufen, eine Belohnung zu erhalten oder, in den meisten Fällen durch auffällige derzeit gängige Schönheit, Klugheit, Kleidung, besonderes Aussehen, akrobatisches Auftreten usw. einem Mitmenschen wenigstens Bewunderung abzugewinnen. Der Mitmensch versteht auch zunächst, dass das alles unberührbar und unerreichbar ist und wohl bleiben soll. Das wäre nicht schlimm soweit, wenn er sich nicht in unbescheidener Weise und in der Wahrnehmung dieses Ereignisses schließlich mehr, viel mehr als Bewunderung zu schenken, davon versprechen würde.

Der oder die Verführer drehen so geschickt die Verhältnisse zu ihren Gunsten, dass bei ihrer gezielten oder naiven Aktivität, nämlich verführerisch zu sein, der Mitmensch in eine wenigstens moralische Schuldfalle gerät: „Warum hab ich es nicht so gut wie der oder die“? Wird der Mitmensch aktiv und fordert die Erfüllung von scheinbaren Versprechen ein, muss er feststellen auf wie dünnem und glattem Eis er sich bewegt. In seiner Wahrnehmung von Ereignissen, heraufbeschworen durch die oder den Verführer, verwechselt er die höchst eigene Zeit des Verführers oder der Verführerin mit seiner eigenen Zeit, und glaubt schnell, dass es sich um die Wahrnehmung von Ereignissen in seiner eigenen Zeit handelt. Darauf baut er fälschlicherweise. Verführung übt so auf ihn ihre Macht aus und lässt ihn glauben, im eigenen Ich, in seiner eigener Zeit, zu sein. Diesen Irrtum erkennt er nicht. Verführerisch zu sein, wird von vielen Mitmenschen bis zur Selbstaufgabe bewundert. Der verführte Mitmensch erkennt die Verführung nicht als Wahrnehmung eines Ereignisses in eigener Zeit. Für ihn ist Verführung seine eigene Zeit geworden.

 

Überzeugend zu sein, hat auch viel mit Macht zu tun. Ich kann mit guten Gründen versuchen, zu überzeugen, aber auch mit hässlichen Absichten und unwahren Behauptungen. Beide Möglichkeiten können bei gutem Glauben Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit sein oder aber einfach auf Lügen oder Irrtümern beruhen. Bei einem Autounfall z.B. kann ich behaupten, was ich will, und versuchen alle Schuld, die ich vielleicht habe, von mir zu weisen. Immer bessere Untersuchungen und Feststellungen in unserer Zeit wie DNA-Tests, Sachverständigengutachten, forensische Mitarbeiter usw., alles Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit, sind mir aber auf der Spur, und es ist zu oft müßig, Unwahrheiten in die Welt zu setzen. Schwierig wird es, wenn meine Wahrheit, meine Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit, mir nicht geglaubt wird oder ich mich irre. Ich habe die Ereignisse in eigener Zeit im Kopf und kann sie nicht vermitteln. Überzeugend sein zu wollen, heißt in erster Linie wertneutral zu beschreiben. Eigene Zeit kann ich aber nicht und nicht wertneutral vermitteln. Ich kann auch keine Schuld oder Unschuld vermitteln. Was bleibt ist der Weg der Sachlichkeit, einer extremen Machtkomponente, die einzig überzeugend sein kann, weil sie in ihrer Beweiskraft wiederholbar ist.

 

Herrisch zu sein hat außer mit Macht noch viel mehr mit Unrecht zu tun. Unrecht ist in diesem Fall besonders gefährlich. Der herrische Mensch verursacht in seiner und anderer Umwelt fast ausnahmslos großen Schaden, bewirkt durch häufig zu rücksichtsloses Tun. Umwelt wird rigoros geschädigt. Umwelt bedeutend in seiner Wahrnehmung von Ereignissen sowieso nur als in seiner höchst eigenen Zeit existierend. Die nimmt er als Freibrief.

Der Herrische wird von seiner Außenwelt fast ausnahmslos abgelehnt.

Die gezeigte Ablehnung, wird vom herrischen Menschen jedoch als völlig falsch auslegt und empfunden. Er erlebt seine Wahrnehmung von Ereignissen, wie die Umwelt, als in höchstem Maß seine eigene Zeit, als sein eigenes Ich. Damit bestätigt er sich selber auserkoren zu sein, seine Einmaligkeit, seine Berufung zum Beherrschen anderer und der Umwelt, nachhaltig. In dieser scheinbaren Einmaligkeit verlangt er von anderen deren eigene Zeit nicht nur in Frage zu stellen, sondern er verbietet sie ihnen. Außerdem verlangt er unter allen Umständen, dass Wahrnehmungen von Ereignissen in seiner höchst eigenen Zeit entweder mit Kusshand von anderen angenommen oder ihnen mit Gewalt aufgezwungen werden. Seine Wahrnehmungen müssen für jeden Mitmenschen zur Wahrnehmung deren eigener Zeit, deren eigenen Ichs werden. Es herrschen kafkaeske Verhältnisse.

Alle Einwände gegen den Herrischen empfindet dieser als Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit, die für ihn einfach Ausreden sind. Er empfindet nicht das von ihm ausgelöste Unrecht auf allen Ebenen. Das ändert sich, ohne von ihm so erkannt zu werden zusätzlich im Augenblick der Ausübung von Gewalt in Anwendung von Macht.

Das hat mit Stärke, wie oft von Anhängern behauptet wird, nichts zu tun. Stärke bedingt die Wahrnehmung von Ereignissen in seiner eigenen Zeit als Kraft und Mut vielleicht als Anspruch auf Macht, aber nicht auf Unrecht.

 

 

Politik, Mitleid

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Politik als Wahrnehmung eines Ereignisses in meiner eigenen Zeit zu finden, ist genauso ungewiss wie sie als Mitleid dort zu entdecken. Beides wird für mich erst durch Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit, nämlich durch eigenes Handeln, erfahrbar.

 

Handelnde Politik muss für mich Mitleid einbeziehen. Ohne Mitleid bleibt sie reine Geschäftsführung. Solche Politik wäre die Wahrnehmung von Ereignissen in anderer Zeit und höchst einseitig. Politik ist ohne Handeln nicht vorstellbar, weil Politik an sich kein Handeln nach sich zieht. Sie würde sich als theoretische Frage nicht verselbständigen können. Ohne die Wahrnehmung eines Ereignisses in eigener Zeit, nämlich z.B. Mitleid, würde sich handelnde Politik über längere Zeit nicht behaupten können. Es würde Wesentliches fehlen. Durch Mitleid kann und wird die Theorie von Politik um die Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit erweitert. Solche Wahrnehmungen werden mit Dabeisein, durch Verstehen und gezeigtes Mitleiden ergänzt. Ohne Mitleid kann zu wenig bewegt werden. Politik muss und will aber bewegen, um so vielleicht zu verändern.

Repräsentanten von Regierungen sind ja eigentlich immer gezwungen, sich aus der handelnden Politik herauszuhalten. Ihr persönlicher Einsatz aber, z.B. durch Gründungen von Hilfswerken, Halten mahnender Reden und sich von Leidenden ein eigenes Bild zu machen, hat fundamentale Bedeutung und erregt Aufmerksamkeit, weil so dem Vergessen und Übersehen entgegengewirkt werden kann. Handelnde Politik und handelndes Mitleid gehören als Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit zusammen.

 

Mitleid wird, nur in der Wahrnehmung meiner eigenen Zeit, also nur nach eigenen Empfindungen handelnd, zu einer Gefühlsfalle. Mitleid an sich zieht nicht zwangsläufig Handeln nach sich. Solche Gefühlsebene ist höchst einseitig und wird sich auch nicht automatisch in Aktivität verwandeln. Es fehlt eine wesentliche Wahrnehmung von Ereignissen in anderer Zeit, nämlich Handeln. Aber auch das wird nicht ausreichen, um erfolgreich zu sein, d.h. die Umstände zu verbessern. Es fehlt die weitere Wahrnehmung von Ereignissen in anderer Zeit, nämlich handelnde Politik. Ohne solche ist nichts nachhaltig zu verändern. Mitleid aber will genau wie Politik etwas verändern und z.B. helfen und Eigenhilfe anstoßen. Dafür muss auch sie handeln, um etwas zu bewirken.

Empfänger von Geld- und Sachspenden haben zu oft einen ganz schlechten Ruf. Viele Organisationen treiben Misswirtschaft mit den ihnen überlassenen Mitteln. Dem Spender wird sehr oft nur eine vage Wahrnehmung, z.B. Berichterstattungen in Wort und Schrift, von Ereignissen in anderer Zeit übermittelt. Spender sind leider auch oft genug an neuen Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit wenig interessiert. Dazu könnten z.B. das Sammeln von Erfahrung durch Beschaffen und Verteilen von Lebensmitteln für Bedürftige sein. Das Desinteresse wäre vielleicht auf moralischer Ebene zu diskutieren. Eine Bevormundung des Bedürftigen auf der anderen Seite, was er mit den Spenden anzufangen hat, ist ebenfalls oft genug Gegenstand heftigster Diskussionen. Das zu vertiefen ist hier aber nicht die Absicht.

 

Handelnde Politik und handelndes Mitleid müssen und sollten keine Gegensätze sein sondern fruchtbare und wunderbare Vervollständigung trotz manchmal völlig unterschiedlichen Zielsetzungen.

 

 

Verantwortung

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Verantwortung ist das Erkennen von Unselbständigkeit eines Menschen. Sie ist die Wahrnehmung eines Ereignisses in meiner eigenen Zeit oder in eigener Zeit oder in anderer Zeit. Verantwortung zieht oft Verpflichtung nach sich. Daraus kann verantwortliches Handeln erwachsen.

Verantwortung darf nicht mit Gesetzestreue verwechselt werden. Gesetzestreue ist eine Bürgerpflicht und beinhaltet große Verantwortung. Die ist hier aber nicht angesprochen.

Hier geht es um persönliche Verantwortung.

 

Verantwortung kann plötzlich bewusst werden. Fast immer aber entsteht oder erwächst sie von innen, also aus meinem eigenen Ich. Zumeist wird sie zuerst als ein Bedauern eines Umstandes oder eines Verhältnisses bzw. einer Abhängigkeitssituation wahrgenommen, wird dann aber als Tatsache oder Ereignis mir oder einem anderen bewusst, um die bzw. um das ich mich kümmern muss. Sie verlangt meistens zu handeln.

Verantwortung endet erst mit der erreichten Eigenverantwortung. Die kann sowohl eine betreute Person als auch mich selbst betreffen. Eigenverantwortung kann keiner Sache und keinem Tier unterstellt werden. Daraus ergibt sich die Wahrnehmung des Ereignisses, Verantwortung, immer in meiner eigenen Zeit, wenn es mich, mein eigenes Ich betrifft; in eigener Zeit, wenn ich Verantwortung entdecke oder in anderer Zeit, wenn ein anderer sie entdeckt.

Verantwortung ist nicht übertragbar, nicht zu verschenken und z.B. nicht zu vererben. Nur das Handeln aus Verantwortung kann mir abgenommen oder von einem oder mehreren anderen übernommen werden. Es bleibt aber die Verantwortung immer in meiner eigenen Zeit, in eigener Zeit und in anderer Zeit.

 

Die sogenannte „Verantwortung für die Umwelt“ ist also richtigerweise ein Handeln, das in die Eigenverantwortung eines jeden mündet. Umwelt selbst kann keine Eigenverantwortung übernehmen, die kann ihr auch nicht übertragen werden.

