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Harald Birgfeld, Webseite seit 1987/ Website since 1987

 

da liegt mein Herz, Geschichten aus Niemandsland 2022 -2024 (im Entstehen)

z.B.: 100 Jahre „Kafka“, eine herrenlose Fundsache (neu)

 

Aufruf

 

zu Olympia – olympische Spiele!

 

Alle Veröffentlichungen,

 

online und im Buchhandel

 

Gedicht der Woche,

 

Lyrik, Prosa und Ingenieurarbeiten

 

 

Galeriebild der Woche und

 

Bildergalerie

 

 

 

Cover Vorschau.jpg

76 anspruchsvolle, zeitgenössische Gedichte mit fantastischen Inhalten, entstanden bei entspannten und angespannten Gelegenheiten. Sie wurden vom Autor mit mehrschichtigen, aufwendigen, farbigen Foliengrafiken als Drucken illustriert. Sie können den Weg zu den Texten, die oft in mehreren Ebenen spielen, Metaphern, erleichtern.

 

 

Die Zeit der Gummibärchen ist vorbei.

 

76 zeitgenössische Gedichte, (illustriert vom Autor),

 

Lyrik

 

Harald Birgfeld

 

Jetzt direkt online bestellen sowie im Buchhandel,

108 S., 76 farbige Folienabdrucke, Format A5.

 

€ 16,99 inkl. MwSt.

 

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ISBN 9783744830416

 

„Die Zeit der Gummibärchen ist vorbei“ ist auch in den USA, Großbritannien und Kanada unter obiger ISBN und bei abweichenden Preisen bestell- und lieferbar.

 

 

Auch als E-Book,

€ 6,99

 

Zum Buchshop

ISBN 9783744865517

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

Copyright 2017 beim Autor, Harald Birgfeld. Alle Rechte vorbehalten.

Harald Birgfeld, geb. in Rostock, lebt seit 2001 in 79423 Heitersheim. Von Hause aus Dipl.-Ingenieur, befasst er sich seit 1980 mit Lyrik. In mindestens 30 Anthologien ist er vertreten. Alle derzeitigen Veröffentlichungen im Anhang.

 

Aus dem Gutachten, 1986, der an der Universität Freiburg tätigen Germanistin, Gabriele Blod:

"Es lohnt sich, einmal einen heutigen Dichter kennen zu lernen, der mit der deutschen Sprache einen faszinierend fremden Weg betritt und trotzdem dem Leser Freiraum lässt für eigene Gedankengänge, ohne dass die Probleme in erhobener Zeigefingermanier zu zeitkritischen Trampelpfaden werden."

 

Birgfeld schrieb überwiegend Gedichte, inzwischen mehr als 12.000 Strophen.

 

Herausgeber, Autor, Redakteur: Harald Birgfeld. Über e-mail: Harald.Birgfeld@t-online.de

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Abwehr eines Löwen

Alle Dinge sind

Andre kommen mir zuvor

Anstatt Ballett

Aus einem

Aus vorgehaltenen Händen

 

Damals schrieb ich einen Brief

Der Blick ins Tal

Der Finger gleitet

Der Hilferuf, ganz leise

Deutlich zeigt sich jetzt

Die Geschichte war sehr lang

Die Nacht

Die Nacht liegt auf

Die Zeit der Gummibärchen ist vorbei

Dies' war der erste Tag im Wasser

Draußen, weit im All

Du sandtest einen Brief

Du trägst ein aufgerolltes Handtuch

 

Ein Blatt im Ärmelausschnitt

Ein Himmel oberhalb

Ein Künstler sitzt allein an einem

 

Ein Schiff

Einmal zeigte sich

Es ist das Schnäbeln eines

Es klingelt an der Tür

Es schien so leicht

Es war gerade an der Zeit

Es war nun so

Es war sehr heiß

Es zog sich plötzlich, von allein

 

Ferne Welten

 

Geräusche aus der Mitte

Glaub' mir nicht

 

Ich dachte

Ich ging nach Hause

Ich ging zum Arzt

Ich kann es nicht verstehen

Ich ruf' dich an

Ich sah die Bilder

Ich sah in ein Gemälde

Ich sah zuerst

Ich stehe vor dem Sandgemälde

Ich wurde Fraumann

 

Im Spaziergang

In den Schritten

In der Nacht

In der Reise

In Gesellschaft

 

Jemand hatte ein Klage

Jemand weinte, jammerte

 

Knie nicht

 

Lebendes Portrait

 

Man hat es mir erklärt

Mein Fenster ist in einem

Mein Kopf auf einer Statue

Mein Kopf stößt an die Wand

Mein Schlaf im Schlaf

Meine Freunde stiegen

Meine Schuld ist ohne Schuld

...mit dem goldnen Ring

Mit dem Rücken zum Tag

Mitten in die Rede eines andren sagte ich

 

Rückzug der Geräusche

 

Schön ist es zu hören

Sonnensturz.