 

Verantwortung kann als Wahrnehmung eines Ereignisses in anderer Zeit von mir entdeckt werden, wenn mir z.B. Handlungsbedarf auffällt. Bei dem Gedanken an Verantwortung für mich oder jemand anderen, steht es mir immer frei zu handeln oder nicht. Nur wenige Ausnahmen, z.B. die Pflicht Hilfe zu leisten, unabhängig von einer Bürgerpflicht, könnten mich zwingen die Wahrnehmung eines Ereignisses, Verantwortung, in eigener Zeit zu übernehmen und sofort zu handeln. Die von mir oder dem anderen wahrgenommene Vielzahl von Ereignissen, z.B. Aufruf zu Spenden, oder ins Wasser zu springen, um vielleicht jemanden zu retten, erschweren zu oft die Entscheidung, ob ich handeln möchte oder nicht und, vor allen Dingen die Antwort auf die Frage, was richtigerweise zu tun wäre.

 

Leider ist ein derartiges Handeln, wenn es denn stattfindet, häufig mit eigenen oder den Interessen anderer verbunden. Es wird so die Wahrnehmung, dass es sich ausschließlich um Verantwortung handelt, verfälscht. Ja, dieser Irrtum zieht andere Fehler nach sich und beeinträchtigt sehr das Auseinanderhalten von Wahrnehmung eines solchen Ereignisses in meiner eigener Zeit oder in anderer Zeit. Zu schnell und oft zu gerne wird eine Wahrnehmung eines Ereignisses bewusst, also absichtlich, oder auch unbewusst, also in scheinbar verantwortungslosem Handeln, von meiner eigenen Zeit in andere Zeit übertragen oder tatsächlich falsch wahrgenommen. Ich kümmere mich dann um das Handeln auf Grund einer Verantwortung, die ich mir einrede und die mich vielleicht gar nichts angeht oder vernachlässige eine, um die ich mich hätte kümmern sollen.

Eltern haben z.B. Verantwortung für ihre Kinder. Das ist eigentlich ganz normal und einsichtig. Wie oft aber können, insbesondere Väter, diese Verantwortung aus tausend Gründen nicht wahrnehmen oder nehmen sie nicht wahr oder bekommen keine Gelegenheit dazu. Mütter teilen nicht immer den Vätern deren Vaterschaft mit. Das kann aus Angst geschehen oder aus Unsicherheit oder auch aus tausend anderen Gründen. Im ersteren Fall leugnen die Väter oft genug aber Tatsachen, die ihnen bekannt sind, nämlich die Wahrnehmung dieses Ereignisses in eigener Zeit und in ihrem eigenen Ich. Sie leugnen oder ignorieren die Pflicht, aus der Verantwortung heraus zu handeln, nämlich die Vaterschaft zu übernehmen. Im zweiten Fall wird dem Vater von der Mutter die Wahrnehmung eines Ereignisses, Vater geworden zu sein, als sein eigene Zeit vorenthalten und sogar als Ereignis in ihrer Zeit zur ihrer eigenen Zeit verklärt. Das Kind wird so schnell zu einem persönlichen Besitz und Eigentum der Mutter. Es kann eine völlig verfälschte Verantwortung entstehen. Die Mutter wird außerdem möglicherweise zur zweifachen Zeitdiebin. Sie stiehlt ihrem Kind über Jahre die Wahrnehmung von Ereignissen, nämlich einen Vater in seiner eigenen Zeit, und dem Vater die Wahrnehmung von Ereignissen, sein eigenes Kind in seiner eigenen Zeit und in anderer Zeit zu erleben.

 

 

Trost

 

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Trost ist das erfüllte Verlangen nach Beseitigung eines seelischen Schmerzes. Die Beseitigung kann z.B. Zuspruch sein, also die Weitergabe einer Wahrnehmung eines Ereignisses durch einen anderen an mich, und zur Wahrnehmung eines Ereignisses in meiner eigenen Zeit werden. Seelischer Schmerz ist dabei immer die Wahrnehmung von Ereignissen meines eigenen Ichs.

Auch Trost an sich ist die Folge einer Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit. Er ist keine Wahrnehmung von Ereignissen meines eigenen Ichs. Erst, wenn ich diesen Trost an mir zulasse, ihn annehme, wandelt sich das erfüllte Verlangen nach Trost und auch der damit erfolgte Trost als Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit um zu einer Wahrnehmung von Ereignissen meines eigenen Ichs.

 

Trost schafft Erleichterung und Erleichterung kann Trost schaffen.

Auch wenn Trost scheinbar von außen an mich herangetragen zu sein scheint, mir Trost gespendet wird, entsteht Trost immer in mir selbst. Trost kann ich mir nur selber spenden, aber ich muss ihn zulassen. Mein verletztes Ich kann mit einem „Pflaster“, der Wahrnehmung von Ereignissen in anderer oder eigener Zeit, nämlich durch freundliche oder aufklärende Worte, ein Geschenk oder die liebevolle Zuwendung, Berührung oder Zuspruch, also durch die Wahrnehmung von Ereignissen Erleichterung erfahren. Das empfinde ich als Trost.

Sollte der Grund für meinen seelischen Schmerz ein Irrtum gewesen sein, und ich mich davon überzeugt haben, existiert das Verlangen nach Trost nicht mehr. Leider bleibt jedoch ein Misstrauen mir selbst gegenüber, weil ich die Wahrnehmung eines solchen Ereignisses nicht als Teil meines eigenen Ichs empfange sondern als Wahrnehmung eines Ereignisses in eigener Zeit oder sogar in anderer Zeit. An das Verschwinden des Bedürfnisses nach Trost muss ich mich erst gewöhnen. Das kann lange dauern.

 

Der größte und zuverlässigste Bote von Trost als Wahrnehmung eines Ereignisses in eigener Zeit ist die Hoffnung. Wer hofft, kann vielleicht auch glauben, aber wer glaubt ist immer voller Hoffnung. Glauben ist mit Hoffnung untrennbar verbunden, Hoffnung aber nicht unbedingt mit Glauben. Beide können Teile meines eigenen Ichs sein.

Glaube und die damit verbundene Hoffnung z.B. sind immer Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit und Teile meines eigenen Ichs. Wenn ich jedoch nicht glaube, kann ich diese Art der Hoffnung nicht empfinden. Hoffnung ist dann die Wahrnehmung von Ereignissen, vielleicht in eigenen Zeit meistens aber in anderer Zeit.

 

Hoffnung ohne Glauben ist die Wahrnehmung von Ereignissen in eigener oder anderer Zeit und so nicht Teil meines eigenen Ichs. Glauben aber, ohne Hoffnung, gibt es nicht.

 

Wird mir Trost gespendet, wird immer der Versuch unternommen, mir mit der Wahrnehmung eines Ereignisses in anderer Zeit meine eigene Zeit um diese Aufwendung zu erweitern. Nehme ich sie an, bin ich bereit für eine solche Spende, dann empfinde ich tatsächlich Erleichterung und vielleicht sogar den Abbau eines Schmerzes, der das Verlangen nach Trost ausgelöst hat. Dieser Schmerz ist in erster Linie ein seelischer Schmerz, die Wahrnehmung eines Ereignisses meines eigenen Ichs. Er kann in körperliche Schmerzen ausarten und wird so zur Wahrnehmung eines Ereignisses in eigener Zeit.

Trost kann ich aber nur meinem seelischen Schmerz spenden. Da dieser Schmerz die Wahrnehmung eines Ereignisses in meiner eigenen Zeit ist, auch wenn er mir möglicherweise von außen zugefügt wurde, kann er auch nur durch die Wahrnehmung eines Ereignisses in meiner eigenen Zeit gemildert oder gar beendet werden.

 

Genugtuung und Befriedigung unterscheiden sich gravierend von Trost, weil sie Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit oder in eigener Zeit sein können. Sie sind aber keine Wahrnehmungen von Ereignissen meines eigenen Ichs.

 

Trost kommt wie das Glück unversehens. Ich kann Trost nicht erzwingen, nicht mit Zuverlässigkeit verschenken. Trost begegnet mir stets unerwartet und oft auch unerkannt. Trost ist immer ein Geschenk, welches mir widerfährt.

 

 

Gleichzeitigkeit

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Es gibt keine Gleichzeitigkeit.

 

Nur der Begriff „Die Zeit“, mit seinen Maß- und Messmethoden, räumt die Möglichkeit des Vergleichens bis zur Gleichzeitigkeit ein. Von dieser Art der Zeit mit seiner Zeitbeschränkung und -einschränkung ist hier aber nicht die Rede.

Um den Unterschied von „Die Zeit“ und „Zeit“  zu verdeutlichen, möchte ich mich eines Beispiels bedienen:

„Die Zeit“ wäre vergleichbar mit der Farbpalette, die einem Maler zur Verfügung steht, nur „Zeit“ aber, von der ich hier spreche, mit dem Empfinden für Farben, dem Verständnis für Buntes, dem Erleben von Farbigkeit, Impression, Expression, Technik und Legende, um Malerei auszudrücken. Das alles könnte keine Palette leisten. Nur das fertige Bild wäre vielleicht geeignet, meine eigene Zeit in Farben wiederzugeben.

 

Aber zurück zur Gleichzeitigkeit.

Keine zwei Menschen können jemals ein Ereignis zur gleichen Zeit in eigener Zeit wahrnehmen. Das aber sind Voraussetzungen für Gleichzeitigkeit. Sie befinden sich immer in eigener Zeit und in anderer Zeit. Keine zwei Menschen sind je zur gleichen eigenen Zeit am selben Ort. Mindestens der Ort wird von jedem individuell empfunden. Das bedeutet schon größte Unterschiede im Wahrnehmen sämtlicher Ereignisse in eigener und anderer Zeit.

Zur gleichen Zeit in eigener Zeit ein Ereignis wahrzunehmen, ist für zwei Menschen auch deshalb unmöglich, weil jeder menschliche Körper, bedingt durch hunderttausend Einzelheiten, wie seine Eigenheiten, Lichtempfänglichkeit und -empfindlichkeit, Erinnerungsvermögen, Glauben, Gefühl, Empfindsamkeiten, unterschiedliches Wahrnehmen von Ereignissen in eigener Zeit sowie in anderer Zeit usw. usw. und z.B. in der Wahrnehmung aller anderen Sensationen, die die Aufnahmefähigkeit eines Menschen von jedem anderen unterscheiden, eine derartige Gleichheit nicht zulassen. Das alles ist Fingerabdrücken sowie DNA vergleichbar, unterschiedlich. Erinnerungen müssten auch sofort untereinander austauschbar sein. Gleichzeitige Ereignisse bzw. deren Gleichzeitigkeit müssten beweisbar sein. Das ist aber beides nicht möglich. Erinnerungen und Ereignisse sind höchstens nachweisbar.

Jeder Mensch hat eigene Wahrnehmungen von Ereignissen. Die führen später stets zu unterschiedlichen Angaben, Aussagen und Wiedergaben.

Da die Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit von zwei Menschen am selben Ort voneinander abweichen muss, betrifft dies auch deren Anwesenheit und ihre Gegenwart. Beides wird in erster Linie durch sinnliche Wahrnehmungen von Ereignissen wie Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken, Empfinden von Wärme und Licht usw. bestimmt. Daher muss die Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit von z.B. zwei Menschen, sich immer und in jeder Beziehung voneinander unterscheiden, auch wenn dies in den meisten Fällen nicht so empfunden wird.

 

 

Entgegenkommen, Verfallen sein

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Entgegenkommen hinterlässt eigentlich immer einen recht positiven Eindruck, es sei denn, dass es in der Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen, in anderer Zeit, unwillkommen ist. Entgegenkommen kann ich leisten oder es wird mir gebracht.

Verfallen sein dagegen wird in der Wahrnehmung von Ereignissen durch andere zu oft abwertend, fast negativ und mit Vorurteilen belastet, hinter vorgehaltener Hand beobachtet.

 

Entgegenkommen und Verfallen sein haben trotzdem Grundsätzliches gemeinsam.

 

In seiner Wahrnehmung von Ereignissen des eigenen Ichs, in meiner eigenen Zeit, ist Entgegenkommen das Verschenken von Vertrauen in hilfreicher und uneigennütziger Absicht. Leiste ich Entgegenkommen, dann habe ich zuvor meistens in eigener Zeit die Wahrnehmung von Ereignissen eines anderen in seiner anderen Zeit erfahren. Ich erlebe diese andere Zeit so nah, dass sie zu meiner eigenen Zeit wird, nämlich mein Ich wird kurzfristig und manchmal auch nachhaltig so sehr berührt, dass ich mit Handeln reagiere. Meine Reaktion überrascht mich vielleicht, weil sie mich nicht das erste Mal in einer vergleichbaren Situation aufschreckt. Dennoch kann sie in ähnlichen Situationen reflexartig abgespult werden. Sie ist dann keine Wahrnehmung von Ereignissen meines eigenen Ichs mehr. Entgegenkommen unterliegt schnell einem Verschleiß, den man bedauert, wenn er zu einer Wahrnehmung in eigener Zeit wird und begrüßt, wenn dadurch die Augen geöffnet werden, und die vermeintliche Unsinnigkeit eines Entgegenkommens erkannt wird.

Leistet mir jemand Entgegenkommen, entsteht leider oft ein Misstrauen, geboren vielleicht als Folge von Enttäuschung bei ähnlichen Anlässen, oder es wird mit offenen Armen angenommen und ist sofort eine Wahrnehmung in eigener Zeit, wird zum Bestandteil meines eigenen Ichs, weil z.B. eine selbstlose Hilfe oder Hilfestellung einem unerwarteten Geschenk gleichkommt.

 

Verfallen sein ist auch die Wahrnehmung von Ereignissen des eigenen Ichs, aber mit dem fatalen Gedanken, diese Wahrnehmung in einer einzigen und nicht nachlassenden Absicht nicht mehr zuzulassen, und sich selbst völlig, aber uneigennützig, aufzugeben. Entgegenkommen und Verfallen sein haben somit eine Gemeinsamkeit, nämlich Uneigennützigkeit.

 

Verfallen sein sollte eine typische Wahrnehmung von Ereignissen des eigenen Ichs sein und wird von der Umwelt meistens als Wahrnehmung von Ereignissen in anderer Zeit, nämlich eigener Zeit des Betroffenen, registriert. Dabei fällt es mir, als dem Betroffenen, als einem in Abhängigkeit Verfallenem, leider ausnahmslos schwer, mein eigenes Ich zu erkennen, zu verstehen und letzten Endes zu durchschauen.

Verfallen sein ist nicht der „Vielfraß“, der oder die alles in sich hineinschlingt oder der Trophäensammler sondern, und hier als Beispiele gedacht, sind es die Ursachen, die zum Vielfraß, zum Trophäensammler in falscher Wahrnehmung von Ereignissen des eigenen Ichs in meiner eigenen Zeit führen. Diese Ursachen können Seelenlosigkeit, Langeweile, Unwissenheit, Gutgläubigkeit, Fanatismus sein, aber immer sind die Gründe, im Gegensatz zu den Auswirkungen, von Uneigennützigkeit geprägt. Verfallen sein unterliegt auch einer eigenen Dynamik und einem ständigen Wachstum.

Verfallen sein hat zu viel mit Streben nach Glücksgefühlen als Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit, aber mehr noch mit Verlusten, Ängsten und Scham zu tun. Ich aber, der Betroffene, habe für alles Verständnis und immer neue Ausreden. Die werden mir ständig von meinem eigenen Ich, in meiner eigenen Zeit, auf dem silbernen Tablett serviert. Sie heißen ganz schlicht Lügen. Lügen, natürlich als Selbstbetrug, wobei jede Wahrnehmung von Ereignissen des eigenes Ichs bewusst und unbewusst von mir solange gefälscht und verfälscht werden, bis sie zur Wahrnehmung von Ereignissen meines eigenen Ichs geworden sind, und ich an sie glaube.

Ich stelle keine einzige der Lügen in Frage. Ich als Betroffener ertappe und verstehe die Lügengespinste mein eigenes Ich als köstlichen Hort, der mir alle Sehnsüchte, Wünsche und Hoffnungen zu erfüllen in Aussicht stellt und sie in Befriedigung münden zu lassen behauptet. Mein eigenes Ich wird zu einem wunderbaren Lügenpolster. Außenstehende bemerken dies als Wahrnehmung eines Selbstbetruges in anderer Zeit, nämlich in meiner eigenen Zeit. Die Lügen, die ich mir einrede, sind stets Versprechungen, um meine vermeintlichen, seelischen Schmerzen sofort und für alle Zukunft zu lindern. Die scheinbare Erfüllung dieser Versprechungen muss leider immer von Außenstehenden erfolgen. Aber selbst die vermeintliche Erfüllung lindert keine Schmerzen. Sie bleibt nur die Wahrnehmung von Ereignissen in anderer Zeit und nicht die Wahrnehmung eines gesundenden Ichs.

Verfallen sein ist fast ausnahmslos der Beginn einer seelischen Erkrankung, eines tiefgreifend verletzten eigenen Ichs, mit Zersplitterung der Wahrnehmung von Ereignissen in meiner eigenen Zeit als dessen zusammenhanglose Fragmente.

Sie wächst sich oft aus über Hörigkeit und Besessenheit bis hin zur Selbstzerstörung.

 

 

Medium, Muse

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Neben Zeitdieben gibt es auch Zeitschenker und Zeitschenkerinnen. Dazu gehören Medium und Muse.

 

Ein Medium stellt in Wahrnehmung von Ereignissen in seiner eigenen Zeit eine „übernatürliche“ Verbindung zu anderen Menschen oder auch Umständen her, die sich in einer Welt, in der es unsere Ansichten von Raum und Zeit nicht gibt, befinden, aufhalten oder ereignen und die sich selbst ein denkgeübter Zuhörer nur schwer oder gar nicht vorstellen kann. Eine Nachricht von dort kann nur ein Medium empfangen und weiterleiten. Einem Medium darf ich Glauben schenken oder nicht. Ich darf ihm seine selbstbehaupte Begabung, Menschen und Dinge zu sehen, sie in Zusammenhang zu bringen, von ihnen zu erfahren, sie zu sprechen, sie zu hören, mit ihnen zu empfinden oder vielleicht Ereignisse vorherzusehen, als wahr und als Wahrnehmung von Ereignissen in seiner eigenen Zeit abnehmen, sie bezweifeln oder ablehnen. Glaube ich einem Medium, dann versuche ich mir andere Zeit schenken zu lassen und sie gegen jede Vernunft und Erfahrung zu eigener Zeit oder sogar zu meiner eigenen Zeit z.B. als Grundlage für die Befriedigung meiner Neugier, für eigenes Handeln, Honorieren seiner Tätigkeit usw., zu machen. Diese eigene Zeit ist für mich geschenkte andere Zeit. Ein Medium, dem ich glaube, ist für mich ein Zeitschenker.

 

Ein Medium drängt sich normalerweise nicht auf, ist aber von seinen Fähigkeiten überzeugt. Es handelt völlig autark insofern, als es meine Belange, Fragen an es anhört und vielleicht annimmt oder abwandelt, aber in der Beantwortung eigene Wege geht und Mittel einsetzt, die in eigener Zeit oder anderer Zeit von Anwesenden und von ihm zwar bezeugt aber nicht bewiesen werden können.

Ein Medium ist sich in jeder Beziehung seiner Besonderheit bewusst. Es ist stets bemüht, wenn auch nicht immer willig, seine Fähigkeiten auf Befragen anderen zur Kenntnis zu bringen, ohne sich aufzudrängen. Selbst aber für die kleinsten seiner Einsätze oder Aussagen übernimmt oder trägt es keine Verantwortung. Auch das Interpretieren seiner Aussagen ist nicht seine Sache und nicht seine Aufgabe, obwohl manches Medium das wohl anders sieht. Es möchte seine Fähigkeiten dann vielleicht zeitweise als „weltenverbindenden“ Sucher und Finder, dann wieder als Seher und Zukunftsdeuter verstanden wissen.

 

Eine Muse kann niemand absichtlich und nicht gezielt finden. Eine Muse wird durch einen Menschen verkörpert. Man kann ihr nur zufällig begegnen. Sie ist extrem scheu und schweigt hauptsächlich. Sie ist immer eine Begegnung auf Zeit. Die kann sehr tragisch enden. Zu oft verleitet der Reichtum des durch die Muse als Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit Empfundenen zum Prahlen. Das wiederum führt zum Ausbleiben der Wahrnehmungen und führt zum schlagartigen Nachlassen der Wirkung der Muse bis zu ihrem völligen Verschwinden.

Man kann den Menschen, der die Muse verkörpert, zwar an sich binden, die Muse in ihm oder durch ihn aber nicht. Es scheint, ihr zu begegnen, ist so schwer wie auf Glück zu treffen. Hoffen und Wünschen können nichts ausrichten. Trotzdem wird sie von sehr vielen ersehnt. Eine Begegnung mit ihr ist aber meistens unvorbereitet und plötzlich. Keiner weiß im Vorwege, was geschieht, wenn ihm eine Muse und dann sofort „seine“ Muse begegnet.

Einer Muse kann man sich nicht entziehen. Sie wirkt ohne jedes Zutun, weder durch eigenes noch durch fremdes. Wer empfänglich für sie ist, ist ihrem Wirkungskreis willenlos und meistens beispiellos ausgeliefert. Eine Muse ist für den Empfänger immer einmalig und hochgradig selten. Eine Begegnung mit einer Muse bewirkt bei Künstlern, Musikern, Dichtern und musischen Menschen eine schlagartige Wahrnehmung ungewohnter Ereignisse und Fähigkeiten in deren eigener Zeit. Die Muse erfährt davon nichts, außer, dass man ihr vielleicht darüber berichtet. Sie selbst ist dann voller Unglauben, zumal sie keine Wahrnehmungen von Ereignissen der berichteten Art in ihrer eigenen Zeit erfährt und damit auch nichts in Zusammenhang bringen kann. Sie ist fast ausnahmslos erstaunt, wenn sie doch davon hört oder erfährt. Eine Muse ist bei den Empfängern ihres Wirkungskreises nie aktiv und immer völlig absichtslos. Andererseits erfährt eine Muse manchmal, dass sie mehreren Menschen einen für sie nicht nachvollziehbaren Ideenreichtum beschert. Das ist dann ihre Wahrnehmung von Ereignissen in anderer Zeit. Für den Empfänger ist es aber oft das Ende einer solchen Begegnung, wenn er nämlich der Muse in irgendeiner Weise über seine Erfahrungen mit ihr berichtet, sie sie spüren oder wissen lässt. Er verrät damit seine Wahrnehmungen in eigener Zeit an sich selber, so widersprüchlich es anscheinend ist, und verliert die Muse als Schenkerin von eigener Zeit für immer. So schnell, wie sie ihm begegnete, so schnell wird sie sich dann seinen Wahrnehmungen entfremden und entziehen. Auch das geschieht ohne ihren Einfluss oder ihre Absicht. Es bleibt nichts, nicht einmal eine Erinnerung an das köstliche Gefühl, welches eine Muse den Empfänger ihres Einflusses als lebendige eigene Zeit so plötzlich hatte erfahren lassen.