 

Über uns

Unter fremdem Himmel

Unter meinen Füßen die Musik

 

Vor mir stand ein Baum

 

Wenn wir uns nicht

Wir saßen

Wir waren im Gespräch

Wir standen neben unsrem Gespräch

 

Zwei Frauen stehen mit dem Rücken

Zwei Frauen sprachen von dem Tod

 

 

 

 

Die Geschichte war sehr lang.

 

IMGIn einem Garten, der selbst riesengroß,

Als Garten viel zu groß,

In Hunderte von Gärten aufbrach,

Die sich, immer noch zu groß,

In wieder Hunderte von eignen Gärten,

 

 
Wie der viel zu große,

Teilten,

In dem kleinsten dieser Gärten,

Der mir Park und Landschaft war,

Trat ich auf dieses eine Blatt.

 

Das war der erste Garten.

 

Mir im Brillenglas, ganz nah am Auge,

Blinkte und zerbrach in Farben

Ein Reflex.

Der stammte aus dem

Tropfen Regenwasser,

Der hing fest am Zweig,

Den traf ein Licht,

Das kam direkt durch eine

Wolkenfreie Stelle

Aus der Sonne.

 

Die Geschichte war sehr kurz.

 

 

 

Wir waren im Gespräch.

Wir waren im GesprächDu musstest grade über

Irgendetwas lachen.

 

Jemand warf, entfernt von uns,

Den Stein in einen See.

 

Die Ringe auf dem Wasser

Kamen schnell heran

Und überliefen dich

Und ließen dich verschwimmen

Und vermischten dich,

 

Nach Augenblicken liefen einige der Ringe

Über dich zurück,

Dann stand ich ganz allein.

 

Die Oberfläche zog sich wieder glatt.

 

 

 

 

 

Weg0003Schön ist es zu hören:

Flötenspieler oder Flötenspielerin.

 

Ein blankes Instrument,

In das der Mund spricht.

 

Jemand stößt an seine Melodie.

Es bricht, zerbricht das Instrument

In winzig kleine Splitter,

Die noch Augenblicke vor dem Mund

Als Glitzerwolke schweben.

 

In der Luft bewegen sich

Die leeren Finger.

 

 

 

 

 

 


Wir standen neben

Weg0004Unserem Gespräch.

 

Im Grunde suchten wir die

Kieselsteine

Nach den Farben aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Weg0005Es war sehr heiß,

So heiß, dass Schweiß

Auf meinem Körper sichtbar war.

 

Ich kaufte ein Getränk,

Und wie in Zauberei

Entstand vor mir aus einem Nichts

Ein Glas aus Glas.

 

Ich brauchte es

Und fragte nicht

Und griff danach

Und goss von dem Getränk hinein

Und trank und trank und trank

Und sah das Glas im Glas,

Nachdem es leer getrunken war,

Sich wie in Zauberei

In Nichts auflösen.

 

Neben mir saß jemand..

Den ich nach dem Vorgang fragte,

Weil ich zweifelte.

Der sagte mir:

"Sie haben ein Getränk

Aus einem Glas im Glas getrunken,

Ja, das stimmt."

 

Dann ging er fort.

 

 

 

 

 

Weg0006Ich sah die Bilder

Einer Motorkamera,

Die langsam, zeitverzögert,

Alles wiedergaben.

 

Ich sah so die Explosion

Der Stille.

Die begann zugleich

An jedem Punkt der Oberfläche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es klingelt an der Tür.

Weg0007Ich weiß Bescheid.

Ich mache auf.

Mein Schatten liegt davor.

Er kommt zurück,

Um sich mir wieder

Anzuheften.

 

Aber dies' Gefühl an meiner Seite,

Nichts mit mir zu tun zu haben,

Will nicht weichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0008Damals schrieb ich einen Brief.

Versteh mich recht.

Es könnte dieser Brief an dich gewesen sein,

Den ich nicht schrieb.

 

Ich tat mich schwer damit

Und schrieb ihn mehrmals.

 

Heute weiß ich, dass es dich nicht gab,

Und dass ich deshalb

Diesen Brief ganz unterließ.

 

Ich habe sehr gelitten,

Und ich leide immer

Noch darunter.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Blick ins Tal.

Weg0009Der Blick in eine Unterwasserlandschaft,

Die an Sonnenstrahlensäulen

Hängt.

 

Hier oben hört man keinen Laut.

Man sieht nur die Bewegung

In der Tiefe..

In dem Grün der Bäume.

 

Wasser nah am Grund

Bewegt ein Kornfeld.

Wellen laufen unentwegt

Darüber hin.

 

Im linken Ohr

Hat sich

Ein Rauschen

Eingenistet.

Das wird

Von dort oben kommen,

Aus dem Blau ,

Wo sich die Wellenkämme,

Wegen der Entfernung

Überirdisch langsam,

Ineinander schieben

Und bewegen.

 

LOLALO-Gebirge.

 

 

 

 

Weg0010Dies war der erste Tag im Wasser.

Ich beschloss zu tauchen.

Unter Wasser wollte ich die Augen

Offen halten.

 

In der Oberfläche stand die Sonne,

Die war über mir und neben mir.

Darunter war die neue Freiheit,

Der kam ich nur langsam näher.

 

Einmal wagte ich den Blick

In ihre Tiefe.

 

Ich war völlig ohne Schutz

Und litt

Und gab sie auf

Und kam nach oben:

Meine eigne Freiheit war zu retten,

Die lag über dieser Oberfläche.

 

Ich versteh seit dem die anderen,

Die von der neuen Freiheit reden,

Als von etwas Dunklem,

Das sie trägt

Und unter ihnen liegt.

 

 

 

Meine Freunde stiegen

Weg0011Auf,

Sie waren luftgewohnt

Und lebten in der größten

Höhe.

 

Mir,

Und sie verstanden es nicht besser,

Ließen sie ein Seil herab,

Das gaben sie

In meine Hände.

 

Ich zog nicht daran

Und fasste es nicht an

Und flog mit ihnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0012Über uns

War jene dunkle Straße,

Die aus Licht bestand.

 

Der Fuhrmann jagte,

Noch entfernt,

Im Stillstand,

Auf den Großen Bären zu.

 

Mir gegenüber

Hielt die Frau

Die Arme leicht verschränkt

Auf eine Sofalehne

Und verschlief, den Kopf darauf gelegt..

Den Augenblick.

 

 

 

 

 

 

Weg0013Du trägst ein aufgerolltes Handtuch

Unter deinem Arm

Und winkst mir zu.

 

So komme ich herüber.

 

Unter deinem Arm befindet sich,

So sagst du,

Eine ganze Welt:

"Es ist die Welt,

In der wir leben."

 

Ich schau zu.

Wir knien nieder.

 

Dann rollst du das Handtuch aus.

Es läuft von uns davon

Bis an den Horizont

Und breitet sich nach allen Seiten aus.

Darauf die hügelige Landschaft,

Dörfer, Wälder, Städte, Flüsse, Burgen.

Alles zum Begehen,

Zum Befassen,

Zum Begreifen.

Wiesen, Täler, Tiere.

Alles wächst darauf.

 

Ich darf, erlaubst du mir,

Die Welt, in der du lebst, betreten,

Und du wünschst mir guten

Aufenthalt.

 

 

 

Alle Dinge sind

Image58.jpgIn ganz geheimer Weise

Numeriert.

 

Du holst dir einen Stuhl,

Dich neben mich zu setzen.

 

Dinge haben Augen,

Die sind anders, als die unseren.

Uns trifft der Dingblick

Aus der Zukunft.

 

Zahlenreihe aller Dinge

Ist die Zukunft in der Zukunft.

 

Es entsteht

Geheimnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abwehr eines Löwen.

Weg0015 

Zwischenzeilig denke ich

Ans Gras,

Auf dem der Löwe lag.

 

Es war kein Gras,

Es war ein Stuhl.

Und auch der Löwe

War kein Löwe.

 

Alles war ganz anders.

War ganz harmlos.

 

Es war nichts.

Ich habe nur an dir

Vorbeigesehen.

 

 

 

 

 

Die Nacht

Weg0016Ist weiter nichts,

Als nur das Fehlen

Einer gut plazierten

Zweiten

Sonne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Ferne Welten.

Weg0017 

Einmal fuhr ich

In die Haut.

 

Man gab mir ein Gerät.

Dann gab man mich

In das Gerät.

Dann gab man das Gerät

An mich.

So gab man das Gerät mit mir

An mich,

An meine Haut.

 

Ich fuhr mich an die Haut,

Und das Gerät, mit mir, vermochte

In die Pore einzufahren,

Daß ich alles sah.

Ich maß als Erstes die Entfernung

Zu der nächsten Pore

Die war nur noch mit dem

Größten Radioteleskop

Als strahlendes Objekt

Mit Zeitverschiebung

Auszumachen.

 

Meine Reise

Stand am Anfang.

 

 

 

Ein Himmel oberhalb,

Weg0018Darunter dieses eine Augenpaar.

Dazwischen Blickverbindung.

 

Dort im Blau löst sich

Die Wolke auf.

Sie ist schon fort.

 

Der Blick fällt ab.

 

Weiß jemand, wie es Blicken geht,

Die aus der Wolke fallen,

Aus dem Himmel stürzen?

 

Auf dem Acker liegt ein Mensch

Und küsst die Erde ,

Nein,

Der Mensch beißt in die Erde.

Ja. so ist es.

 

 

 

Einmal zeigte sich

In blauen Wolken über mir

Weg0019Das aufgeschlagene

Märchenbuch.