Eine Begegnung mit einer Muse kennt für den Empfänger ihrer scheinbaren Geschenke keine diesbezügliche Wahrnehmung von Ereignissen in anderer Zeit. Alles erlebt er nur in seiner eigenen Zeit und in ihrer Gegenwart.

Ist sie ihm vor Augen, ist er reich. Dann überkommt ihn ein enormer Einfallsreichtum, eine gewaltige Schaffensfreude, und er ist unversehens voller Zuversicht in allem, was er jemals erreichen wollte. Sie ist ihm eine Zeitschenkerin.

Ist sie für ihn nicht sichtbar und nicht gegenwärtig, leidet er unter ihrer Abwesenheit und vermisst sie. Er fühlt sich von ihr verraten, vernachlässigt, traut sich aber nicht Forderungen zu formulieren, weil ihre Wirkung auf ihn nicht greifbar ist. Er kann sie nicht in anderer Zeit wahrnehmen. Ohne ihr Dasein fehlt sie ihm in seiner eigenen Zeit.

 

Eine Muse bereichert andere ausnahmslos durch sich selbst und nicht durch ihren Einfluss. Sie ist die Muse, ihr Einfluss ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch sie in eigener Zeit des anderen. Sie wird immer wahrgenommen als Ereignis in eigener Zeit und niemals in anderer Zeit. Wird sie jedoch scheinbar in anderer Zeit wahrgenommen, dann handelt es sich um die Person, welche die Muse in sich trägt. Auch eine „heimliche“ Muse, die mit einem anderen keine Begegnung hatte, wird nur in anderer Zeit wahrgenommen.

Ihr Einfluss ist direkt mit ihrer Gegenwart und Begegnung verbunden und nicht über den Umweg der Beeinflussung z.B. durch Gespräche mit ihr oder Fragen an sie oder Erfragen anderer Ausdruckmöglichkeiten für Schaffende.

Ihre Gegenwart schenkt dem Empfänger ihres Einflusses direkt und unerwartet eigene Zeit. Die Muse ist stets eine Zeitschenkerin.

 

 

Hass, Neid, Betrug und Verrat

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Hass, Neid und Betrug unterscheiden sich grundsätzlich von Verrat.

Verrat entsteht in anderer Zeit und verletzt dann mein eigenes Ich.

Hass, Neid und Betrug entstehen in meiner eigener Zeit und sind Wahrnehmungen meines bereits verletzten eigenen Ichs.

 

Hass ist ebenso wie Neid und Betrug eine Wahrnehmung von Ereignissen meines eigenen verletzten Ichs in meiner eigenen Zeit. Insbesondere der Hass entsteht nicht in anderer Zeit sondern wächst und „gedeiht“ zunächst als kleiner Keim, der in meinem eigenen Ich Zuhause ist und ebenso wie Neid verhätschelt, aber dann unermüdlich von mir zum Wachsen angestachelt wird. Das geschieht erst in Gedanken, dann in heimlichen oder lauten Worten und schließlich vielleicht sogar in Taten. Andere Zeiten, die mich zu Hass und Neid verleitet haben könnten und von denen ich durch Zufall oder in Langatmigkeit erfahren habe, sind dabei Zeitdiebe. Die von mir wahrgenommene eigene Zeit wird von den anderen Zeiten zerfressen und aufgefressen. Irgendwann nehmen Hass und Neid meine gesamte eigene Zeit ein. Sie wachsen sich aus zu Geschwüren.

 

Betrug ist eine Verfeinerung von Hass und Neid, weil er mir, ebenfalls als Wahrnehmung in eigener Zeit, aber auch entstanden durch andere Zeit, eine Möglichkeit schafft, scheinbar in Rache handeln zu können. Noch ungewisser, aber viel verführerischer ist es, Hass und Neid dadurch endlich in eigener Zeit auch genießen zu können. Bis dahin hatte ich nur unter ihnen gelitten.

Hass und Neid verursachten permanentes Leiden, dauernde Qualen und Dürsten nach einer unbekannten Erfüllung. Rache aber, versteckt im Betrug, bietet mir an, Hass und Neid solange wie möglich in köstlich reiner Form als Wunschdenken in eigener Zeit am Leben zu erhalten. Rache rächt sich jedoch schnell, wenn aus Wunschdenken Handeln werden sollte oder wird, denn die Verletzungen meines eigenen Ichs durch Hass und Neid werden durch Betrug und die damit verbundene Rache, immer größer und schlimmer. Der Diebstahl an eigener Zeit wirkt sich noch gravierender in meiner eigenen Zeit aus. Es bleibt schließlich kein Freiraum mehr für Wahrnehmungen in wirklich eigener Zeit sondern es zählen nur noch andere Zeiten. Ich selbst werde abhängig von solchen Wahrnehmungen, die man mir berichtet oder von denen bzw. über die ich anderswie erfahre.

 

Verrat entsteht immer in anderer Zeit und geschieht dann an meinem eigenen gesunden unverletzten Ich in meiner eigenen Zeit.

Es ist ein großer Irrtum zu denken, dass Verrat selbst eine gute Sache oder ein gutes Tun ist, sein könnte oder sein kann. Er wird aus anderer Zeit in mich durch mich gepflanzt.

Damit er dort bleibt, muss ich die Wahrnehmung von Ereignissen meines eigenen Ichs dauernd belügen und mit scheinbaren Wahrnehmungen in anderer Zeit solange betrügen, bis ich schließlich von ihm, dem Verrat, als meine eigene Zeit überzeugt bin.

Das alleine schon ist nicht gut, es ist nicht mehr Wahrnehmung meines eigenen Ichs in eigener Zeit. Mein eigenes Ich war ursprünglich nicht verletzt und nicht Auslöser meiner Gedanken an Verrat sondern andere Zeit bedrängte mich derartig, dass ich nur noch an Verrat als scheinbare Wahrnehmung meines eigenen Ichs denken konnte.

Verrat orientiert sich nicht am Wachstum in mir sondern an den Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit, z.B. wie schwerwiegend, wie hinterlistig, wie umständlich und natürlich oder unnatürlich, wie erfolgreich oder erfolglos er sein wird und auch daran, wer ihn durchführt.

 

 

Begehren, Verlangen, Leidenschaft

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Jede dieser einschneidenden, eigenen Gefühlsregungen, Begehren, Verlangen, Leidenschaft, ist so überraschend, dass der oder die Betroffene sie immer als Wahrnehmung eines Ereignisses in seiner bzw. ihrer eigenen Zeit, also als Wahrnehmung von Ereignissen, seines oder ihres eigenen Ichs, erlebt und niemals als solche in eigener Zeit, also als Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb des eigenen Ichs.

Eine derartige Wahrnehmung, mit möglicherweise ganz verschiedenen Ursachen, als solche zu erkennen und dann voneinander zu unterscheiden, ist schwierig. In ihrer Zuordnung jedoch, nämlich der Beantwortung der Frage, ob die Gefühlsregungen in mir latent vorhanden waren oder von außen an mich herangetragen und dann in mir wirksam wurden, ist eine Antwort enorm wichtig. Kommen die Wahrnehmungen nämlich aus meinem eigenen Ich, werde ich mich kaum vor ihnen schützen können und bin einem Wirksamwerden machtlos ausgeliefert. Handelt es sich bei ihnen aber um Begegnungen, denen ich nicht ausweichen konnte, kann ich mit diesem Wissen rechtzeitig meine Gefühlsregungen einordnen und mit ihnen bewusst umgehen oder umzugehen versuchen. In eigener Zeit müssten sie tatsächlich Begegnungen sein, welcher der oder die Betroffene nicht ausweichen konnte. In seiner oder ihrer eigenen Zeit aber sind sie Wahrnehmungen des eigenen Ichs und als Gefühlsregungen bestehende und lang anhaltende Teile von seinem oder ihrem eigenen Ich, die plötzlich zum Ausbruch kommen.

Begehren, Verlangen und Leidenschaft erscheinen eigentlich nicht als ein gemeinsames, gleichwertiges Ereignis sondern nacheinander, je nach dem, was sich von den Dreien anfangs als das Schwächste gezeigt hat. Das Schwächste insofern, als es von allen den geringsten Widerstand beim eigenen Ich erzeugen und auch als harmlos erkannt wird. Scheinbar halten sich die Stärkeren im Hintergrund oder, was viel wahrscheinlicher ist, von den drei genannten Gefühlsregungen wird überhaupt nur eine wirksam. Begehren bedingt nicht unbedingt Verlangen und das nicht unbedingt Leidenschaft. Jede dieser drei tritt auch nicht immer wieder neu in Erscheinung, trotz vielleicht gleicher Umstände, und wird auch nicht immer gleichermaßen aktiv. 

Aber Begehren kann von Verlangen und Verlangen von Leidenschaft abgelöst werden. Auch andere Reihenfolgen sind denkbar.

 

Begehren, Verlangen, Leidenschaft entstehen stets, wenn sie von einem oder einer Betroffenen, mit der Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit, also außerhalb des eigenen Ichs, an sich selbst entdeckt werden. Das beantwortet aber nicht die Frage ob diese eigene Gefühlsregung in meinem eigenen Ich Zuhause ist oder in anderer Zeit entstand. Vielleicht habe ich sie mir nur angeeignet. Möglicherweise ist es ein Selbstschutz, um nicht zugeben zu müssen, dass ich irgendwie Begehren, Verlangen, Leidenschaft in mir spüre und damit veranlagt bin. Die Frage, ob diese Zwitter, die ich entdeckt habe, etwas Gutes oder etwas Miserables sind, könnte sonst ein Problem sein.

 

Begehren, Verlangen, Leidenschaft sind gerichtet auf Ereignisse außerhalb meines eigenen Ichs. Das können Geld, Schmuck, Kunst, andere Menschen, Reichtum und z.B. Luxus und Politik, aber auch in hohem Grad Selbstdarstellung, Selbstzerstörung wie Sucht oder Einmaligkeit z.B. in Form von Suizid sein. Diese Anlässe und besonders die letzteren können immer nur Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit und nicht in meiner eigenen Zeit sein.

 

„Die Objekte der Begierde“ liegen also stets außerhalb meines eigenen Ichs. Das beantwortet auch die Frage nach den latent in mir vorhandenen Gefühlsregungen oder von außen beeinflussten Anregungen meiner Gefühle.

Die Bereitschaft zu Begehren, zu Verlangen und in Leidenschaft zu leben, mag zwar stets latent in meinem eigenen Ich vorhanden sein. Die Auslöser aber zu deren Wirken werden eindeutig aus anderer Zeit adaptiert. Wie etliche andere Gefühlsregungen müssen sie, trotz mancher gewaltiger, anhaltender Glücksmomente, zu den klassischen Zeitdieben gerechnet werden. Sie rauben mir eigene Zeit, die ich nicht für mich in Anspruch nehmen kann. Sie wird bewusst oder unbewusst mit Wunschdenken, z.B. durch Wachträumen, oder durch Mutproben, Machtproben, Überraschungsaktionen oder ähnliches ersetzt oder als scheinbar eigene Zeit durch eigenverantwortliches Handeln ausgelebt.

 

 

Treue, Ehrlichkeit

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Treue verlangt immer nach Ehrlichkeit und erwartet sie in jeder Beziehung als Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit, also außerhalb meines eigenen Ichs.