 

Der Hintergrund war weiß,

Das Blau aus ihm

Herausgeschnitten.

 

Wilde Gänse zogen

Als die spitze Schere,

Die sich überall, am ganzen Leib, bewegte,

Ihres Weges.

 

Von dort oben tropfte

Ein Geschrei

Herab.

 

Seit ich die Tiere hörte,

Flieg ich ihnen hinterher.

Mich wundert's, dass sich niemand

An dem Rauschen meiner Flügel

Stört.

 

 

 

Ich sah zuerst

Weg0020Auf deinen Mund,

Der war

Aus grünem Gras.

Und deine Haut,

Ich fasste sie behutsam an,

War Erde, die ganz weich,

Sofort zu Boden

Rieselte.

 

So stehen wir uns

Gegenüber.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonnensturz.

Weg0021 

Ich denke mir,

Dass dann die Sonne

Stürzen wird.

Wohin?

 

In sich, natürlich!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0022Mitten in die Rede eines andren sagte ich:

"Man hält den Atem an!“

Ein Schnellschluss sperrte dann sofort die Rede.

 

Ein paar Tropfen,

Worte, die den Sinn verloren, fielen noch,

Dann horchte man auf die versprochne

Atemlosigkeit.

Die stellte sich für alle

Langsam, hörbar, ein.

 

In unsrem Rücken

Stand ein Lindenblütenbaum.

 

Er war in frische, weiße Tücher eingeschlagen.

Den und die Geräusche kleiner Fliegentiere,

Die nicht sichtbar waren,

Unter jenen Tüchern,

Hatte man bis dahin übersehen.

 

 

 

Die Nacht liegt auf

Weg0023Dem Feld.

Ein schwarzes Glas,

Das tags noch Furchen hatte,

Scheint nun glattgezogen.

Nadelstiche weit entfernter Sonnen

Werden sichtbar.

 

Von den Fehlern

Nirgends eine Spur.

 

Es werden sich in Kürze

Lampen unter diesem

Schwarzen Glas

Entzünden

Und nach oben scheinen.

 

Dann geh' ich darauf

Spazieren.

 

 

 

Weg0024Vor mir stand ein Baum.

Da brach die Hitze aus,

Und Feuer sprang auf das Papier,

Bevor die Farbe trocknen konnte.

 

Asche,

Die erst aufgestiegen war,

Dann nieder schwebte,

Nun zu meinen Füßen

Auf der Erde als ein kleines Häuflein liegt,

Ist mir mehr Baum,

Als dir die Nachtigall in deinem Fahrzeug Nachtigall,

Die du dir pausenlos vom Tonband

In die Fahrgeräusche deiner Reise

Spielst.

 

 

 

Weg0025Anstatt Ballett,

Anstatt des Mädchenmords,

Anstatt der Höhle

Und anstatt Bewegung,

Ist an Statt.

 

Ich sag es anders:

Niemand kann mit sich

Durchs Fell des nächsten

Augenblickes stoßen.

Hier prallt alles ab

Und wird

Zum nächsten Augenblick.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0026Draußen, weit im All,

Schwebt eine Nadel.

Darin ist ein Nadelöhr,

Darin der Faden

Einer Näherin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es zog sich plötzlich, von allein

Ein Rinnsal über einen Weg.

Es war ein Sandweg,

Weg0027Und die Wandung dieser Kerbe

Rieselte ein wenig nach,

Zur Mitte hin.

 

Das Rinnsal war ganz trocken

Wasser fehlte.

Wasser würde auch nicht kommen.

 

In das Rinnsal sah ein Menschenauge,

Sah aus einem Abstand,

Wie er zwischen Menschenaugen eines Kopfes ist,

Hinein.

 

Im Rinnsal lag ein Mensch.

Der Mensch erschrak vom Menschenauge über sich

In seinem Spiel:

Er war dabei,

Mit einem Finger große, tiefe Zeichen

In den Sand zu schreiben,

Und er sah die Wandung dieser Schrift

Zur Mitte rieseln.

 

Tiefe Schrift

Im Sand

Im Boden eines Rinnsals,

Dem das Wasser fehlte,

Unter fremdem Auge.

 

 

 

Weg0028Es schien so leicht,

Und es war leicht.

 

Ich sägte in das Blau,

Das über mir im Freien stand,

Und das mit nichts belastet war,

Und das, wenn man es freigegeben hätte,

Als ein Stückchen Himmel

Hätte in das All entschwinden müssen,

Ja, ich sägte dort hinein

Ein Loch.

 

Mein Himmel blutete sofort herab auf mich

Und nahm mich in sich auf

Und hielt sich fest an mir,

Als sein Gewicht,

Das ihn am Boden halten sollte.

 

Ich beklagte meinen

Mangel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0029Der Hilferuf, ganz leise,

War nicht mehr zu überhören.

 

Hinter einem vorgehaltenen Taschentuch,

Gelähmt vom Abschied,

Der dich zwang,

Den Ruf zu unterdrücken,

Riefst du

Aus Verlassenheit.

 

Dein Flüstern:

"Schreibe mir,

Ich bitte dich.

Denk wenigstens an mich

Wenn du nicht an mich denken kannst,"

Erstickte.

 

 

 

 

 

 

In Gesellschaft.

Weg0030In dem Reden steh'n.

 

Durch eine wolkenfreie Stelle

Auf die eine

Stimme, nur auf diese eine Stimme achten.

Wollgras, das sich wegen seiner Leichtigkeit

Bewundern lassen will.

 

Mit den Fingern daran spielen,

Pusten, sanft, ganz sanft

Dagegen pusten.

 

Angst?

Dem Körper dieser Stimme

Zu begegnen?

 

Rings umher

Die absolute

Stille.

 

Jetzt Erwartung

Eines Schrittes.

 

 

 

 

 

 

 

Weg0031Glaub mir nicht.

Es wird noch von mir heißen:

"Der verbreitet seinen Glauben."

 

Was ist aber,

Wenn ich sage:

"Ich bezeuge mich."

 

Nun siehst du,

Dass du glauben musst.

Nicht mir,

Nur meinem Zeugnis.

 

Mir sollst du nicht glauben

Müssen.

 

Du bist mir doch auch

Dir Zeugnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0032Zwei Frauen sprachen von dem Tod,

Von einer alten Frau,

Die war nun tot.

Ich kannte keine von den dreien.

 

Vor dem Fenster einer Imbissbude,

Wo die Frauen immerzu bedienten,

Ging der alte, kranke Mann.

 

Sie sagten es aus einem Mund:

"Das ist der Tod,

Der kommt herein."

 

Der Mann trat ein, ein Greis,

Der Groschen in den Händen hielt,

Der zahlen wollte

Und Bedienung wollte..

Kaffee wollte und ein Gläschen.

 

"Lassen Sie Ihr Geld,

Um Gottes willen."

 

Die Bedienung war in der Bedienung

Freundlich,

Und sie fegten die Geschwätzigkeit

Des alten Mannes, als er ging,

Mit ihm hinaus.

Sie sagten ihm noch Freundlichkeiten.

 

Dann begannen sie ganz automatisch überall zu lüften

Und den ganzen Raum und alle Tische gründlich abzuwaschen.

 

 

 

Aus vorgehaltenen Händen

Weg0033Strömt ein Wasserfall

Durchs Fenster.

 

Ich, darunter,

Hebe mein Gesicht

Bergauf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Weg0034Mein Fenster ist in einem

Schrägen Dach.

Bis dorthin wachsen Kiefernnadeln.

 

Welch ein Wunder,

Dass sich Seegras

Bis in diese Höhe

Wagt.

 

Ich hasse das Gewässer.

Deshalb die

Verkleidung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0035Es ist das Schnäbeln eines

Taubentieres

An dem offnen Menschenmund,

In welchem Wasser steht;

Das Gurren eines Frauenlachens,

Das den Raum aufreißt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0036Ich dachte

An die Zeit,

An irgendeine Zeit.

 

Nein, alles Lüge!

 

Als ich in den Garten

Kam,

Hing meine Uhr im Baum

Und tropfte aus den Ästen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0037Mein Kopf auf einer Statue

Im Brunnen

Unter einem Wasserfall.

 

Ich komme mir entgegen.

 

Hoffen auf ein Mädchen.

 

Wenn ich der Mechanik dieses Wesens

Doch nur glauben könnte.

 

Andre über mich:

"Er hat von allem

Nichts verstanden."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Schritten,

Weg0038Die mich vorwärtsbringen,

Denke ich zurück.

 

In Schritten,

Die ich rückwärts denke,

Gehe ich in meiner Spur.

 

Zurück ist so

Vorauserinnerung.

 

In Laub zu gehen,

Ist,

Die Lüge zu gestehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0039Es war nun so:

Ich kam ein wenig früher heim

Als sonst.

 

Das konnte ich nicht wissen.

 

Plötzlich sah ich mich

Mir gegenüber

In der Tür.

 

Es war ein rotes Farbbild.

Ich trat nicht daraus hervor.

Ich war noch völlig

Mit mir selbst beschäftigt.

 

Ich,

Mir gegenüber in der Tür,

Im roten Farbbild,

Hatte nicht mit mir

Gerechnet.

 

 

 

 

Ein Künstler sitzt allein an einem

Weg0040Holztisch,

Der ist seine Kunst.

 

Der Holztisch reicht

Von einem Horizont

Bis an den anderen.

 

Man misst es emsig nach.

 

Der Künstler steht nun auf

Und geht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0041Man hat es mir erklärt.

Man hat es aufgeschrieben,

Dass ich es verstehen könnte.

 

Ich hab nichts gehört

Und nichts gesehen.