Treue als Wahrnehmung von Ereignissen in meiner eigener Zeit, also als Teil meines eigenen Ichs, kann ich mir nur in versäumter, verpasster, verhinderter und z.B. durch Mangel an Gelegenheit nicht wahrgenommener Untreue vorstellen, bzw. nachweisen und bezeugen. Treue selbst kann ich nicht beweisen. Da Untreue bei bestehender Treue nicht stattfindet, hat Treue also keinen Maßstab in eigener Zeit und nicht in meiner eigenen Zeit. Sie bleibt oft völlig unentdeckt.

Begehe ich jedoch Untreue, so liegt der Maßstab für Untreue in der Wahrnehmung von Ereignissen in anderer Zeit. Andere lassen mich mit der Wahrnehmung von Ereignissen in ihrer Zeit wissen, was Untreue für mich zu bedeuten hat. Sie hat direkt mit Ehrlichkeit zu tun und deckt diese auf oder zu.

Andere Zeit wird so zum Maßstab für Untreue, die über den Umweg, Ehrlichkeit, meine Treue bemisst.

 

Ehrlichkeit bedingt Treue nur sich selbst gegenüber und ist stets Wahrnehmung von Ereignissen in meiner eigenen Zeit, also meines eigenen Ichs.

Ehrlichkeit als Wahrnehmung von Ereignissen in meiner eigenen Zeit wird in mir als fester Bestandteil meines eigenen Ichs empfunden. Er wird nur dann in Frage gestellt, wenn die Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit, die mir z.B. zugetragen werden, einen anderen Teil meines eigenen Ichs verführen und ihn in Versuchung bringen, nämlich unehrlich zu sein. Da Unehrlichkeit bei bestehender Ehrlichkeit nicht stattfindet, hat diese nur sich selbst zum Maßstab. Ein solcher Maßstab, also die Festlegung, was Ehrlichkeit ist, richtet sich naturgemäß nach meinen Erfahrungen. Die sind Berichte von Wahrnehmungen von Ereignissen die Ehrlichkeit betreffend, aber in anderer Zeit.

Andere Zeit wird so zum Maßstab für meine Ehrlichkeit.

 

Treue und Ehrlichkeit sind weder Wahrnehmung von Ereignissen in meiner eigenen Zeit, meines eigenen Ichs, noch Wahrnehmung von Ereignissen in eigener Zeit, also außerhalb davon. Treue und Ehrlichkeit werden, entgegen allen Erwartungen, einzig durch Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit, bewertet und bemessen.

Ich selbst kann sie weder beweisen noch bezeugen.

 

 

Kindheit

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Es kann an dieser Stelle nicht über die Wahrnehmungen von Ereignissen eines Kindes im Laufe seiner Kindheit, die vielleicht vom zweiten bis zum höchstens fünften Lebensjahr währt, in seiner eigenen Zeit, also seines eigenen Ichs berichtet werden. Es würde sich dann um unprofessionelle Spekulationen handeln. Der Beobachter, also ich, verfügt nicht mehr über umfangreiche Wahrnehmungen von Ereignissen seines eigenen Ichs oder gar in eigener Zeit, weil die meisten nicht erinnert werden oder letztere sich gar nicht ereignet zu haben scheinen. Ich selbst kann jetzt nur noch über erinnerte Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit, die aus meiner Kindheit stammen, berichten.

 

Erinnerungen an die Kindheit in meiner eigenen Zeit, also meines eigenen Ichs, oder auch in eigener Zeit sind zu oft nur Bruchstücke. Ihre Bedeutung ist für mich nicht eindeutig und nicht ohne Fehlfarben zuzuordnen.

Bei mir herrschen sicher nur Erinnerungsreste vor, wie sie bei den meisten Erwachsenen mehr oder weniger abrufbar sind. Die werden von mir bewusst oder unbewusst neu als Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit empfunden.

Dreh- und Angelpunkt für solche Aufarbeitungen sind meistens die Erinnerungen an frühkindliche und kindliche Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit durch Eltern oder z.B. Großeltern, Geschwister, Heime, fremde Menschen, Liebmenschen oder Unmenschen. In meinen Erinnerungen bin ich bemüht, sie so zu sortieren, dass sich Wahrnehmungen von Ereignissen meiner eigenen Zeit, also meines eigenen Ichs, vielleicht sogar eigener Zeit oder anderer Zeit zuordnen lassen. Davon verspreche ich mir zu erkennen, ob andere und wie weit, Einfluss auf meine Kindheit hatten. War der gravierend, so dass ich von den Folgen wie eine „Lorenz‘sche Graugans“ geprägt wurde, oder hatte und habe ich je eine Chance gehabt, einen eigenen Weg zu finden und zu gehen. Das herauszufinden, habe nur ich allein die Möglichkeit, weil nur ich über Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit, authentisch berichten kann.

 

Falls ich als Kind in Lieblosigkeit aufgewachsen sein sollte, so ist mir dieses Erkennen damals erspart geblieben. Ich hätte den Mangel an körperlicher Zuwendung und Zuspruch nicht sonderlich bemerken können. Woher sollte ich es anders wissen. Der Mangel wäre keine Wahrnehmung von Ereignissen in meiner eigenen Zeit gewesen, weil er nicht als solcher erkannt worden wäre. Nur die herrschenden Zustände sind von mir wahrgenommen worden. Ich erlebte alles unkritisch und vorurteilslos. Wahrnehmungen von Ereignissen von anderen in deren anderer Zeit erreichten mich nicht. Sie konnten mich nicht erreichen. Die Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit waren in jeder Beziehung in Abhängigkeit davon verharrt und verhakt und verhinderten so sämtliche andere Zeiten an mein eigenes Ich zu gelangen.

 

Hätte ich dagegen meine Kindheit im scheinbaren Liebesüberfluss verbracht, wäre ich z.B. von der Mutter in körperlicher, überschwänglicher Fürsorge bis hin zur völligen Unselbständigkeit und anhaltender Brutkastenmentalität verhätschelt worden, dann hätte ich meine Kindheit trotzdem nur in der Wahrnehmung von Ereignissen in meiner eigenen Zeit und im Verharren verbracht. Auch dann hätten mich Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit nicht erreicht.

 

Es besteht für mich, nur bezogen auf die Frage, ob außer den Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit auch solche in eigener Zeit oder anderer Zeit erfolgten, entgegen manchen Meinungsäußerungen anderer, kein Unterschied zwischen einer Kindheit in Lieblosigkeit und einer im Liebesüberfluss. In beiden Beziehungen verharren die Wahrnehmungen von Ereignissen stets in meiner eigenen Zeit.

 

Die Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit, also außerhalb meines Ichs, beginnen erst mit dem Ende der Kindheit. Sie sind bis dahin gänzlich ausgeschlossen und erhalten keinen Zugang zu meinem eigenen Ich. Es gibt für mich bis dahin noch keine Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit.

 

Hätte ich eine andere Kindheit gehabt, z.B. die von Frühbegabten oder Hochbegabten, so wäre diese ähnlich verlaufen, nur mit dem großen Unterschied, dass offenbar das Freilegen von Ressourcen und die Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit, meinem eigenen Ich, bei keiner Beziehung in irgendeiner Abhängigkeit verharrt wäre. Ich hätte anscheinend frei oder heimlich und versteckt alle Möglichkeiten eines eigenen Umganges mit dem eigenen Ich während der Kindheit nutzen können und auch genutzt, geliebt und entwickelt. Trotz des Unwissens um vielleicht offene Wege und deren Nutzung sowie dem fragwürdigen Erahnen möglicher Freiräume, hätte ich mich selbst gefördert und gefordert. Solche Kinder erleben ihre Kindheit, ebenso wie andere, in keiner Beziehung zu Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit oder anderer Zeit.

 

Herausragende Kinder regen sich selbst zu schöpferischem Tun an.

Auch für sie besteht die Kindheit einzig aus den Wahrnehmungen von Ereignissen in ihrer eigenen Zeit. Das scheint für alle Kinder zu deren Schutz zu sein, und es sind grundlegende Erfahrungen, die sie damit machen. Erfahrungen aber sind keine Prägungen, denn Erfahrungen kann man nicht lernen oder vermitteln. Prägungen hingegen sind Wahrnehmungen von Ereignissen aus anderer Zeit, die sofort als Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit, des eigenen Ichs, aufgenommen werden. Die aber finden in der Kindheit nicht statt. Kindheit ist gefangen von ihrer eigenen Zeit.

 

 

Liebeskummer

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Liebeskummer beweint Verlassensein und die Irrtümer in den Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit, meines eigenen Ichs. Er ist mit nichts ähnlich Einschneidendem und Schlimmem vergleichbar.

 

Liebende sind zugleich Zeitschenker aber auch Zeitdiebe. Sie sind es insofern, als sie sich gegenseitig mit hingebungsvoller Zuneigung, verbindlichem Vertrauen, scheinbar nicht enden wollender Ehrlichkeit und dem heimlichen oder offenen Bekenntnis zu ihrer Liebe und dem Wissen um deren Zerbrechlichkeit alle Aufmerksamkeit zukommen lassen, halten aber auch absichtlich oder unabsichtlich und scheinbar ganz nebenbei den geliebten Partner davon ab, seinen oder ihren üblichen Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener und anderer Zeit nachzugehen. Diese werden, völlig verdreht als Wahrnehmungen von Ereignissen, aus z.B. eigener Zeit, umgemünzt in solche in anderer Zeit und umgekehrt. Der oder die Liebende glaubt auch besonders in der Zeit des anderen zu denken und Wahrnehmungen von Ereignissen in dessen anderer Zeit wie er oder sie zu empfinden. Jeder der Partner ist angenehm sicher in der Umkehr der eigentlichen Verhältnisse und sich dessen wohl auch bewusst. Er empfindet sie, trotz leise gedachter oder zögerlich ausgesprochener Zweifel, als beglückend und Bereicherung. Es stört ihn nicht, zu sehen und zu erfahren, dass es, trotz eigentlichen Besserwissens, eine solche Umkehrung und zugleich Intimität für ihn bzw. für sie gibt. Besserwissen heißt hier, dass seine oder ihre Lebenserfahrungen ihn oder sie warnen sollten. Es handelt sich schließlich um Vermutungen, die auch schwer enttäuscht werden könnten. Ihre Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener und anderer Zeit lenken ihn oder sie aber wie fremdgesteuert von kaum noch zu erinnernden Erfahrungen ab und scheinen Bestätigungen zu sein. Er und sie haben das Gefühl zu geben und zu nehmen. Sie stehlen dem Partner unverhohlen oder insgeheim dessen andere Zeit und geben mehr oder weniger gerne ihre eigene Zeit. Die Partner nehmen dies nicht nur billigend sondern auch siegessicher hin. Mehr noch. Ihre Gefühle sind so neu und so wohltuend tief und so völlig ungewohnt wie scheinbar zuverlässig, dass sie sie mit großer Freude, aber auch intuitiver Vorsicht und ein wenig Argwohn und Zweifel annehmen. Sie werden sogleich begierig als Wahrnehmungen von Ereignissen in seiner bzw. ihrer eigenen Zeit verankert.

 

Es ist ziemlich sicher, ja gewiss, dass Wahrnehmungen von Ereignissen auch bei Liebenden nur und allein in eigener Zeit also meinem eigenen Ich eines jeden Partners stattfinden. Alles andere ist und bleibt Wunschdenken. Kein Liebender kann tatsächlich Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit, also des Partners in seiner bzw. ihrer eigenen Zeit, ihrem eigenen Ich, erleben oder empfinden.

Noch etwas: Liebe ist wie Teilen. Teilen heißt aber nicht halbieren. In der Liebe stößt der oder die Liebende nicht immer auf die vermutete, erwartete, gewünschte Gegenliebe oder überhaupt auf einen Funken von Liebe, z.B. wenn der oder die Geliebte nichtsahnend, unwissend, uneinsichtig oder unwillig ist. Das bleibt leider oft und manchmal auch für lange, lange Zeit von beiden Seiten unbemerkt und wird sehr befürchtet und gefürchtet.

 

Es ist durchaus der Schluss zulässig, dass es sich bei Liebenden immer nur um Wahrnehmung von Ereignissen in meiner eigenen Zeit, meines eigenen Ichs durch mich handelt und niemals um das gelungene Eindringen in die Wahrnehmungen von Ereignissen eines anderen in anderer Zeit. Auch wenn es noch so sehr gewünscht und ersehnt wird. Den Partner kann ich zwar befragen und er wird mir antworten, aber nur bedingt und mir nur Wahrnehmungen von Ereignissen in anderer Zeit mitteilen können. Was bleibt, ist der Glaube des oder der Liebenden an die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit des geliebten Partners. Dieses Fundament wird in den Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit dauernd gesucht und gefunden aber auch überprüft, wobei selbst grobe Abweichungen noch ein Schönreden nach sich ziehen können. Schönreden ist aber niemals ein Dauerzustand und kann auch mit herben Enttäuschungen enden.

 

Die größten Enttäuschungen entstehen dann, wenn die sich immer wiederholenden Selbstverständlichkeiten für den Liebenden oder die Liebende in zu erwartenden Wahrnehmungen von Ereignissen in seiner bzw. ihrer eigenen Zeit nicht eintreffen sondern ausbleiben oder sogar das krasse Gegenteil geschieht. Das krasse Gegenteil ist das Wahrnehmenmüssen völlig unerwarteter Ereignisse, nämlich Liebesentzug und Liebesverlust, Betrug und Unehrlichkeit durch den Partner oder von ihm verlassen zu werden. Der wesentlichste Bestandteil der Wahrnehmungen von Ereignissen in meiner eigenen Zeit, meinem eigenen Ich, geliebt zu werden, tritt nicht mehr ein. Das sind zugleich Trennung und Herausreißen von bis dahin fest verankerten Erwartungen. Sie werden als Liebeskummer in maßlosem Schmerz, großem Leid und übergroßer, leidenschaftlicher Enttäuschung empfunden. Meistens bleiben zum Schluss nur Selbstvorwürfe und unbeantwortete Fragen als Wahrnehmungen von Ereignissen in seiner bzw. ihrer eigenen Zeit, seinem oder ihrem eigenen Ich.

 

 

Schönheit

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Schönheit ist das zufriedene Lächeln in der Wahrnehmung eines Ereignisses meines eigenen Ichs in eigener Zeit durch mich und das erleichterte Aufseufzen bei einer unerwarteten oder erhofften Begegnung. Schönheit ist nicht nur sichtbar, weil sie auch mit Wertevorstellungen und sehr mit jeder Art von Ästhetik als Wahrnehmung eines Ereignisses in eigener Zeit durch mich verbunden sein kann.

Schönheit ist Teil meines eigenen Ichs sowie des eigenen Ichs jedes einzelnen Menschen in seiner eigenen Zeit und in seiner eigenen Art und Weise. Schönheit ist grundsätzlich individuell, also höchst persönlich. Ich kenne und erkenne die Schönheit meines eigenen Ichs sofort, auch außerhalb meines eigenen Ichs, wenn ich mir ihrer bewusst bin. Eine andere Art von Schönheit wird mir aber zu oft in Wahrnehmungen von Ereignissen durch andere in deren anderer Zeit aufgedrängt, so dass es mir nicht mehr oder kaum noch gelingt, die Schönheit meines eigenen Ichs zu finden, zu suchen oder zu erhalten. Das kann ich durch Gewohnheit als angenehm, bequem und beglückend empfinden, weil ich auf diese Weise wahrnehme, dass sich meinem Schönheitsempfinden neue Welten offenbaren. Es kann meinem eigenen Ich zu schöpferischen Impulsen verhelfen. Es kann aber auch enttäuschend sein, weil ich vermeintlich durch andere in deren Wahrnehmung von Ereignissen, als unwissend eingestuft und abgestempelt werde. 

 

Schönheit hält unterschiedlich lange an, je nachdem, wie schnell sich die Wahrnehmung dieses Ereignisses verändert. Sie kann wachsen oder sie kann verblühen und verglühen, aber immer nur in der Wahrnehmung von Schönheit als Ereignis durch mich und nicht durch andere. Über Schönheit entscheidet einzig mein eigenes Ich in seiner Wahrnehmung dieses Ereignisses in meiner eigenen Zeit.

 

Es ist müßig zu behaupten, dass etwas „schön“ ist, denn es gibt nichts, was allgemein „schön“ sein kann. Besser ist es stets zu sagen, dass etwas von mir als schön empfunden wird. Es gibt auch keinen gültigen Maßstab für Schönheit, von den Bemühungen anderer, die mir einen solchen einreden wollen, einmal abgesehen.

Man weiß, dass es ein sogenanntes Schönheitsideal geben soll, aber, das weiß man auch, dass es von Land zu Land verschieden ist und immer in der Wahrnehmung von Ereignissen durch andere in deren Zeit entsteht oder entstanden ist und Maßstäbe setzen soll. Menschen, die z.B. isoliert leben, haben unbewusst oder absichtlich eine eigene Wahrnehmung von Ereignissen Ihres eigenen Ichs in ihrer Zeit, Schönheit betreffend. Sie suchen nicht nach einem Maßstab sondern nach Glücksempfinden in eigener Zeit in ihren Begegnungen.

 

Man behauptet zuweilen, dass es „vollkommene Schönheit“ gibt. Aber auch das ist Wunschdenken. Grundsätzlich kann es keine Vollkommenheit geben. Die Wahrnehmung eines Ereignisses, welches mein eigenes Ich so einzigartig durchdringt, bezieht sich stets auf das Erleben von Schönheit, welches auslöst wird durch sichtbare, riechbare, hörbare bzw. fühl- oder schmeckbare Teile eines Ganzen. Ein Ereignis kann aber niemals als Ganzes erfasst werden, da z.B. auch eine Wahrnehmung des gleichen Ereignisses durch einen anderen in dessen anderer Zeit denkbar ist und natürlich völlig anders verläuft. Schönheit kann mein eigenes Ich in meiner eigenen Zeit durch ein Bild, eine Melodie, gelungene Sprache, ein Genussessen, einen Geruch, der mich erinnern lässt, die Berührung einer fremden, anderen oder sogar der eigenen Haut erreichen und berühren und mir „den Kopf verdrehen“.

Ein Kuss, z.B. ist häufig der Ausdruck größter Nähe und Vertrautheit zu einem anderen Menschen. Liebe scheint im Spiel zu sein. Aber so wenig umfangreich die Wahrnehmung von Liebe als ganzheitliches Ereignis durch mich oder einen anderen in meiner oder anderer Zeit sein kann, so wenig ist es bei Schönheit möglich. Sie besteht aus Vergänglichkeit, aus Bereicherung und z.B. meinem Miterleben. Einer von mir empfundenen äußerlichen Schönheit sollte ich nicht unbedingt eine vergleichbare innere Ausgeglichenheit und Ebenmäßigkeit unterstellen oder sie erwarten. Dies könnte sich als schwerer Fehler herausstellen, der leider aus Ahnungslosigkeit allzu schnell begangen werden kann.

 

 

Liebespost

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Interessant sind Wahrnehmungen von Ereignissen meines Ichs durch mich beim Verfassen von Liebespost.

Sie zu gestalten ist eine hohe Kunst, nicht nur, weil sie oft aufwendig und, nach meiner Meinung, in allen Einzelheiten ansprechend sein soll, obwohl das Empfinden dessen, was schön für den oder die andere ist, mir ziemlich fremd zu sein scheint, sondern vor allen Dingen, weil sie überzeugen muss. Es werden Liebeslieder komponiert und endlos viele Gedichte verfasst. Liebespost versucht, mit mehr oder weniger Geschick, ein berauschendes Gefühl, als Wahrnehmung von Ereignissen meines eigenen Ichs, zu beschreiben und zu vermitteln.

Sie ist die Weitergabe von Liebesbotschaften als Wahrnehmungen von Ereignissen meines Ichs durch mich in eigener Zeit an eine geliebte Person. Sie beginnt oft mit einer ersten, oberflächlichen, zufälligen Berührung der oder des Geliebten und soll mit intensivem Beisammensein enden.

Dabei spielt es keine Rolle, ob sie durch Liebesbriefe, Liebesgesandte, E-Mails, SMS, Rufen, Singen, Winken oder, oder, oder erfolgt. Der Mensch ist erfinderisch und sucht hier immer Wege, die unentdeckt für andere bleiben, aber zu dem Betreffenden, der Betreffenden in geheimster Sendung und Sprache führen.

Im Umkehrschluss könnte es heißen, dass eine Liebespost, die ohne ersten Körperkontakt begonnen wird, erfolglos bleibt und lieber beendet werden sollte. Wird von mir eine erste Berührung gar nicht bemerkt, ist sie ohnehin keine Wahrnehmung eines Ereignisses und keine Zeit. Der oder die andere hingegen erlebt seine, ihre Wahrnehmung dieses kleinen Ereignisses in seiner aber für mich anderen Zeit. Von der erfahre ich normalerweise niemals wieder etwas, es sei denn, mich erreicht eine Liebespost von ihm oder ihr.

Meine eigene einsame Liebespost, die ins Leere stößt, ins Erfolglose, würde mich aber wahrscheinlich in meinen Bemühungen um weitere Wahrnehmungen von Ereignissen meines eigenen Ichs in eigener Zeit aufschrecken und neue Liebespost verfassen lassen.

 

Überbringer und Übermittler von Liebespost müssen engste Vertraute sein und zu den zuverlässigen Menschen oder verlässlichsten Einrichtungen gehören.

 

Liebespost von Frauen unterscheidet sich gewaltig von denen der Männer. Beide offenbaren sich zunächst in charakteristischen, überschwänglichen, aber auch verhaltenen Mitteilungen über Wahrnehmungen von Ereignissen ihres eigenen Ichs in ihrer eigenen Zeit. Das sind hauptsächlich Selbstdarstellungen, Selbsteinschätzungen und sogar überzogenen Selbstwerteinschätzungen, um Interesse zu wecken.

Dann aber neigt eine Frau meiner Erfahrung nach dazu, sich unbefangen darzustellen. Sie zeigt sich einerseits in der Mitteilung von Wahrnehmungen von Ereignissen ihres eigenen Ichs und in eigener Zeit verhalten, verständnisvoll, umgänglich dem vermeintlichen Geliebten gegenüber, um, wie sie meint, einem Klischee in der Erwartungshaltung des Angesprochenen zu entsprechen und verwendet dabei vermeintliche Wahrnehmungen von Ereignissen anderer in anderer Zeit. Andererseits aber neigt sie auch dazu, ihre intimsten Geheimnisse in der Mitteilung von Wahrnehmungen von Ereignissen ihres eigenen Ichs in ihrer Zeit als mögliche Offenbarung anzubieten. Sie kokettiert z.B. damit, dass sie das Passwort ihres sonst für niemanden zugänglichen, elektronischen Tagebuchs erwähnt. Sie stellt sich vielleicht selbst indirekt zur Eroberung in Aussicht oder fordert den Betreffenden zu etwas auf, z.B. „wie gefällt Ihnen mein Kleid“ oder: „sammeln Sie auch so süße Mokkatassen“? und auf eine Antwort und eine Meinung hofft. Sie unterscheidet dabei sehr genau, ob dem „Angebeteten“ Wahrnehmungen seines eigenen Ichs in eigener Zeit oder solche von anderen in anderer Zeit einfallen. Diesen Unterschied macht sie intuitiv. Zu leicht bedient sich der Angesprochene nämlich einer Antwort, die nicht seiner Überzeugung entspricht, also einer Wahrnehmung von anderen in anderer Zeit, und äußert z.B. „Mokkatassen sammelt doch heute keiner mehr, wozu auch“? oder ähnlich. Das registriert sie als „Ich interessiere ihn nicht“. Kaum ausgesprochen tut ihm das jedoch schon wieder leid.