Den Erklärer niemals

Zu Gehör bekommen,

Weiß auch nicht,

Woher ich davon weiß.

 

Es ist wie immer:

Wenn ich fliege, lege ich im Flug,

Nur für den Bruchteil von Sekunden,

Meine Flügel an

Und ruhe aus.

 

Mein Flug besteht aus kleinen

Angeschnittnen Bögen.

 

 

 

 

 

 

 


Weg0042Aus einem

Schwarzen Seidentuch,

Entlang der Weberei, riss ich

Ein Stoffteil ab.

Das wiederum zerschnitt ich

Bis in kleinste Stückchen.

 

Jedes davon wird das andere

In voller Größe überdecken,

Ohne Rand

Bis an den Horizont,

Als Fetzen, der im Grunde

Keine Grenzen hat.

 

 

 

 

 

 

 

Geräusche aus der Mitte.

Weg0043.JPGWind bewegt die Tür.

Ich gehe hin,

Um sie zu schließen.

Es ist nur ihr Schatten.

 

Immer noch

Geräusche aus der Mitte.

Ach, sei still!

Was soll schon sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0044In der Reise.

Das Gesicht zum Fenster.

Durch die Augen huscht die

Landschaft.

Blitze der Erinnerung.

 

Ich seh mich draußen.

Einmal ließ ich mich dort stehen.

Wann es war?

 

Man spricht von Farben

Hinter Glas,

Von Farben einer Landschaftsmalerei,

Die sich bewegen,

Die auf Fensterglas

Nicht haften können.

 

 

 

 

Weg0045Deutlich zeigt sich jetzt

Die Maserung des Holzes

Unter deiner Haut.

 

Ob ich noch etwas

An dir

Schnitze?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0046

Ich ruf' dich an,

Es passt.

Du sagst: "Es passt mir gut."

 

Ich bringe einen Hammer mit,

Um Schluss zu machen.

 

Innerlich bin ich verroht,

Ich sagte es:

Nur rohes Fleisch.

 

Du musst mir Haut sein.

 

Du wirst weiß und hart zu Porzellan.

 

Das war es,

Ja.

 

Ich schlage drauf und zu.

Es passte gut.

Darunter liegt der Mantel,

Eine Schüssel voller Früchte.

 

Du weißt immer

Was mir gut tut.

Du bist Mechanismus.

 

Was bedeuten Scherben.

Meinem Hammer geht es gut.

Ich darf ihn nicht vergessen.

Ihn erkläre ich zum Sünder.

 

Gott sei Dank:

Das Fremdwort "Sünder"

Kennt hier keiner,

Weder Hammer noch die Scherben.

 

 

 

In der Nacht.

Weg0047 

Die Angst an

Abgestellten Autos.

 

Wärme,

Das ist die Entdeckung,

Wärme gilt als etwas

Unpersönliches.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Weg0048Zwei Frauen stehen mit dem Rücken

Zueinander.

Beide tragen gleiche lange Kleider,

Beide tragen sie denselben Kopf,

Nicht nur den gleichen, dass man sie

Für Zwillingsschwestern halten könnte,

Nein, denselben.

 

Als sie sich nach hinten beugen,

Über einen kleinen Abstand, der entsteht,

Wird aus dem Doppelkopf der eine,

Wie ich sagte.

 

Schön sind Frauen,

Die sich völlig gleichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Weg0049Lebendes Portrait.

Im Kerzenlicht

Die Haut.

 

Zuvor,

Das gabst du zu,

Standst du

Noch ganz

In Flammen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Schiff

Weg0050Fuhr durch ein Tal.

Zuvor schuf der Erbauer

Dieses Schiffes

Meer im Lande,

Dass es

Darin fahren konnte.

 

Aus dem Röntgenbild

Ergab sich die Verwendung

Wahrer Rippen unter der

Ummantelung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich stehe vor dem

Weg0051Sandgemälde.

Das ist ein Gemälde,

Mit und ganz aus Sand.

 

Nein, alles falsch!

 

Wir sind im Raum,

Im freien Raum, im All;

Und über dieses Sandgemälde

Laufen meine Spuren,

Spuren meiner Hände.

 

So, nun steh ich vor dem

Sandgemälde.

Darauf laufen Spuren

Meiner Hände.

 

Das ist richtig.

 

 

 

 

 

 

 

Weg0052Ich ging nach Hause.

Alle Straßen waren neu.

Sie waren mit Papier belegt,

Und alle Häuser, die ich kannte,

Eingepackt in Packpapier.

 

Zuhause angekommen

Riss ich mir den Eingang

Ein.

Wie sollte man das je

Beweisen.

Dieses Haus war völlig

Leer und ohne Haus.

Ich wagte mich zu keinem

Nachbarn hin, und ich verschwieg

Auch der Familie

Die Entdeckung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0053Ein Blatt im Ärmelausschnitt.