 

Männer bemühen sich bei ihrer Liebespost um das Ausschöpfen anderer Möglichkeiten. Die Verehrte wird dabei nach seiner Vorstellung umfangreich von ihm mit Worten und Taten „verkleidet“. „Sie sind die Schönste“, „als ob ich Sie schon immer kenne“, und schickt Blumen in besonderen Farben oder Mengen als Zeichen seiner Wertschätzung.

Fast nie entspricht eine solche Verkleidung den Wahrnehmungen von Ereignissen seines eigenen Ichs in eigener Zeit. Meistens kopiert er solche von anderen in anderer Zeit. Das entsteht einfach dadurch, dass der Mann intensiv versucht sich in die Situation der Liebespostempfängerin zu versetzen, um ihr in Worten, Bildern, Geschenken das zukommen zu lassen oder mitzuteilen, was sie seiner Meinung nach von ihm erwartet oder in ihm sehen soll. Das wiederum kann er nicht von sich aus wissen. Er reflektiert seine Wünsche und Sehnsüchte zwar auf sie, aber immer in einer ihm nicht gewohnten Art und Weise, die er von anderen in anderer Zeit gehört gesehen oder gelesen hat. Ihm fehlt das Wissen, was sie wohl liebt und gerne hat, hört usw. usw. Es kommt schnell der Augenblick, ab welchem der Mann sicher ist, das richtige zu vermuten und hält es bald für die Wahrnehmungen von Ereignissen seines eigenen Ichs in eigener Zeit. Das kann zu einem Glücksspiel werden. Liebespost wird zu einem Pendel zwischen Wahrnehmungen von Ereignissen seines eigenen Ichs in eigener Zeit und Wahrnehmungen von Ereignissen von anderen in anderer Zeit.

 

Obwohl Frauen solches Verhalten fast immer durchschauen, sind sie genauso heftig von diesen „liebenswerten“ und „süßen“ Bemühungen um sie berührt und beeindruckt und halten es für völlig unangebracht, ihre Erkenntnisse dem Mann gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Das würde unnötige Schwierigkeiten heraufbeschwören. Aber auch hier wird Liebespost schnell zu einem Pendel zwischen ihrer eigenen und anderer Zeit.

 

 

Traumtänzer

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Traumtänzer zeigen sich in ihren Besonderheiten nicht spezifisch männlich oder weiblich. Eindeutige Wahrnehmungen von Gefühlsphänomenen in seiner bzw. ihrer eigenen Zeit, seines oder ihres eigenen Ichs, die sich nur einem Traumtänzer oder nur einer Traumtänzerin hätten zuordnen lassen, konnte ich als Beobachter nicht feststellen.

 

Ein Traumtänzer, ein Student, will einen Bus benutzen. Der soll ihn von Freiburg nach München bringen. Für den hat er aber nicht reserviert. Er ist sich sicher, dass erstens noch ein Platz für ihn frei ist, dass er zweitens für den halben Preis oder weniger darin mitfahren wird und steigt mit einem ungezwungenen „Hi“ ein. Der Fahrer schickt ihn wieder nach draußen, weil die Abfahrt bevor steht, mit der Bemerkung: „Der Bus ist besetzt, aber da draußen steht jemand, der wollte sein Ticket zurückgeben. Vielleicht hast du Glück“. Für den Traumtänzer ist das nichts Besonderes. Er übernimmt die Fahrkarte für weniger als den halben Preis und steigt ein. Sein Platz ist reserviert und es ist alles völlig normal. Die Wahrnehmungen von Ereignissen in seiner eigenen Zeit, seines eigenen Ichs sowie die von anderen in anderer Zeit finden bei ihm anscheinend nicht statt. Für ihn passiert „es“ einfach so.

 

An einem anderen Platz in der Stadt sitzt ein Traumtänzer vor der Staffelei und hält für Sekunden inne. Eine flüchtige Erinnerung streift ihn, er denkt an eine frühere Liebe, die in dieser Stadt auseinander ging. Er steht auf und ist ohne Ziel, kleidet sich aber trotzdem an und geht den umständlichen Weg zum Verkehrsmittel. Er weiß nicht wo und ob seine frühere Liebe noch in der Stadt lebt. Er fährt bis zu einer Haltestelle, die er vorher nicht festgelegt hat und steigt aus. In der Menschenmenge verlässt ihn seine Zuversicht, die alte Freundin, zu treffen und steht ihr unversehens gegenüber. Auf der Seite der Angetroffenen gibt es kein großartiges Wiedersehen sondern nur erstauntes Stottern. Der Traumtänzer aber lacht hell auf, weil er bei solchen Situationen immer lacht.

Er wird gefragt, warum, wieso und erklärt gleich, dass es keine Absicht von ihm sei sondern nur eine Begegnung, aber auch keine zufällige. Damit kann die alte Liebe nichts anfangen und fragt immer wieder: „Warum, ich versteh das nicht“.

 

Im letzten Beispiel kommt eine Traumtänzerin, eine Lehrerin, durch den hinteren Garten nach Hause. Sie sieht ihren Nachbarn vornübergebeugt an seinem Gartenzaun „hängen“. Die Traumtänzerin ist nicht erschrocken und auch nicht überrascht sondern nur ratlos. Sie geht im kleinen Bogen um ihn herum, schaut ihn kurz an, dann an ihm vorbei und in ihr Haus. Später, als ihr Partner auch nach Hause kommt, hört sie ihn sagen, dass man den Nachbarn in ein Krankenhaus hatte bringen müssen, weil er einen Herzinfarkt erlitten hätte. Er spricht sie an: „Hast du das gewusst“? und erhält zur Antwort: „Ich habe ihn vorhin im Garten gesehen. Er hing da im Zaun“. Die Traumtänzerin lacht, wie es ihre Art ist, wenn sie unsicher zu sein scheint.

Es ergibt sich ein heftiges Gespräch, bei welchem Vorwürfe laut werden, z.B.: „Warum hast du keine Hilfe herbeigeholt“. Sie antwortet: „Was hätte ich machen sollen. Ich habe nichts bemerkt. Er hat nicht gerufen und nicht um Hilfe gebeten. Ich hatte auch Musik im Ohr. Das Stück ist so neu und genial. Hör mal rein. Da achte ich nicht so genau darauf, was passiert“.

 

Traumtänzer brauchen keine Erklärung. Sie hinterfragen auch nie und nehmen Veränderungen ihrer Umwelt kaum wahr. Sie kennen weder alte noch neue ritualisierte Vorgänge, z.B. dass zu jedem Frühstück ein Ei gehört oder Kaffee, oder, oder, oder. Sie scheinen jede Veränderung zu akzeptieren, aber in Wahrheit registrieren sie sie nicht einmal und kommentieren nie Abweichungen vom Gewohnten.

Nachts verfällt ein Traumtänzer in bleiernen Schlaf oder findet erst gegen Morgen ins Bett. Nur mit sich selbst und dem was er gerade macht, kann er umgehen. Er kennt keine Regeln sondern einfach nur spontane Notwendigkeiten. Muss er z.B. plötzlich und schnell aufstehen, also das Bett verlassen, unterbleibt die morgendliche Körperpflege, die sonst stundenlang andauern kann, auch wenn ich, der Beobachter, nicht weiß, warum, denn aus dem Bad ist zu lange kein Geräusch zu vernehmen. Die entfallene morgendliche Körperpflege wird auch nicht nachgeholt.

Traumtänzer sind meistens freundlich und gut gelaunt. Sie empfinden keine Zeitmaße wie Stunden oder Verpflichtungen. Verabredungen und eigene Zusagen halten sie nicht ein, und sie dringen nicht darauf bei Versprechen anderer.

Traumtänzer schöpfen aus einer Quelle, die weder mit ihrer eigenen Zeit noch mit anderer Zeit irgendwie im Zusammenhang steht. Sie scheint sein Leben zu bestimmen und leitet ihn mit Intuitionen. Intuitionen aber kennen keinen Grund, vielleicht einen Auslöser. Sie sind selten erklärbar und verlangen oft außergewöhnlichen Umgang mit Ereignissen, die mit Logik oder Zeit, als Wahrnehmungen von Ereignissen, nicht erklärt oder verstanden werden können.

 

Traumtänzer, sind scheinbar Glückspilze. Sie leben aber nicht in einer anderen Welt. Die gibt es für sie nicht. Vielleicht haben sie eine eigene Welt. Das wäre keine andere Welt. Traumtänzer leben eigentlich immer so, sie würden sonst reagieren. Das geschieht nicht. Als Reaktion ist nicht das Wiedergeben von Gehörtem oder Gelesenem gemeint. Vielmehr sollte z.B. durch Wahrnehmungen von Ereignissen in ihrer eigenen Zeit, ihres eigenen Ichs etwas, das Erfolgsaussichten oder auch nur Veränderungen verspricht, mit Begeisterung entdeckt und in die Tat umgesetzt oder es sollten Wahrnehmungen von Ereignissen anderer in deren anderen Zeit auf ihre Chancen und Möglichkeiten der Realisierung überprüft werden.

 

Für mich als Beobachter entsteht schnell der Eindruck, dass Traumtänzer über große Zeiträume, also Stunden, Tage und länger, erschreckend lebensuntüchtig sind. Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit haben sie nicht und die von anderen in anderer Zeit erreichen sie nicht. Sie sind somit frei von anstehenden Entscheidungen und den Folgen nicht übernommener Verantwortung. Sie empfinden auch kaum Mitgefühl. Allerdings verteidigen sie  ihren offenbar eigenen emotionalen Zustand vehement und nehmen ihn als beständig und unverändert hin. Ihre scheinbare Anspruchslosigkeit und Fröhlichkeit, ja überwiegende und ansteckende Unbekümmertheit wie Unverbindlichkeit, münden oft in Selbstbemitleidung. Leider stellt sich zusätzlich eine wenig beachtete, mangelhafte Vorratshaltung und fehlende, eigene Bewirtschaftung jeder Art ein. Hinzu kommen Verkümmern der Familienbindung, sehr oft vernachlässigte Körperpflege und Eigenhygiene.

 

Traumtänzer sind nicht bereichert um Wahrnehmungen von Ereignissen mit Gefühlsphänomenen der besonderen Art in eigener Zeit und erfahren keine Wahrnehmungen von Ereignissen durch andere in anderer Zeit.

Sie leben, so gesehen, in einer sterilen Unerfahrenheit.

 

 

Mut, Tapferkeit

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

Andere Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen durch einen anderen oder eine andere.