Nein,

Ich trage keine Kleidung mehr.

Es ist nur dies Gefühl,

Dem Wachstum dunkelgrüner Häute über Feuchtstein

Zuzuschaun.

Im Frühjahr werde ich

Mich von derselben Stelle holen.

 

Hinter mir der alte Mann...

Ein alter Mann singt mir

Ein Englischlied ins Ohr.

Danach wischt er sich

Mit dem Taschentusch

Den Mund, die Augen aus.

Ich schäme mich und schaue

Auf den Boden.

 

Meinen Füßen rollt ein

Apfel zu.

Wahrscheinlich ist er

Jetzt gerade reif.

 

 

 

Du sandtest einen Brief

Weg0054An mich.

Der Brief war leicht,

So leicht,

Dass ich um seinen Inhalt

Fürchtete.

 

Im Innern fand ich nichts,

Als ein Stück glattgestrichenes

Bonbonpapier.

Das war auf einer Seite grün

Und auf der andren Seite

Silberblank.

 

So leicht hast du dir deinen

Brief gemacht.

 

Ich suchte noch einmal nach Schrift.

Umsonst.

Ich hielt die Sendung gegen

Eine Lampe.

Das Papier schien durch,

Und plötzlich sah ich dich darin

Vor mir.

Ich sah dich gut,

Ich sah dich in Bewegung,

Ich rief an.

Du griffst sofort zum Apparat.

Nein,

Nein, ich legte meinen Hörer,

Noch bevor du es erfuhrst, zurück.

Ich wusste es,

Es war das Ende

Der Verbindung.

 

 

 

Weg0055Ich sah in ein

Gemälde,

Das war überliefert.

 

Rosafarben legte sich

Ein Sonnenrot

Auf Rüstungen aus Eisen.

 

Heute trägt man wieder

Sammet weiches Blech

Auf nackter Haut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Mein Schlaf im Schlaf.

 

Weg0056Ich stehe auf.

Ich werd ihn später treffen.

 

Sicher hat er dann

Die Muster meines Kissens

Im Gesicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Weg0057Wenn wir uns nicht

An unsren Händen

Halten könnten...

 

Alles spiegelt sich...

 

Ich fand uns wieder,

Als zwei junge Menschen

Mit sich tanzten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0058Meine Schuld ist ohne Schuld.

Ich habe nur den Stillstand

Einzutreiben, festzustellen

Und ihn einzustufen.

Es geht um den Einbruch

In den Stillstand.

 

Ja, mein Amt ist schwer,

Es überfordert mich,

 

Und manchmal nehme ich mir einen

Gegenstand.

 

Ich weiß genau Bescheid.

Ich rühr und reg mich nicht.

Ich rechne mit der Zeit.

 

Selbst hinterher

Bleib ich ganz stumm.

 

Ich sehe mir dann nicht

In meine Augen.

 

 

 

 

Der Finger gleitet

Weg0059Über eine alte Narbe.

Die ist nun verheilt,

Sie lässt sich streicheln.

Damals war sie

Wunde.

 

Kunst kennt keinen

Fortschritt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0060Mit dem Rücken

Zum Tag.

 

Wie soll ich das verstehen?

Was ist mit der andren Seite?

Wessen Rücken trennt?

 

Ich gehe hin,

Ich fasse an,

Ich stoße um!

 

Es hat gestimmt.

 

 

 

 

 

 

Andre kommen mir zuvor.

Weg0061Sie nehmen sich ein Recht,

Das ist mein Recht.

 

Im Garten rosten Rosen.

 

Rosenblätter regnen

Ganz aus sich heraus.

Darüber bleibt die Wolkendecke

Festgebunden,

Festgehakt am Rosenstrauch.

 

Wer könnte sich um alles kümmern,

Und mein Recht

Ist nicht nur Unrecht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0062Jemand weinte, jammerte

Um den Bestand,

Der war verbraucht.

 

Ich ging hinüber,

Um zu trösten,

Denn ich sah

Bestand an ihm.

 

Ganz zart stieß ich mit meinem Finger

An den Menschen.

Der erschrak,

Die Hülle riss,

Der Hohlraum tat sich auf

Und mischte sich mit jedem Raum

Um ihn,

Und nichts, ich schwöre,

Nichts blieb übrig.

 

Protokoll.

 

 

 

Weg0063Ich kann es nicht verstehen:

Immer, wenn ich deinen Kopf zum Kuss

In meine Hände nehme,

Wird er winzig klein

Und hart zu Porzellan,

Und auf den Mund, die Nase, Wangen,

Stirn und Haaransatz

Küsst dich mein Mund zugleich.

Mein Mund schwemmt über dein Gesicht.

Das bleibt ganz starr

Und unbewegt.

 

Auf deinem winzig kleinen Rücken

Stehen winzig kleine Flügel ab

Als Trockenblumenblätter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Mein Kopf stößt an die Wand.