 

 

Für viele Mitmenschen sind Mut und Tapferkeit das gleiche. Wahrscheinlich hatten sie kaum Gelegenheit zu bewusster Wahrnehmung und eigener Erfahrung. Aber auch Erfahrungen schälen den wesentlichen Unterschied nicht unbedingt heraus. Weder eine Situation, in welcher ganzer Mut von mir verlangt wird, noch eine, in welcher meine Tapferkeit unter Beweis gestellt werden muss, stellen die für viele unwesentlichen, aber für mich, den Beobachter, ganz entscheidenden Besonderheiten der einen wie der anderen Eigenschaft heraus. Besonders ist, dass ich mir Mut nicht ohne einen Grund abverlange und Tapferkeit nicht ohne einen Gegner bzw. ein Gegenüber. Das ergibt sich aus der unterschiedlichen Wahrnehmung der Ereignisse. Mut ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich in eigener Zeit und Tapferkeit meine Reaktion auf Wahrnehmungen von Ereignissen anderer in deren anderer Zeit, von denen ich erfahre.

 

Mut ist spontan und hat immer einen Anlass oder Auslöser als Wahrnehmung von Ereignissen durch mich in eigener Zeit. Dazu gehören z.B. Angst, Wut, Verletzlichkeit, Armut, Unterdrückung und Demütigung. Ein Grund für mutiges Handeln findet sich aber auch sehr oft außerhalb. Anlass und Auslöser sowie Ursache meines Mutes liegen dann naturgemäß in den Wahrnehmungen von Ereignissen eines anderen in anderer Zeit. Sie können in mir ebenso Mut als Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich in eigener Zeit auslösen.

 

Mut aus Ahnungslosigkeit und Unwissenheit ist eigentlich kein Mut sondern Dummheit, und Übermut ist wohl Leichtsinn. Davon soll hier aber nicht die Rede sein.

 

Mut ist hauptsächlich die Reaktion auf und die Kenntnisnahme oder die Überwindung von Angst, beispielsweise vor Fehlern, vor Strafe und vor Versagen. Das sind dann Wahrnehmungen von Ereignissen durch mich in eigener Zeit meines eigenen Ichs.

 

Wenn jemand um Hilfe schreit, kann Verzweiflung aus einer Notsituation heraus der Grund dafür sein. Es hat sich z.B. jemand an einer Gräte verschluckt und droht zu ersticken. Der Nachbar, der daneben steht, weiß sich keinen Rat und sucht nach Hilfe. Ich greife dem Verletzten ohne medizinische Kenntnisse, beherzt in den offenen Mund, überwinde meine Angst und versuche, die Gräte zu finden, sie zu erfassen und zu entfernen. Der Antrieb zu diesem Handeln, mein Mut, kommt aus meinem eigenen Ich und ist die Wahrnehmung dieses Ereignisses in meiner eigenen Zeit. Es ist der beherzte, aber leider ungesicherte Weg des Versuchs einer Rettung. Der kann nicht allgemein vermutet und nicht unbedingt erwartet werden. Dieser Weg ist auch nicht logisch. Mut zeigt sich fast immer spontan, manchmal aber auch erst nach langer oder zu langer Zeit. Er kann so zu spät erbracht werden und ist dann wirkungslos oder sogar verhängnisvoll. Mut bezweckt, aber bewirkt nicht immer Positives und wird oft missverstanden.

 

Tapferkeit wird geplant. Sie entsteht zwar als Wahrnehmung eines Ereignisses durch mich in eigener Zeit, die wird aber ausgelöst durch die Wahrnehmungen von Ereignissen anderer in anderer Zeit. Sie können mich zum Verstehen oder der Fehleinschätzung einer empfindlichen, für viele Beteiligte unverständlichen, Situation führen und zu einem völlig unsicheren, aber erhofften, Fernziel als Wahrnehmung eines vielleicht irgendwann einmal eintretenden Ereignisses in eigener Zeit werden.

Tapferkeit ist selten eine spontane Eigenart und kaum die Wahrnehmung eines Ereignisses in eigener Zeit. Sie orientiert sich eigentlich stets an Wahrnehmungen von Ereignissen anderer in anderer Zeit, die mich erreichen und zum logischen oder unlogischen und vielleicht emotionalen Handeln verführen oder auffordern. Sie entsprechen vielleicht sogar einer Überzeugung von mir, aber sie lösen keine Wahrnehmungen von Ereignissen in eigener Zeit meines eigenen Ichs in mir aus.

Als Beispiele von Tapferkeit seien Flucht und Widerstand genannt. Die Gründe für diese fatalen Umstände sind meistens auch die Feinde der Tapferkeit. Auf anderer Ebene aber, nämlich lebensbedrohlichen Krankheiten wie Krebs, Aids, früher der Pest, den Pocken, Cholera und z.B. Sorge jeder Art, die dauerndes Ermahnen zum Durchhalten verlangen und verlangten, gibt es zu häufig keine konkreten Gegenüber. Tapferkeit muss geplant werden und unterliegt damit einer möglichst einfachen Strategie. Sie ist oft mit der Frage nach Recht und Gerechtigkeit oder einer vermeintlichen Ungerechtigkeit befasst.

Tapferkeit weicht also erheblich ab vom Mut als einer spontanen Handlung, und der Wahrnehmung eines Ereignisses durch mich in eigener Zeit.

 

Mein Mut steht oft der Tapferkeit als Wahrnehmung von Ereignissen anderer in deren anderen Zeit, die mich beeinflussen soll, unentschlossen gegenüber. Tapferkeit benötigt Zeit. Tapferkeit und Mut können aber trotzdem sehr wohl miteinander verbunden sein. Das ist z.B. dann der Fall, wenn eine Situation, gleich bei ihrem Eintritt, Tapferkeit oder Mut oder beides verlangt. Bei einem Unfall z.B. ist schnelles Handeln erforderlich. Soll ich Mut riskieren, vielleicht sogar leichtsinnig sein und Menschen von der Fahrbahn ziehen oder in der Zeit Hilfe herbei telefonieren, umständlich lange Fragen beantworten, um größeren und kompetenteren Einsatz zu erreichen.

Tapferkeit erlaubt sich spontan den Mut zum „Alles oder Nichts“ als Risiko, und Mut erlebt den Verlust von Tapferkeit in seiner Spontaneität.

 

Als Wahrnehmungen von Ereignissen durch mich in eigener Zeit sollte Tapferkeit Mut kontrollieren und Mut Tapferkeit beflügeln.

Nehme ich beide Eigenschaften gar nicht wahr, gibt es sie für mich weder als Ereignisse noch als eigene Zeit meines eigenen Ichs.

 

 

Genie, Held

 

Zur Erinnerung:

 

Zeit ist die Wahrnehmung eines Ereignisses.

Fehlt die Wahrnehmung, gibt es keine Zeit und kein Ereignis.

 

Meine eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich und schließt sämtliche Ereignisse außerhalb davon aus.

 

Eigene Zeit ist die Wahrnehmung von Ereignissen außerhalb meines Ichs durch mich. Jedes Ereignis hat eine eigene Zeit.

 

 

 

Es heißt doch: „Genie lernt man nicht, man ist es“, und „Nur ein toter Held ist ein wahrer Held“. Was hat das mit der Entdeckung der eigenen Zeit zu tun?

Für mich ergibt sich daraus ein einfacher Schluss als Wahrnehmung von Ereignissen meines Ichs durch mich in meiner eigenen Zeit, nämlich Genie bedeutet Zukunft und Held bedeutet Vergangenheit. Ich müsste dabei allerdings bekennen, dass es sich so nicht mehr um Wahrnehmungen von Ereignissen meines eigenen Ichs handelt sondern um solche von Ereignissen anderer in deren anderer Zeit, die mir zugetragen wurden und die dann diese Wahrnehmungen von Ereignissen in mir ausgelöst haben.

Für mich ist ein Genie kein Held und ein Held kein Genie, aber genial zu sein und sich darzustellen mit allen Konsequenzen ist heldenhaft, und heldenhaft zu sein mit all seinen Anfeindungen bis zum bitteren Ende ist genial. Das hört sich sehr abstrakt an. Ich möchte das an Beispielen versuchen zu erklären.

Denken wir einmal ein paar Jahrtausende zurück an Wahrnehmungen von Ereignissen anderer in deren anderer Zeit. Damals muss es genial gewesen sein, Feuer zu beherrschen und Werkzeug zu seiner Erzeugung benutzen zu können. Aber das Feuer in die Welt zu tragen, war heldenhaft. Auch ein Feuer zu löschen ist heldenhaft, und die richtige Methode dafür zu finden, ist wieder genial.

In der Gegenwart, als ein anderes Beispiel, Weltraumstationen zu erschaffen, ist eine große, geniale Gemeinschaftsleistung, und sie im Orbit zu nutzen und zu bewohnen, sind heldenhafte Taten mit dem größtem Risiko, das Leben zu verlieren. So werden Astronauten zu Helden.

Helden sowie ihre Taten werden im Andenken häufig verklärt, manchmal sogar idealisiert. Das kann schnell in die Nähe einer Lüge führen. Helden und ihre Taten werden so der Wirklichkeit entfremdet. Das könnte in deren „normaler Lebenszeit“, also ohne ihr heldenhaftes Tun, nicht passieren. Die „normale Lebenszeit“ wird dabei vom Helden als Warten auf unbestimmte Gelegenheiten in der Wahrnehmung von Ereignissen seines eigenen Ichs empfunden. Die sind aber meistens Irrtümer, weil es eigentlich Wahrnehmungen von Ereignissen anderer in anderer Zeit sind. Sie erreichen den Helden zwar, beflügeln ihn und regen ihn zu Taten an. Die können sehr oft aber nur gegen gewaltige Wiederstände durchgeführt werden, nachdem sie ihm zuvor immer wieder verweigert wurden. Ihn drängen nun die scheinbaren Wahrnehmungen von Ereignissen seines eigenen Ichs zum Handeln.

Ein Genie dagegen wird selten idealisiert. Es wird eher kopiert und so vom „Thron gestoßen“.

 

Genie und Held befinden sich immer irgendwie in unmittelbarem Sachzusammenhang und Sachzwang, manchmal sogar in räumlicher Nähe zueinander, bilden aber kaum eine Einheit und handeln ohne Einigkeit im Umgang mit gemeinsamen Vorhaben.

Ein Genie schöpft seine Einfälle, seine Ideen aus Quellen, die überwiegend Wahrnehmungen von Ereignissen seines eigenen Ichs sind. Sie entwickeln sich aber auch bedeutend durch das anhaltende, neugierige, ruhelose Beobachten der Umwelt und seiner Suche nach Erklärungen und Antworten zu Wahrnehmung von Ereignissen anderer in anderer Zeit. Genie schafft ständig neue, unerwartete Einfälle und empfindet sie und sich als normal. Es ist für ein Genie allerdings verwunderlich, dass die Begeisterung, mit der es seine Wahrnehmungen von Ereignissen seines eigenen Ichs in eigener Zeit erlebt, nicht auch so von seinen Mitmenschen aufgenommen wird. Das kann es gar nicht verstehen und auch nicht, dass all seine Erklärungen kaum zum Verständnis etwas beitragen.

 

Auch der Held ist in der Wahrnehmung von Ereignissen in anhaltender und neugieriger, ruheloser Suche, ein Beobachter der Umwelt und findet im Genie die Erklärungen und Antworten zu Wahrnehmungen von Ereignissen anderer in anderer Zeit, die ihm von selbst sofort zu Wahrnehmungen von Ereignissen seines eigenen Ichs in eigener Zeit werden. Von nun an handelt der Held wie im Auftrag eines Genies, aber nach scheinbar eigenen Wahrnehmungen von Ereignissen seines eigenen Ichs.