 

Weg0064Ich selbst sitz auf dem Stuhl

Und lache über mich.

 

So geht es einem,

Der sofort ein

Wunder will.

 

Du, neben mir, du Schwangere,

Betrachtest dich mit Wohlgefallen

Und entdeckst an dir

Die Dehnbarkeit der Haut.

Die reicht in alle

Richtungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weg0065Ich ging zum Arzt,

Ich bat um Aufenthalt.

 

Der Arzt hielt beide Hände aneinander,

Offen, mir als Mulde zugewandt.

Ich stieg hinein.

 

Der Arzt war eine Frau,

Sonst wäre ich nie eingestiegen.

 

Plötzlich lachten wir

Zu gleicher Zeit,

Wir dachten auch das gleiche.

 

Was wir mit mir taten,

War nichts weiter als

Be-Hand-lung.

Die begann mit einem

Auf-ent-Halt.

 

 

 

Weg0066Unter meinen Füßen die Musik.

Die Füße hören die Musik.

 

Mein Kopf ist draußen,

Geht spazieren.

 

Meine Ohren lachen über die da unten,

Über meine Füße.

 

Wartet nur,

Mein Kopf kommt bald zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Weg0068Jemand hatte ein Klage

An die Wand geschrieben.

 

Der, der klagte,

War noch in der Nähe,

Aber weit entfernt

Von seiner Wand.

 

Die Beine unter seinem Leib,

So klagte er,

Befänden sich verwurzelt

In der Tiefe, in dem Erdreich,

und er käme nicht davon.

 

Der Kläger konnte nicht erklären,

Wie die Schrift,

Und es war seine Schrift,

Das gab er zu,

An jene Wand gekommen war.

 

Sie stand vor seinen Augen,

Zwischen Ziel und Ende.

 

 

 

 

Weg0069Ich wurde Fraumann,

Das ist Frau

Und Mann,

Und Handhaut,

Das ist Hand und Haut,

Die sich berühren;

Ärztin also und Patient zugleich.

 

So fand ich Aufenthalt

In meinen eignen

Händen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war gerade an der Zeit:

Weg0070Ich hob die Wiese auf,

Ein großes, grünes Blatt.

Das wog nicht schwer.

 

Ich schnitt zwei junge Frauen

Aus dem Grün,

Die sahen mich sehr freundlich an.

Sie waren nackt und völlig in der Farbe.

 

So, dass sie sich sehen konnten,

Setzte ich sie voreinander

Setzte sie sich gegenüber,

Und ging fort.

 

In meinem Rücken hörte ich sie

Miteinander schwatzen.

 

Was weiß ich,

Warum ich solches mache

Oder unterlasse.

 

 

 

 

 

Weg0071Im Spaziergang,

Im Vorbeigang,

Im Vorübergehen taste ich die Haut

Der Säule ab,

Die Rauheit einer Rinde, einer Saite.

Klang und Schwingung

Nah am Ohr.

Ich küsse mit demselben Ohr

Den Körper der Gitarre.

Nah ist mir mein Leben so,

Wir sind verwachsen.

Diesem Instrument verriet ich,

Dass ich gerne auf ihm spielen

Können möchte, das ist

Mehr, als darauf musizieren.

 

Ohr an einer Säule.

Ohr an einem Körper.

Ohr an meinem Ohr.

 

 

 

 

Weg0072... mit dem goldnen Ring.

 

Nein, verzweifle nicht, mein Herz,

Es ist nicht wahr.

 

Ich schwöre dir,

Bei allem, was mein Auge sieht,

Es ist nicht wahr..

... ist nicht wahr, ... nicht wahr,

...wahr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zeit der Gummibärchen ist vorbei,

Weg0073Sie schrien umsonst

Nach einer dummen Freiheit.

Kinder haben die Bonbons gegessen;

Von den aufgeblas'nen Tüten

Blieb ein Knall.

 

Man lässt das Wildkraut

Wieder in den Gärten wachsen.

Zwischenwege, die einst waren,

Sind vergessen.

 

Irgendwo entsteht ein neuer Ursprung.

Den erkennt man

An der ausgestreckten Hand.

Die schneidet einfach Fenster

In die Landschaft.

Das bringt Raum

Und großen Abstand.

 

 

 

 

Weg0074Rückzug der Geräusche.

Ein Verebben

In der Nähe.

 

Ihre Summe bricht

In einem Punkt

Zusammen.

 

Eine neue Stille '

Macht sich breit,

Ein lautes

Fehlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir saßen

Weg0075Um den Tisch aus Glas

Und aßen

An der Stille.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Weg0076Unter fremdem Himmel,

Neben fremden Göttern.

Ein Gespräch ins Glas

Gehaucht.

Die neben mir sind leer,

Und die in mir

Versteckt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Knie nicht,

Weg0077Mein Gott,

Vor mir.

Ich bin dir doch

Schon ganz

Ergeben.